Jens Voigt entscheidet die 13. Etappe für sich

Von 15. Juli 2006 Aktualisiert: 15. Juli 2006 22:20
Pereiro in Gelb - 44 Grad

Montélimar – Der Deutsche Jens Voigt hat am Samstag das längste Teilstück der Tour 2006, nämlich 230, 5 Kilometer von Bezier nach Montelimar quer durch den französischen Südosten für sich entschieden.  Auf dem langen Ritt warteten fünf Bergwertungen der vierten Kategorie und zwei Sprintwertungen auf das Fahrerfeld. Der 34-jährige Radprofi vom Team CSC setzte sich im Sprint gegen den Spanier Oscar Pereiro durch. Beide hatten sich aus einer vierköpfigen Spitzengruppe gelöst, die das Feld deutlich hinter sich gelassen hatte.

Der ungewöhnliche Ausgang der 230 Kilometer langen Etappe hatte zum einen sicher mit der kaum zu ertragenden Hitze und den kommenden Alpen- Etappen zu tun, für die die Favoriten auf den Gesamtsieg Kräfte sparen wollten. „Das war sehr merkwürdig. Die schwache Phonak- Mannschaft von Landis ist ihrer Pflicht nicht nachgekommen, den Abstand zu den Führenden zu verkleinern, und die Hauptarbeit zu machen. Aber ich glaube nicht, dass die Tour gegen Landis damit gelaufen ist. Die Alpen werden noch weitere Überraschungen bringen“, meinte Hans-Michael Holczer, der Team-Manager von Gerolsteiner.

Voigt war im Ziel völlig aufgedreht: „Das ist der vielleicht glücklichste Tag in meinem Leben. Ich bin gar nicht müde. Ich könnte gleich nochmal aufs Rad steigen. Das war heute für unser Team nach den Vorfällen zu Beginn und den Stürzen die Wende“, sagte Voigt, der sich freute, „dass mein fünfter Ausreiß-Versuch bei dieser Tour endlich zum Erfolg“ geführt hat.

„Alle sind müde – und diese Hitze. Das war eine gute Möglichkeit für Jens. Er ist darauf spezialisiert“, sagte Voigts CSC-Sportchef Allain Gallopin, nachdem sich der Vorsprung der Ausreißer immer mehr stabilisiert hatte. Im Vorjahr hatte „Flucht-Spezialist“ Voigt zum zweiten Mal nach 2001 das Gelbe Trikot für einen Tag getragen.

Im Schlussspurt in Montélimar ließ der erfahrene Kämpfer nichts anbrennen und verwies Pereiro auf Platz zwei. Die übrigen beiden Ausreißer Sylvain Chavanel (Frankreich) und Manuel Quinzato (Italien) hatte Voigt 2,5 Kilometer vor dem Ziel durch einen beherzten Antritt abgehängt.

Pereiro, bestplatzierter Fahrer der Spitzengruppe, übernahm das Gelbe Trikot des Gesamtführenden Landis. Der Spanier, der im Vorjahr, noch in Diensten des Schweizer Phonak-Teams, als kämpferischster Fahrer der Tour ausgezeichnet worden war, hatte vor der 13. Etappe als 46. der Gesamtwertung 28:50 Minuten Rückstand auf den Amerikaner.

Wenn wir zusammen angekommen wären und ich hätte das Gelbe Trikot sicher gehabt, dann hätte ich nicht um den Tagessieg gesprintet“, erklärte der ehemalige Phonak-Profi. „Aber als wir im Ziel ankamen lag das Feld 27 Minuten zurück und ich hatte das Gelbe nicht. Es gab da im Sprint keine Absprache mit Voigt.“

Den Sprint des Hauptfelds, das mit 29:57 Minuten Rückstand ankam, sicherte sich Robbie McEwen, der seine Führung im Kampf um das Grüne Trikot ausbaute.

Andreas Klöden fiel in der Gesamtwertung auf Platz sieben zurück. Markus Fothen vom Team Gerolsteiner fährt im Weißen Trikot des besten Jungprofis in die Alpen. „Berg-König“ blieb der Spanier David De la Fuente.

Am Sonntag bekommen erneut die Fluchtspezialisten ihre Chance. Jeweils zwei Bergprüfungen der 2. und 3. Kategorie stehen auf den 180,5 km von Montelimar nach Gap auf dem Programm.

Tagesergebnis:

1. Voigt 5:24:36 Stunden

2. Pereiro gl. Zeit

3. Chavanel + 40 sek

4. Manuel Quinzato (ITA/LIQ) gl. Zeit

5. Andriy Grivko + 6:24 min

6. Robbie McEwen (AUS/DVL) + 29:57 min

15. Erik Zabel (MRM)

18. David Kopp (GST)

41. Andreas Klöden (TMO)

45. Markus Fothen (GST)

Gesamtwertung:

1. Oscar Pereiro (ESP/CEI)

2. Floyd Landis (USA/PHO) + 1:29

3. Cyril Dessel (FRA/A2R) + 1:37

7. Andreas Klöden (TMO) + 3:58 12. Fothen + 5:46

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