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Eisgeschäft – nach indischer Manier

Von 11. Februar 2010 Aktualisiert: 11. Februar 2010 8:00
Fehler in der Vorhersage des UN-Gremiums über die Gletscherschmelze im Himalaya

Die Behauptung, die Gletscher des Himalayas würden bis 2035 aufgrund globaler Erwärmung schmelzen, wurde vom UN-Gremium zurückgezogen, nachdem festgestellt wurde, es gäbe dafür keine wissenschaftliche Begründung.

Zu der sogenannten „Glaciergate“(-Affäre) sagte Rajendra Pachauri, der Vorsitzende des Weltklimarats IPCC, er bedaure die „schlecht begründeten Schätzungen“, denen zufolge die Gletscher des Himalaya wahrscheinlich bis 2035, wenn nicht früher, schmelzen würden.

Er erwähnte in Neu Delhi Reportern gegenüber: „Es war menschlicher Irrtum. Wir werden alles tun, damit sich solche Fehler nicht wiederholen.“

Die Warnung vor schmelzenden Gletschern war ein zentraler Bestandteil des Prüfberichts des Weltklimarats von 2007, der dazu beitrug, den Friedensnobelpreis von 2007 an den Weltklimarat mit seinem vor globaler Erwärmung warnenden Al Gore zu verleihen. Das Gremium bietet Regierungen wissenschaftlichen Rat für ihre Klimapolitik.

Entdeckt wurde der Fehler von dem Kanadier Graham Cogley, einem Geographen an der Trent University in Ontario, der die Behauptung des Weltklimarats auf einen Artikel zurückverfolgte, der bereits 1999 in der Zeitschrift New Scientist veröffentlicht wurde.

Laut Londons Sunday Times gründet die Information des New Scientist auf einem kurzen Telefon-Interview mit dem indischen Wissenschaftler Syed Hasnain. Hasnain erklärte, diese Aussage wäre reine „Spekulation“ und nicht von Fachleuten überprüft worden – ein Hinweis, der in dem Artikel nicht erwähnt wurde. Später blieb diese ungeprüfte Behauptung im Bericht des Weltklimarats hängen.

Cogley führte gegenüber der Sunday Times an: „Das Problem besteht darin, dass niemand, der dieses Material studierte, sich die Mühe machte die Spur bis zum Ursprung, an dem die Behauptung zum ersten Mal auftrat, zurückzuverfolgen. Diese Spur endet aber definitiv in einem Artikel einer Zeitschrift; und sollte nicht auf diese Weise in einem Bericht des Weltklimarats auftauchen.“

Der Weltklimarat benannte einen Bericht der Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) von 2005 über eine Kampagne als den Ursprung der Behauptung. Dieser Bericht bezog sich wiederum auf Hasnains Kommentare gegenüber New Scientist und einer Zeitschrift aus Neu Delhi mit dem Namen Down To Earth. Der WWF meinte, er bedaure „jede verursachte Verwirrung“ und würde seinen Bericht entsprechend ändern.

Alarmierende Behauptung

Mehrere wissenschaftliche Experten haben die Behauptung des Weltklimarats diskutiert und betont, dass die meisten Gletscher des Himalaya mehr als hundert Meter dick sind und die Temperatur stark ansteigen müsste, um sie bis 2035 schmelzen zu lassen. Laut der Zeitung Guardian wurde die Behauptung sowohl von der japanischen Regierung als auch von anderen Wissenschaftlern schon vor der Veröffentlichung des Berichts des Weltklimarats in Frage gestellt.

Indiens Umweltminister Jairam Ramesh nannte die Behauptung einen „Alarmauslöser.“

Gegenüber der Zeitung Guardian äußerte Ramesh: „Es gibt keinen schlüssigen wissenschaftlichen Beweis für einen Zusammenhang zwischen globaler Erwärmung und dem, was mit den Himalaya-Gletschern geschieht.“ Er fügte hinzu, er wäre darauf vorbereitet sich mit „Al Gore dem Weltklimarat und ihren Szenarios vom Jüngsten Tag“ anzulegen.

Nicht bedroht? Dieses Foto vom 4. Dezember 2009 zeigt den Khumbu-Gletscher, einen der längsten der Welt, in der Everest-Khumbu-Region, etwa 140 Kilometer nordöstlich von Kathmandu. Der Weltklimarat hat die Behauptung zurückgezogen, die Gletscher des Himalaya würden schnell schmelzen.Nicht bedroht? Dieses Foto vom 4. Dezember 2009 zeigt den Khumbu-Gletscher, einen der längsten der Welt, in der Everest-Khumbu-Region, etwa 140 Kilometer nordöstlich von Kathmandu. Der Weltklimarat hat die Behauptung zurückgezogen, die Gletscher des Himalaya würden schnell schmelzen.Foto: Prakash Mathema/AFP/Getty Images

Pachauri griff dann Ramesh mit den Worten an, er wäre „extrem arrogant“ und würde sich auf „Voodoo-Wissenschaft“ verlassen, die nicht durch Fachleute überprüft sei.

Indiens Umweltministerium hatte seine eigenen Studien betrieben und dabei festgestellt, dass sich viele Himalaya-Gletscher nicht „übermäßig zurückziehen“ und sich diese Tendenz nicht gleichmäßig auf der ganzen Bergkette zeigt.

Der führende Geologe Vijay Kumar Raina, der Autor des Berichts, erwähnte gegenüber der Hindustan Times: „Mit dem Thema des Gletscherrückzugs würden einige Leute Sensationshascherei betreiben.“

Raina, der umfangreiche Forschungen auf den Himalaya-Gletschern betrieben hatte, sagte bereits im Februar 2007, dass „Behauptungen, die globale Erwärmung führe zum Schmelzen der Himalaya-Gletscher, auf falschen Annahmen beruhen“.

Mit dem Beginn von „Glaciergate“ eskalierte dann auch der Streit  und Ramesh  verlangte eine Entschuldigung von Pachauri für seine Bemerkung über „Voodoo-Wissenschaft“.

Zum Höhepunkt gelangte der „Climagate-Skandal“ um die schmelzenden Gletscher, als bekannt wurde, dass Daten über kritische Temperaturen vom englischen Klimaforschungsinstitut CRU (Climatic Research Unit) – die auch vom Weltklimarat verwendet wurden – anscheinend absichtlich manipuliert waren, um Tendenzen für eine zunehmende Erwärmung aufzuzeigen. Der CRU-Chef Phil Jones, der jede Unregelmäßigkeit abgestritten hatte, trat während der folgenden Untersuchung zurück.

Skeptiker der „Globalen-Erwärmungs-Theorie“ behaupten, der Irrtum bezüglich der Himalaya-Gletscher hätte die Glaubwürdigkeit des Weltklimarats weiter beschädigt und es gab Forderungen, Pachauri solle zurücktreten. Pachauri musste sich auch gegen Behauptungen in einigen britischen Zeitungen verteidigen, er hätte finanziell von seiner Rolle als Chef des Weltklimarats profitiert.

Er erwähnte gegenüber dem Guardian: „Sie können die Wissenschaft selbst nicht angreifen, deshalb greifen sie den Vorsitzenden an. Aber sie werden mich nicht versenken. Ich bin die unsinkbare ‚Molly Brown‘. Ich werde sogar noch mehr Auftrieb bekommen“

Die Sunday Times berichtete, Pachauri hätte „die falsche Behauptung aufgestellt, die Himalaya-Gletscher würden schmelzen, um Zuschüsse in Höhe von Hundertausenden von Pfund zu erhalten! “

Katastrophale Vorhersagen

Tom Harris, ein kanadischer Maschinenbauingenieur und Vorsitzender der Internationalen Klimawissenschaftskoalition ICSC (International Climate Science Coalition), sagt, seit mindestens drei Jahren gibt es schon offene Fragen zur Behauptung des Weltklimarats, die Himalaya-Gletscher würden schmelzen.

„Das kommt jetzt ans Tageslicht, weil sich diese Aussage im Bericht des Weltklimarats als lächerlich herausgestellt hat. Aber die ganze Idee, dass Gletscher ungewöhnlich schnell schmelzen würden, kursiert in Expertenkreisen bereits seit drei Jahren; es ist nur nicht zu den meisten Medien durchgedrungen. “

Die ICSC ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Ökonomen und Fachleuten für Energiepolitik aus aller Welt, die sich selbst als „eine Alternative zu den Ratschlägen des Weltklimarats“ sieht.

Genau genommen tendierte der Weltklimarat dazu, katastrophale Vorhersagen, wie die Warnung vor dem Schmelzen der Himalaya-Gletscher zu machen, so dass die Klimawissenschaftskoalition veranlasst wurde, während der Kopenhagener Klimakonferenz im Dezember 2009 eine „Copenhagen climate challenge“ herauszugeben.

Diese Aufforderung, die von 150 führenden Klimaexperten aus 15 Ländern unterstützt wird, verlangte, dass der Weltklimarat „überzeugende beobachtbare Beweise für seine Behauptungen der gefährlichen, menschenverursachten globalen Erwärmung und anderer klimatischer Veränderungen erbringen soll“.

Harris kritisiert: „Seit so vielen Jahren blockieren sie die Erlaubnis, die echten Daten an die Forscher weiterzuleiten, dass diese sie gegenprüfen können. In der „Climategate“-Affäre geht es auch um einen Vorfall bei dem einige der Daten, die Großbritanien zugänglich gemacht werden sollten, tatsächlich vernichtet wurden, anstatt sie an die skeptischen Wissenschaftler weiterzugeben. Das verstößt gegen das Gesetz.“

Auch der aus dem Jahr 2001 stammende Bericht des Weltklimarats enthielt fehlerhafte Daten. Eine Hockeyschläger-Kurve zeigt, dass die Temperaturen im zwanzigsten Jahrhundert stark anstiegen, was beweisen soll, dass die Industrialisierung Treibhausgase und damit die Klimaveränderung verursacht. Dieser Beweis wurde später von zwei kanadischen Forschern angezweifelt.

Befürworter der Theorie der globalen Erwärmung behaupten, in dem umfangreichen aus drei Bänden bestehenden Bericht sei der Fehler bei der Einschätzung der Gletscher des Daches der Welt der einzige. Harris bestreitet dies.

„Wir glauben, dass es viele Fehler gibt und dass hier nur einer davon entdeckt wurde. Ihre Vorhersagen für alle möglichen Ereignisse bewahrheiten sich nicht, ihre Modelle funktionieren nicht, es wird nicht wärmer, deshalb glauben wir, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist.“

Er findet es jedoch „nützlich und interessant, dass diese Behauptung angezweifelt wurde, weil die Menschen dadurch genauer darauf schauen, was die Daten wirklich aussagen“.

Original auf Englisch unter: U.N. Panel’s Himalayan Glacier Meltdown Claims Erroneous

Foto: Casper Christoffersen/AFP/Getty Images


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