Höhlenbären-Mumie
Im Norden Russlands ist ein gut erhaltener Kadaver eines jahrtausendealten Bären gefunden worden.Foto: -/Universität Jakutsk/dpa/dpa

Mindestens 22.000 Jahre alt: Erstmals gut erhaltene Höhlenbären-Mumien in Russland entdeckt

Von 14. September 2020 Aktualisiert: 14. September 2020 17:13
Zwei auf einen Streich: In Russland wurden gleich zwei voneinander unabhängige Kadaver prähistorischer Höhlenbären entdeckt. Die Mumie eines Jungtieres und die eines ausgewachsenen Bären sind weltweit die ersten ihrer Art in einem sehr guten Zustand.

Während der letzten Eiszeit vor Tausenden von Jahren streiften die pelzigen, bis zu 3,50 Meter langen Höhlenbären (lat. Ursus spelaeus) durch die eisige Landschaft Eurasiens. Seinen Namen erhielt das Tier aufgrund der unzähligen Fundorte, in denen bislang ausschließlich seine Knochen entdeckt wurden. Entgegen seines irreführenden Namens hielt sich der Bär jedoch nur zum Winterschlaf in Höhlen auf.

Mit den neuen Entdeckungen aus dem russischen Permafrost erhalten die Forscher nun einen seltenen und informationsreichen Einblick in das Aussehen des prähistorischen Bären. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass es sich um die konservierten Kadaver eines ausgewachsenen Höhlenbären und eines Jungtieres handelt.

„Funde von weltweiter Bedeutung“

Bislang ist nur wenig über die beiden Höhlenbären-Funde bekannt. Das ausgewachsene Exemplar entdeckten Rentierzüchter kürzlich auf der Großen Ljachow-Insel im Arktischen Ozean, wie die North-Eastern Federal University in Yakutsk (kurz NEFU) in einer Pressemitteilung erklärte. Anschließend meldeten die Finder den Kadaver der NEFU und übertrugen den Forschern das Recht auf die Erforschung des Bären.

Heute ist dies der erste und einzige Fund dieser Art – ein ganzer Bärenkadaver mit erhaltenem Weichgewebe. Er ist vollständig erhalten, alle inneren Organe sind vorhanden, sogar seine Nase. Früher wurden nur Schädel und Knochen gefunden. Dieser Fund ist von großer Bedeutung für die ganze Welt“, zeigte sich die Biologin Lena Grigorieva begeistert.

Vorläufig schätzen die Forscher das Alter des ausgewachsenen Höhlenbären auf zwischen 22.000 und 39.500 Jahre. Genauer und sicherer könnten die Forscher dies jedoch erst mit Hilfe der Radiokarbondatierung sagen.

Es ist unbedingt notwendig, eine Radiokarbonanalyse durchzuführen, um das genaue Alter des Bären zu bestimmen“, sagte der leitende Forscher Maxim Cheprasov vom Mammut-Museum in Jakutsk.

Ein Höhlenbären-Jungtier vom russischen Festland

Weiterhin sei getrennt von der Entdeckung ein konservierter Kadaver eines Höhlenbärenjungen auf dem russischen Festland in Jakutien entdeckt worden. Weitere Informationen über das Jungtier teilten die Wissenschaftler bislang noch nicht mit.

Aktuell bereiten die Forscher jedoch ein wissenschaftliches Programm für die umfassende Untersuchung der beiden Kadaver vor.

Wir werden den Kadaver eines Bären mit allen modernen wissenschaftlichen Forschungsmethoden – molekulargenetische, zelluläre, mikrobiologische und andere – untersuchen müssen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Dass sich Russland seit Jahren als wahre Fundgrube gut erhaltener prähistorischer Tiere erweist, zeigen die unzähligen Funde von Mammuts, Wollnashörnern, Pferden, Welpen und Höhlenlöwenbabys. Sie alle brachten die warmen Sommer aus dem Permafrost Sibiriens durch natürliche Schmelzprozesse zutage.

(Mit Material der North-Eastern Federal University; NEFU)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion