Chaos in Hongkong: Polizei kesselt hunderte Aktivisten in Universität ein – Verzweifelte Hilferufe nach Europa

Epoch Times18. November 2019 Aktualisiert: 18. November 2019 16:44
In Hongkong ist die Lage eskaliert. Die Polizei kesselte hunderte Demokratie-Aktivisten in der Hochschule ein und nahm dutzende Demonstranten fest. Bereits 1989 gab es ein Studenten-Massaker, damals in Peking. Wird sich das in Hongkong wiederholen?

In Hongkong ist die Lage an der von Demonstranten besetzten Polytechnischen Universität eskaliert: Die Polizei kesselte am Montag hunderte Demokratie-Aktivisten in der Hochschule ein. Mit Tränengas und Schlagstöcken gingen Polizisten gegen Demonstranten vor, die versuchten, vom Campus zu fliehen. Dutzende Aktivisten wurden festgenommen.

 

Die Protestierenden hatten sich am Wochenende in der Universität auf der Halbinsel Kowloon verschanzt. In der Nacht zu Montag legten sie Feuer am Haupteingang, um ein Eindringen der Polizei zu verhindern.

Die seit fünf Monaten andauernden Proteste gegen den totalitären Einfluss der Kommunistischen Partei Chinas haben seit vergangener Woche ein neues Ausmaß erreicht. Wegen der Einmischung der KP Chinas stürzte die 7,5-Millionen-Metropole ins Chaos: Schulen blieben geschlossen, der öffentliche Nahverkehr kam fast völlig zum Erliegen und Hauptstraßen wurden blockiert.

Demonstranten verteidigen sich mit Pfeil und Bogen

Mit Pfeil und Bogen, Molotowcocktails und Steinschleudern versuchten die Demonstranten auf dem Uni-Campus am Wochenende die gewalttätigen Polizisten – die teils mit scharfer Munition auf die Unbewaffneten schießen – abzuwehren. Am Montag gaben die Beamten erneut drei Warnschüsse ab, verletzt wurde niemand. Die Beamten setzten auch Tränengas, Wasserwerfer und Gummigeschosse ein.

Am Montag versuchten Aktivisten schließlich, die Polizeiabsperrungen rund um die Universität zu durchbrechen und zu fliehen, wurden jedoch mit Tränengas zurückgedrängt. Die Beamten nahmen dutzende Menschen fest, teilweise schlugen sie mit Schlagstöcken auf die am Boden liegenden Demonstranten ein.

Die Stimmung unter den auf dem Campus verbliebenen Aktivisten sei verzweifelt, berichtete eine 19-Jährige, die sich „K“ nannte. „Einige haben heftig geweint, andere waren wütend. Sie empfanden Hoffnungslosigkeit, weil uns der Weg aus dem Campus versperrt wurde.“

Vermummungsverbot aufgehoben

Einen wichtigen juristischen Sieg konnten die Aktivisten am Montag aber erringen: Das Oberste Gericht in Hongkong hob das von der Regierung verhängte Vermummungsverbot auf. Das Verbot sei verfassungswidrig, urteilte das Gericht am Montag.

Auch in anderen Teilen der Stadt kam es am Montag zu Protesten: In den Vierteln Tsim Sha Tsui und Jordan ging die Polizei mit Tränengas gegen Menschenansammlungen vor. Mehrere Protestierende wurden verhaftet.

Die Proteste waren vergangene Woche in eine neue Phase eingetreten. Die Aktivisten weiteten ihre Aktionen mit Blockaden an verschiedenen Stellen aus. Am Sonntag wurde bei den gewaltsamen Zusammenstößen an der Universität ein Polizist durch einen Pfeil an der Wade verletzt.

Der Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong rechtfertigte den Einsatz von Gewalt durch Demonstranten in der chinesischen Sonderverwaltungszone. „Mit rein friedlichem Protest werden wir unser Ziel nicht erreichen“, sagte Wong der „Süddeutschen Zeitung“ und fügte hinzu: „Allein mit Gewalt allerdings auch nicht. Wir brauchen beides.“

Europa soll helfen

In der „Bild“-Zeitung (Dienstagsausgabe) appellierte Wong an Europa, den politischen Druck auf die Behörden zu erhöhen. „Die europäischen Länder sollten Sanktionen verhängen, um die Behörden für das von ihnen geplante Blutvergießen verantwortlich zu machen.“ Deutschland sollte seine wirtschaftlichen Vereinbarungen mit „einem rücksichtslosen Regime überdenken, das sich nie an die Regeln hält“, forderte Wong.

Die Kommunistische Partei in Peking warnte die Protestbewegung in Hongkong zuletzt in immer drastischeren Worten vor einer Eskalation. Wu Qian, Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, bekräftigte am Montag, die „Beendigung der Gewalt und die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung“ seien derzeit die „dringlichste Aufgabe“ in Hongkong.

In der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong gibt es seit Monaten Massenproteste gegen die pro-kommunistische Regierung, die immer häufiger in Gewalt umschlagen. (afp/so)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Eine Buchempfehlung vom Verlag der Epoch Times

Wer hat die Weltherrschaft? Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Immer klarer wird, dass die Geschichte der Menschheit nicht so ablief, wie sie heutzutage gelehrt wird. Das Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ gibt die lange gesuchten Antworten.

„Kapitalismus abschaffen“? „Wohnungsgesellschaften enteignen“? Familie auflösen? Keinen Wohlstand und keine Kinder mehr wegen des Klimas? Frühsexualisierung? Solche Gedanken sind in Politik, Medien und Kultur populärer denn je. Im Kern drücken sie genau das aus, was einst schon Karl Marx und seine Anhänger der gesamten Menschheit aufzwingen wollten.

Der Kommunismus hat im 20. Jahrhundert hunderte Millionen Menschen physisch vernichtet, heute zielt er auf ihre Seelen. Bei vielen Menschen blieb glücklicherweise die der menschlichen Natur innewohnende Güte erhalten – was den Menschen die Chance gibt, sich vom Einfluss des „Gespenst des Kommunismus“ zu befreien.
Hier weitere Informationen und Leseproben.

ISBN Band 1: 978-3-9810462-1-2, Band 2: 978-3-9810462-2-9, Band 3: 978-3-9810462-3-6. Einzeln kostet jeder Band 19,90 Euro (zzgl. 2,70 Euro Versandkosten), alle drei Bände gemeinsam sind im Moment noch zum Sonderpreis von 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands) zu erwerben. Das Buch hat insgesamt 1008 Seiten und über 1200 Stichworte im Indexverzeichnis.

Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder – falls vergriffen – direkt beim Verlag der Epoch Times Phone: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]