Geröstete Edelkastanien.
Geröstete Edelkastanien.Foto: iStock

„Harte Schale, guter Kern mit großer Kraft“ – Maronen: geröstet und als Suppe (+Rezepte)

Von 20. November 2022
Der Herbst in seinem bunten Gewand verwöhnt nicht nur das Auge, sondern auch den Gaumen. Auch Maronen sind kulinarisch vielseitig nutzbar und für Hildegard von Bingen zählen sie zu den wenigen Universalmitteln, die für den Menschen uneingeschränkt gesund sind.

„Heiße Maronen, heiße Maronen!“, dringen die Rufe des Marktschreiers an die Ohren der Passanten. Begleitet wird dieser Lockruf mit dem typisch nussigen, verführerischen Duft der Winterfrüchte und der wohligen Wärme des Ofens. Doch Esskastanien können viel mehr sein als eine Knabberei auf dem Weihnachtsmarkt, die uns an kalten Tagen die Hände wärmt. Die Nussfrüchte sind eine große Bereicherung auf unserem Speiseplan.

Wohlschmeckend und heilend

Hildegard von Bingen schätzte Maronen als Universalmittel, die für den Menschen uneingeschränkt gesund sind. Über ihre Wirkungsweise sagte sie: „Die Kastanie ist ihrer Natur nach sehr warm, hat eine große Kraft in sich, die der Wärme beigemischt ist, und bezeichnet die Weisheit. Und alles, was in ihm ist und auch seine Frucht, ist sehr nützlich für den Menschen.“

Neben Mineralstoffen und Spurenelementen wie Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Magnesium, Kalzium und Kalium enthalten Maronen die Vitamine A, B1, B2, B3, B5, B6, C und E. Anders als die meisten Nüsse sind die Früchte der Kastanie fettarm und haben einen hohen Kohlenhydratgehalt. Maronen sind glutenfrei, daher stellt ihr Mehl für Zöliakiepatienten als Getreide-Ersatz eine Bereicherung dar und ist auch für Diabetiker sehr gut geeignet.

Maronen können die Nerven und das Herz stärken, gegen Gicht wirken und die Konzentration fördern. So empfahl Hildegard von Bingen einem Menschen, „dem das Gehirn durch Trockenheit leer ist und der davon im Kopf schwach wird“, gekochte Maronen. „Nüchtern und nach dem Essen“ genommen, werden „seine Nerven stark und so wird der Schmerz im Kopf weichen“ und „sein Hirn wächst“.

Maronen: leckere Edel- oder giftige Rosskastanie?

Doch Vorsicht: Nicht nur die essbaren Früchte der Edelkastanie fallen jetzt reif vom Baum, sondern auch die für Menschen giftigen Rosskastanien. Obwohl beide Baumarten das Wort „Kastanie“ im Namen führen, sind sie nicht miteinander verwandt. Doch wie lassen sich die essbaren Früchte von den giftigen unterscheiden?

Esskastanien, oder auch Edelkastanien genannt, gehören zur Familie der Buchengewächse und sind mit der Eiche verwand. Beide zählen zu den größten und mächtigsten Bäumen Mitteleuropas. Die Hülle der Früchte hat weiche und lange Stacheln und in ihr finden sich zwei, manchmal drei Früchte mit brauner Schale.

Die Fruchthülle der Rosskastanie hat kurze, harte Stacheln und enthält ein bis zwei rundliche, dunkelbraune Früchte mit einem hellen runden Fleck. Sie gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse. Ihre Früchte eignen sich als Bastelspaß für Kinder oder aufgrund der enthaltenen Saponine zur Herstellung von selbstgemachtem Waschmittel.

Zubereitungsmöglichkeiten und Lagerung

Frische Maronen sind erkennbar an einer glänzenden Schale ohne Risse oder kleinen Löchern. Außerdem sind die Früchte prall und schwer und geben unter Druck nicht nach.
Da die frischen Früchte leicht verderblich sind, werden sie am besten im Gemüsefach des Kühlschranks in einem luftdurchlässigen Behältnis gelagert. Gekochte und geschälte Maronen hingegen lassen sich bis zu sechs Monaten im Gefrierschrank aufbewahren.

So werden frische Maronen geröstet: Damit die Früchte nach dem Rösten leichter zu schälen sind, zuerst eine Stunde in Wasser einweichen. Dann jede Marone mit einem scharfen Messer auf der gewölbten Schalenseite kreuzweise einschneiden. Die Früchte auf einem Backblech verteilen und im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Ober- und Unterhitze für 20 bis 25 Minuten rösten, bis die eingeritzte Schale aufgeplatzt ist und sich dunkler verfärbt hat. Die Schale lässt sich leichter lösen, wenn die Früchte noch warm sind.

Kulinarische Vielfältigkeit

Nun sind die kleinen Leckerbissen für den weiteren Einsatz bereit. Als Beigabe zu Gemüse oder Salat, als Füllung für den Sonntagsbraten, zu Pasta, Polenta oder Mus, den Möglichkeiten und der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Esskastanien harmonieren zudem gut mit unseren heimischen Obstsorten wie Apfel, Birne oder Pflaume. Auch mit Rosenkohl, Karotten oder Sellerie schmecken die Früchte köstlich. Die Gewürze Zimt, Nelke oder Ingwer verleihen den Maronen ein feines Aroma und schmeicheln den Gaumen.

Wenn die Zeit knapp ist oder nur eine kleine Menge Maronen benötigt werden, dann bieten die eingeschweißten Maronen aus dem Supermarkt eine schnelle und bequeme Alternative. Diese sind vorgegart und geschält und bereit für die weitere Verwendung.

Maronensuppe mit gerösteten Maronen

Zutaten für 4 Portionen
  • 400 g vorgegarte Maronen
  • 2 kleine oder 1 große Zwiebel
  • 100 g Butter
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Sahne
  • Gewürze: Salz, Pfeffer, Muskat
Zubereitung ca. 30 Minuten

Die gegarten, geschälten Maronen in kleine Würfel schneiden, eine Handvoll separat in einer beschichteten Pfanne ohne Öl rösten und zur Seite stellen.

Die Zwiebel(n) in kleine Würfel schneiden und mit Maronen und Butter in einem Topf glasig anbraten. Gemüsebrühe und Sahne dazugeben und 10 Minuten köcheln lassen. Anschließend die Suppe pürieren, mit den Gewürzen abschmecken, in Suppenschalen füllen und mit den gerösteten Maronen garniert servieren.

Guten Appetit!



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion