Nützliche Heilkräuter für den heimischen Garten
Es gibt viele nützliche Heilkräuter für den eigenen Garten.Foto: iStock

6 Heilkräuter für den heimischen Garten

Von 3. Oktober 2022
Mit dem Anbau von Heilkräutern im eigenen Garten sind nützliche Helferlein jederzeit griffbereit. Ob gegen Nervosität, Infektionen oder Blähungen, aber auch zum Entgiften, für gesündere Hühnereier oder als Toilettenpapier – für alles ist ein Kraut gewachsen.

Noch vor wenigen Jahrhunderten kannte fast jeder Mensch die heilenden Eigenschaften von heimischen Kräutern, die auf Feld und Wiesen wuchsen. Doch dieses Wissen von unschätzbarem Wert geht immer mehr verloren. Zum einen sind Ärzte keine Stunden oder gar Tage mehr entfernt und Medikamente sind heute einfach zu erreichen. Dabei bieten Heilkräuter aus dem eigenen Garten auch Vorteile.

Da wir heute wissen, dass wir die gängigen Krankheiten mit Heilpflanzen behandeln können, sind wir unabhängiger. Außerdem können die Kräuter auch eine gesunde Alternative zu chemischen Medikamenten darstellen.

Hier sind sechs Heilkräuter, die Sie in Ihrem „Heilgarten“ anbauen sollten.

Nr. 1: Lavendel

Die schönen Blüten des Lavendels (Lavandula angustifolia) und sein verführerischer Duft sind eine wunderbare Bereicherung für jeden Garten. Lavendel verfügt obendrein über eine Vielzahl von heilenden Eigenschaften, die bei alltäglichen Gesundheitsproblemen wie Kopfschmerzen – vor allem in Verbindung mit Stress – sehr nützlich sind. Die Pflanze gilt auch als Mittel zur Stärkung des Nervensystems. So hilft sie hervorragend gegen Nervosität, Angst und Depression.

Aufgrund seiner beruhigenden Wirkung auf das Nervensystem ist Lavendel auch ideal zur Förderung des natürlichen Schlafs. Lavendelblüten im Schlafzimmer oder ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl im Badewasser oder auf der Bettwäsche helfen beim Entspannen und Einschlafen.

Bei Depressionen, Angstzuständen und allgemeinem Stress können zudem einige Tropfen ätherischen Lavendelöls in Kombination mit Trägerölen auf verschiedene Körperstellen aufgetragen werden. Dafür empfehlen sich besonders die Schläfen, die Innenseite der Handgelenke und Ellenbogen oder die Fußsohlen. Zur äußeren Anwendung kann das Öl zudem bei Entzündungen und Schmerzen in den Gelenken, Muskeln und anderen Geweben helfen.

Heilende Wirkung: beruhigt und entspannt bei äußerer Anwendung

Verwendbare Pflanzenteile: Blüten

Sammeln: Lavendelblüten sollten kurz vor dem Aufblühen (zwischen Frühsommer und Frühherbst) gepflückt werden. Anschließend sollten diese schonend bei Temperaturen von nicht mehr als 35 Grad Celsius getrocknet werden.

Zubereitung (für einen Tee): Kochendes Wasser über einen Teelöffel der getrockneten Blüten gießen und 10 Minuten ziehen lassen.

Anwendung (auf der Haut): Bei der Anwendung von ätherischem Lavendelöl empfiehlt es sich, immer hochwertige Bio-Öle zu verwenden und diese mit einem Trägeröl wie Kokosnuss, Jojoba, Avocado, Mandel, Argan, Traubenkern oder Hagebutte zu mischen.

Nr. 2: Schafgarbe

Die Schafgarbe (Achillea millefolium) ist ein kraftvolles Kraut mit einem breiten Spektrum an medizinischen Wirkungen. Deshalb ist sie eine hervorragende Ergänzung für den eigenen Heilgarten. Sie ist eines der besten schweißtreibenden Kräuter und hilft dem Körper, Giftstoffe über die Haut und den Urin auszuscheiden. Gleichzeitig kann die Schafgarbe auch Fieber senken. So reguliert sie die Durchblutung des Körpers und hilft, die Körpertemperatur und -flüssigkeit zu regulieren. Bei Fieber kann man Schafgarbentee trinken oder 8 Tassen Tee in ein heißes Bad geben.

Weiterhin hat die Schafgarbe eine starke Wirkung auf das Blut, indem sie den Blutdruck senkt und die Blutgefäße erweitert. Sie strafft und stärkt die Gefäße und eignet sich hervorragend zur Behandlung von Prellungen, Blutungen und Gerinnungsproblemen. Zudem kann sie äußerlich zur Wundheilung eingesetzt werden. Eine weitere Anwendungsform eröffnet ihre antibakteriellen Eigenschaften und macht sie zu einer hervorragenden Wahl bei Harnwegsinfektionen. Sie stärkt die Blase, lindert häufigen Harndrang und verringert das Risiko einer erneuten Infektion. Gleichzeitig werden Schmerzen gelindert.

Die Schafgarbe wird seit Langem in der europäischen, indianischen und chinesischen Medizin verwendet. In der chinesischen Medizin ist sie als Ya Luo bekannt und kann sowohl das Qi (Energie) als auch das Blut bewegen. Sie hilft bei Fieber, Erkältungen, Grippe, Kopfschmerzen, Krampfadern, Hämorrhoiden, Blasenentzündungen, Harnsteinen, häufigem Harndrang und starker oder verspäteter Menstruation. Zudem besitzt sie in der chinesischen Medizin eine spirituelle Komponente und verkörpert Gesundheit, Glück und Wohlbefinden.

Heilende Wirkung: beseitigt Giftstoffe, senkt Fieber und hilft bei Harnwegsinfektionen und Wundheilung

Verwendbare Pflanzenteile: Alles außer Wurzeln

Sammeln: Der gesamte oberirdische Teil der Pflanze kann während der Blütezeit (zwischen Frühsommer und Frühherbst) gesammelt werden.

Zubereitung (für einen Tee): Kochendes Wasser über ein bis zwei Teelöffel des getrockneten Krauts gießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Bei Fieber empfiehlt sich das Trinken des Tees etwa jede Stunde.

Nr. 3: Sonnenhut

Der Sonnenhut (Echinacea angustifolia) ist ein wirksames Mittel gegen Infektionen. Ihre hübschen gänseblümchenähnlichen Blüten, deren Farbe von weiß über rosa bis hellviolett reicht, sind auch optisch eine Bereicherung für den Garten.

In den letzten Jahren hat sich der Sonnenhut zu einem beliebten Mittel gegen Erkältungen und Grippe entwickelt. So ist er heute als Tee, Nahrungsergänzungsmittel, Lutschtabletten oder Tinkturen erhältlich. Es stärkt das Immunsystem und befreit den Körper von Erkältungen und Grippe.

Weiterhin ist der Sonnenhut für seine antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften bekannt. Vor allem seine Fähigkeit, alle Arten von Infektionen (insbesondere im Bereich der oberen Atemwege) zu behandeln, werden heute geschätzt. So ergab beispielsweise eine 2016 erschienene Studie, dass die viermonatige Einnahme von Sonnenhut die Anzahl starker Erkältungen deutlich verringert.

Aber auch für die äußere Anwendung ist die Pflanze bestens geeignet. So ist sie bei Wunden und Schnitten wirksam, wenn es als Creme aufgetragen wird. Weiterhin kann sie als biologische Alternative für Mundspülung eingesetzt werden. Sie reduziert Munderkrankungen wie Gingivitis und Parodontitis.

Heilende Wirkung: lindert Infektionen, Erkältung und Grippe, stärkt das Immunsystem, wirkt reinigend für Wunden und Schnitte

Verwendbare Pflanzenteile: Blüten und Wurzeln

Sammeln: Die Wurzeln sollten im Herbst geerntet werden.

Zubereitung (für einen Tee): Wasser über ein bis zwei Teelöffel der Wurzeln gießen und langsam zum Kochen bringen. Anschließend 10 bis 15 Minuten ziehen lassen.

Nr. 4: Römische Kamille

Kamille (Chamaemelum nobile) ist ein sehr vielseitiges Kraut. Sie ist ein hochwirksames, aber sanftes Beruhigungsmittel, das auch bei Kindern sicher angewendet werden kann. Oft wird sie in Kombination mit anderen Kräutern verwendet, um eine entspannende Wirkung zu erzielen und kann bei Schlaflosigkeit, Angstzuständen und Stress helfen.

Zudem beeinflusst die Kamille das Verdauungssystem und kann bei Blähungen angewendet werden. Sie entspannt die Magenmuskulatur und unterstützt die Bewegung der Nahrung durch das Verdauungssystem.

Weiterhin besitzt die römische Kamille entzündungshemmende, schmerzlindernde, antiseptische und schweißtreibende Eigenschaften. So wird sie gern bei Entzündungen eingesetzt, da sie Schmerzen lindert und das Wachstum von Mikroorganismen bekämpft.

Eine Handvoll Kamillenblüten in eine große Schüssel zu geben, sie mit kochendem Wasser zu übergießen und den Dampf einzuatmen, ist ein natürliches Mittel gegen verstopfte Nasen und andere Entzündungen der oberen Atemwege. Das abgekühlte Wasser kann man zudem gegen Schmerzen und Schwellungen auf die Augen tropfen. Eine weitere äußere Anwendung ist in Form von Cremes oder Balsam möglich. Sie beschleunigen die Heilung von diversen Wunden.

Heilende Wirkung: beruhigt das Nervensystem, hilft der Verdauung und wirkt entzündungshemmend

Verwendbare Pflanzenteile: Blüten und Blätter

Sammeln: Die Blüten sollten zwischen dem späten Frühjahr und dem Spätsommer gesammelt werden, wenn sie nicht von Tau oder Regen benetzt sind. Später sollten die Blüten schonend bei nicht zu hoher Temperatur getrocknet werden.

Zubereitung (für einen Tee): Kochendes Wasser über zwei Teelöffel des getrockneten Krauts gießen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Bei Verdauungsproblemen sollte der Tee nach den Mahlzeiten getrunken werden.

Nr. 5: Ringelblume

Die sonnengelb-orangefarbenen Blüten der Ringelblume (Calendula officinalis) sind nicht nur ein schöner Farbtupfer in jedem Garten, sondern helfen auch bei einer Vielzahl von gängigen Beschwerden.

So hilft die Ringelblume besonders gut gegen Hautentzündungen sowie bei äußeren Blutungen, Wunden, Quetschungen, Zerrungen und leichten Verbrennungen. Hierfür wird die Pflanze zu Balsam, Cremes, Umschlägen oder Kompressen verarbeitet.

Darüber hinaus wird die Ringelblume zur Linderung von Gallenblasenproblemen und Verdauungsstörungen eingesetzt und hilft bei Magengeschwüren. Ebenso die Behandlung von inneren und äußeren Pilzinfektionen ist durch ihre antimykotische Eigenschaft möglich. Auch bei verspäteter Menstruation und schmerzhaften Perioden ist die Ringelblume ein hilfreiches Mittel.

Doch die Pflanzen sind nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere eine Bereicherung. Wer Hühner züchtet, kann Ringelblumen als ausgezeichnete Ergänzung zum normalen Hühnerfutter zugeben. Diese verbessern die Gesundheit der Hühner und die Qualität ihrer Eier. So ergab eine Studie, dass mit Ringelblumen gefütterte Hühner gesündere Eier mit deutlich weniger Cholesterin legen.

Heilende Wirkung: unterstützt die Verdauung und hilft gegen Hautentzündungen, Gallenblasenproblemen, Pilzinfektionen und Magengeschwüre

Verwendbare Pflanzenteile: gelbe Blütenblätter (Röschen)

Sammeln: Sowohl die gesamten Blütenstände als auch die Blütenblätter können zwischen Frühsommer und Frühherbst gesammelt werden. Vorsicht: Die Blüten müssen sehr sorgfältig getrocknet werden, damit keine Verfärbungen entstehen.

Zubereitung (für einen Tee): Kochendes Wasser über ein bis zwei Teelöffel der getrockneten Blüten gießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen.

Nr. 6: Wollziest

Der Wollziest (Stachys byzantina), auch Eselsohr oder Hasenohr genannt, wird wegen seiner flauschigen Blätter, die wie weiche Ohren aussehen, oft als Zierpflanze angebaut. Diese Art gehört zur Familie der Minzen und stammt aus dem Nahen Osten. Das Heilkraut ist einfach anzubauen, benötigt volle Sonne und Staunässe freien Boden.

Die Pflanze hat antiseptische und bindende Eigenschaften, weshalb sie sich hervorragend zur Heilung von Wunden, Schnitten und Kratzern eignet. Diese beschleunigende Wirkung wird erzielt, indem die sauberen Blätter direkt auf die Haut gelegt werden. In der Vergangenheit wurde Wollziest sogar als Verbandsmaterial verwendet. Auch eine alternative Nutzung als Toilettenpapier ist möglich.

In einer 2021 erschienenen Studie konnten Wissenschaftler zudem die antimikrobielle Fähigkeit des Wollziests sowie zweier weiterer Arten derselben Gattung (Stachys) nachweisen.

Heilende Wirkung: wirkt antimikrobiell und kann als natürliche Verbände sowie zur Beschleunigung der Heilung von Schnitten, Wunden und Verbrennungen eingesetzt werden

Verwendbare Pflanzenteile: Blüten und Blätter

Sammeln: Oberirdischen Pflanzenteile können zur Blütezeit im Hochsommer geerntet werden

Zubereitung: Die Blätter können vollständig und direkt auf Schnitte und Wunden gelegen werden. Bei Insektenstiche empfiehlt sich, die Blätter vorher zu zerdrücken. Ein Tee aus den getrockneten Blättern hilft bei Erkältungen und Infektionen des Zahnfleisches und des Rachens. Der abgekühlte Tee kann als Augenspülung bei Augenentzündungen verwendet werden.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: „6 Medicinal Herbs You Should Be Growing in Your Garden“ (deutsche Bearbeitung ger)



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