Kommunistische Partei Chinas wollte 1989 in letzter Minute die DDR retten

Von 17. November 2019 Aktualisiert: 17. November 2019 14:37
Die Kommunistische Partei Chinas wollte noch kurz vor dem Mauerfall das "Bruderland DDR" durch eine Entsendung chinesischer Arbeitskräfte vor dem wirtschaftlichen Kollaps retten. Dies wurde nun durch ein brisantes DDR-Schriftstück, das nach 30 Jahren diplomatischer Schutzfrist vom politischen Archiv des Auswärtigen Amtes freigegeben wurde, bekannt.

Am 27. Oktober 1989 – also genau zwei Wochen vor dem Mauerfall – rief der chinesische Minister für Wohnungsbau, Lin Hanxiong, den DDR-Botschafter in Peking, Rolf Berthold, zu sich. Aus den jetzt in den Akten gefundenen stichwortartig verfassten Blitz-Telegramm an die DDR-Führung von Berthold, zu dem Gespräch, geht hervor, dass die chinesische Führung für die gemeinsame Sache – dem „Weltsozialismus“ – helfen wollte. Die „Welt“ berichtete.

Berthold schrieb in dem Telegramm, das am 27. Oktober 1989 nach Ostberlin ging: „Lin äußerte, dass Schicksal des Sozialismus in der DDR von strategischer Bedeutung für Weltsozialismus, nicht zuletzt für Möglichkeit Sieg Sozialismus in China. Führung KP Chinas sei bereit, alles Mögliche zu tun, um Sicherung Sozialismus in der DDR zu unterstützen. Angesichts komplizierter Arbeitskräftelage in DDR könnte China von DDR gewünschte Anzahl und gewünschte Qualifikation an Arbeitskräften zur Verfügung stellen. VR China erwarte keine Bezahlung in Devisen, da es sich um politische Hilfe handeln würde. Verrechnung könne in Warenlieferungen erfolgen. China sei bereit, sehr schnell aktiv zu werden; Lin könne kurzfristig nach Ost-Berlin reisen. Er erbitte aber vor der nächsten Sitzung des Zentralkomitees der chinesischen KP Anfang November 1989 die „Meinung DDR“.“

Der „Eiserne Vorhang“ an ungarisch-österreichischer Grenze gefallen

Die Lage in Osteuropa und der DDR war aus Sicht der Pekinger Kommunisten 1989 mehr als ernst. Bürgerproteste auf den Straßen der DDR nahmen immer größere Ausmaße an. Die Besetzungen der BRD-Botschaften in Warschau und Prag, mit der anschließenden Ausreise der DDR-Bürger in den Westen und die ungarisch-österreichische Grenzöffnung, vom 10. auf den 11. September 1989, verschärften die Situation weiter.

Allein in den ersten drei Wochen der ungarisch-österreichischen Grenzöffnung sollen mehr als 25.000 DDR-Bürger nach Österreich geflohen sein. Auch, das danach durch die DDR-Führung ausgesprochene Reiseverbot nach Ungarn, konnte die einsetzende Fluchtwelle nicht mehr aufhalten.

Damit war der „Eiserne Vorhang“ gefallen. Gerade junge gut ausgebildete Arbeitskräfte verließen daraufhin in großer Zahl die DDR. Hinzu kamen erste Arbeitskämpfe und Streiks im Süden der DDR. Dadurch fehlten zunehmend Arbeitskräfte in den Produktionseinheiten und der DDR drohte endgültig der Kollaps.

In China wurde einige Monate zuvor am 3. und 4. Juni gewaltsam eine Protestbewegung für mehr Demokratie – mit Studenten, der sich aber auch andere Gesellschaftsschichten anschlossen – durch die kommunistische chinesische Führung gewaltsam niedergeschlagen.

DDR-Führung deckte das Massaker 1989 in Peking

Anders als viele ausländische Regierung verurteilte die DDR-Führung nicht das staatlich angeordnete Massaker am 4. Juni in China – im Gegenteil.

In einer Erklärung zum Massaker – das auf und in den Straßen neben dem Pekinger „Platz des Himmlischen Friedens“ stattfand – vorgetragen in der „Volkskammer“ hieß es, dass die chinesische „Volksmacht“ sich gezwungen gesehen habe, „Ordnung und Sicherheit unter Einsatz bewaffneter Kräfte wiederherzustellen“.

Zu den Opfern hieß es: „Bedauerlicherweise“ seien „zahlreiche Verletzte und auch Tote zu beklagen“. Die Abgeordneten applaudieren nach der Verlesung, heißt es in den Überlieferungen dazu.

Am 12. Juni versicherte Oskar Fischer, damaliger Außenminister der DDR, seinem chinesischen Kollegen Qian Qichen die „Solidarität und Verbundenheit mit der Volksrepublik China und dem chinesischen Brudervolk“.

Peking beunruhigt über Entwicklung in DDR und Osteuropa

Peking beobachtete beunruhigt die sich abzeichnenden Umbrüche in mehreren osteuropäischen Ländern und die wachsende Bürgerbewegung, die sich in Kirchengemeinden und auf den Straßen in der DDR formierte. Die wirtschaftlich schon lange angeschlagene DDR, drohte innerlich zu zerbrechen.

Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) war bemüht durch ihren Einfluss die „sozialistischen Bruderländer“, als Land mit einer nahestehenden Ideologie zu halten.

Die DDR lag an der vordersten Front zum „imperialistischen Klassenfeind“ – dem kapitalistischen Westen – daher sah die Pekinger Führung das „Schicksal des Sozialismus in der DDR von strategischer Bedeutung für den Weltsozialismus“, wie der DDR-Botschafter aus der chinesischen Hauptstadt berichtete.

Das Antwortschreiben vom 1. November 1989 der DDR-Führung zeigte sich dementsprechend auch offen für Pekings Angebot. Im Antwortschreiben an Peking hieß es: „Das Politbüro des ZK der SED und der Ministerrat der DDR danken für die Bereitschaft, die DDR durch Entsendung von chinesischen Arbeitskräften zu unterstützen.“

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Ob das Antwortschreiben tatsächlich Peking erreichte, ist ungeklärt. Wie auch immer, die Maueröffnung und damit der Zerfall der sozialistischen DDR war nicht mehr aufzuhalten. Am 9. November lag sich das deutsche Volk erstmals – nach 28 Jahren gewaltsamer Trennung – wieder freudig vereint in den Armen.

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Das sozialistische System in Osteuropa war voll und ganz ein Produkt der Sowjetunion. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf der Konferenz von Jalta die Aufteilung der Macht beschlossen, wodurch Osteuropa in die Hände der Sowjetunion gelangte.

Im östlichen Teil Deutschlands übernahm die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) die Macht mit dem erklärten Staatsziel, einen Sozialismus nach sowjetischem Vorbild aufzubauen. In den ersten Jahren nach 1945 herrschte die Macht der Gewehre, über Nacht wurden beliebig Menschen abgeholt und deportiert. Die SED sicherte ihre Parteidiktatur und Alleinherrschaft später durch die Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) im Jahr 1950 ab.

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