Baustelle (Symbolbild)Foto: über dts Nachrichtenagentur

Millionen-Feuer am Tag der Einheit – Leipziger OB: Staatsschutz ermittelt zu „Terror-Anschlag“

Epoch Times3. Oktober 2019 Aktualisiert: 4. Oktober 2019 15:37
"Dies ist ein Terroranschlag, auf den der Staat mit ganzer Konsequenz antworten muss," sagt Burkhard Jung, der Oberbürgermeister von Leipzig.

Die Worte des Leipziger Polizeipräsident Torsten Schultze waren eindeutig: „Wir gehen von einer vorsätzlichen Tat aus. Wer solches tut, aufgrund welcher Motivation auch immer, und dabei zusätzlich billigend in Kauf nimmt, dass auch Dritte Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt sind, hat jeglichen Wertekompass verloren und agiert verbrecherisch“, so der Polizeichef laut „Freie Presse“.

Die Einsatzkräfte wurden am 3. Oktober, gegen 0.30 Uhr, alarmiert. Als Polizei und Feuerwehr vor Ort ankamen, brannten zwei der drei Kräne bereits lichterloh. Die Gefahr bestand dabei nicht nur aus den umsturzbedrohten Kränen und hoher Rauchentwicklung durch brennendes gelagertes Baumaterial:

Während des Brandes kam es zu mehreren Explosionen am Brandort. Wie sich im Zuge der Löscharbeiten herausstellte, waren (für Bauarbeiten) gelagerte Gasflaschen detoniert.“

(Polizeibericht)

Auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) weiß den Brandanschlag in der Nacht zum Tag der Deutschen Einheit auf der Baustelle des ehemaligen Technischen Rathause deutlich einzuordnen:

Dies ist ein Terroranschlag, auf den der Staat mit ganzer Konsequenz antworten muss.“

(Burkhard Jung, OB Leipzig)

Jung verwies angesichts der schweren Brandstiftung auch auf die große Gefahr für die Anwohner hin und sagte, dass man mit einer massiven Gewalttat konfrontiert sei. Die Täter hätten „kaltblütig ohne Rücksicht auf das Leben der Nachbarn gehandelt“, so der Stadtchef.

Politischer Anschlag möglich

Die Polizei geht davon aus, dass der Anschlag nicht zufällig in der Nacht zum Tag der Deutschen Einheit geschah. Sachsens Staatsschutz-Chef wurde dazu in einem Lagebericht des Landeskriminalamtes (LKA) zitiert:

Ich habe mir bereits ein Bild des Tatortes gemacht. Ein politische motivierter Hintergrund der Tat kann hier nicht ausgeschlossen werden.“

(Dirk Münster, LKA Sachsen, Staatsschutz)

Allerdings werde in alle denkbaren Richtungen ermittelt, so Münster, der anführte, dass nicht nur „erheblicher Sachschaden, sondern offensichtlich auch eine Gefährdung der Menschen auf anliegenden Grundstücken oder Benutzern der Straße in Kauf genommen“ wurde. Die brennenden Kräne hätten jederzeit umstürzen können, so der Staatsschützer.

Drei Baukräne und Bagger angebrannt

Bei dem Anschlag wurden insgesamt drei Baukräne angezündet. Zwei Kräne brannten vollständig aus, der dritte wurde schwer beschädigt. Zudem wurden an einem Bagger Brandspuren entdeckt. Während des Brands sei es zu mehreren Explosionen und Verpuffungen gekommen, berichtete die Polizei. Der Schaden belaufe sich auf mehrere Millionen Euro.


Wegen starker Rauchentwicklung mussten 40 Menschen ihre Wohnungen vorübergehend verlassen, eine Gartenanlage wurde gesperrt. Die Polizei ging nach ersten Bewertungen von Brandstiftung an den Kränen und versuchter Bandstiftung an dem Bagger aus. Da eine politische Motivation nicht ausgeschlossen wurde, übernahm das polizeiliche Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum des sächsischen Landeskriminalamts die weiteren Ermittlungen.

Ein politisch motivierter Hintergrund der Tat sei „insbesondere am heutigen Datum, dem Tag der Deutschen Einheit“, nicht auszuschließen, erklärte der Leiter der Abteilung Staatsschutz beim Landeskriminalamt, Dirk Münster. Unabhängig davon werde „in alle denkbaren Richtungen ermittelt“. Auf der Baustelle wird ein Gebäude zu einem Wohn- und Geschäftshaus umgebaut. Die Ermittler baten mögliche Zeugen des Geschehens, sich zu melden. (afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion