Missbrauchsskandal: Beschlagnahmtes Material laut Polizei „abscheulicher Dreck“ – Elf Verhaftungen

Epoch Times6. Juni 2020 Aktualisiert: 6. Juni 2020 21:45
Im Zuge von Ermittlungen wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sind in mehreren Bundesländern insgesamt elf Tatverdächtige festgenommen worden. Bei der Sicherstellung von 500 Terabyte kinderpornografischem Videomaterial seien selbst erfahrene Kriminalbeamte an ihre Grenzen gestoßen - "abscheulichen Dreck" nannte es der Polizeipräsident.

Den Verhaftungen vorausgegangen waren am Donnerstag und Freitag Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Brandenburg.

Drei der Festnahmen erfolgten laut Polizei im Mai, die übrigen an diesem Freitag. Mutmaßlicher Haupttäter sei ein 27-jähriger Mann aus Münster, der bereits am 14. Mai festgenommen worden sei. Missbraucht worden seien von ihm und weiteren Männern drei Jungen im Alter von fünf, zehn und zwölf Jahren.

Dabei wurde der Zehnjährige von der Polizei als Hauptopfer beschrieben. Er sei vom Lebensgefährten seiner Mutter zwischen November 2018 und Mai 2019 missbraucht worden. Nach Angaben der Polizei sei der Junge über das Darknet „quasi verkauft worden“.

Bei den weiteren Inhaftierten handelt es sich um einen 30-jährigen Mann aus Staufenberg bei Gießen, einen 35-Jährigen aus Hannover, einen 42-Jährigen aus dem brandenburgischen Schorfheide, einen 43-Jährigen aus Kassel und einen 41-Jährigen aus Köln. Dazu kommt die 45-jährige Mutter des 27-Jährigen mutmaßlichen Haupttäters, die von den Taten gewusst und diese aktiv unterstützt haben soll.

Gartenlaube in Münster als wiederholter Tatort

Zahlreiche schwere Missbrauchshandlungen erfolgten demnach in einer Gartenlaube in Münster, die der 45-Jährigen und über sie ihrem Sohn zur Verfügung stand. Bei dem Zehnjährigen handelt es sich laut Polizei um den Sohn der Lebensgefährtin des 27-Jährigen. Der Fünfjährige sei der Sohn des Beschuldigten aus Staufenberg, der Zwölfjährige der Neffe des Beschuldigten aus Kassel.

Der 27-Jährige war 2016 und 2017 zweimal wegen des Zugänglichmachens kinderpornografischer Schriften zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Er sei auch zu einer Therapie verpflichtet worden, die er auch absolviert habe.

Die Ermittlungen liefen demnach seit einigen Wochen. Die Beamten waren im Zuge von Ermittlungen wegen Kinderpornografie in einem anderen Fall auf die nun untersuchten Straftaten aufmerksam geworden.

„Abscheulicher Dreck“ – selbst erfahrene Kriminalbeamten stießen an ihre Grenzen

Den Ermittlern sei es bis heute nicht gelungen, alle Daten zu entschlüsseln. Der Leiter der Ermittlungen Joachim Poll sprach von aufwendigen, kniffligen und mit viel Technik verbundenen Ermittlungen. Dokumentiert seien unter anderem auf einem Laptop, den die Ermittler entschlüsseln konnten, eine große Zahl schwerer Missbrauchsfälle, von denen die Täter Videoaufnahmen gemacht hatten. Umfangreiches Datenmaterial im Volumen von über 500 Terabyte sei sichergestellt worden – „abscheulicher Dreck“, so Polizeipräsident Rainer Furth.

Auch weitere Beschuldigte seien aus der IT-Branche. „Diese Menschen, wenn man sie so bezeichnen darf“, seien sehr perfide vorgegangen, erklärte Poll. In dem Fall hätten die Ermittler „unfassbare“ Bilder sehen müssen, erklärte der Chefermittler, bei einer Pressekonferenz am Samstag (6. Juni). Es handle sich um sexuelle Handlungen schwerster Art, die von den vier erwachsenen Männern begangen worden seien. „Sie können es sich nicht vorstellen“, sagte er.

Selbst die erfahrensten Kriminalbeamten sind an die Grenzen des menschlich erträglichen gestoßen und weit darüber hinaus“, meinte Polizeipräsident Rainer Furth.

Kinder in Obhut des Jugendamtes

Alle drei Opfer seien nun in der Obhut der Jugendämter. Die missbrauchten Kinder sollen vor den Taten betäubt worden sein. Körperliche Verletzungen haben die Kinder keine davongetragen. Gegen sieben der elf Tatverdächtigen wurde Untersuchungshaft angeordnet. Bisher schweigen alle Verdächtigen. (afp/rm)



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