Corona-Schnelltest (Symbolbild).Foto: Swen Pförtner/dpa/dpa

Ex-Neukölln-Bürgermeister Buschkowsky: Test-Betrug in Berlin „riecht nach Großfamilien“

Von 30. Juli 2021 Aktualisiert: 31. Juli 2021 3:10
Man eröffne ein Testcenter, rechne nicht nachweisbar stattgefundene Tests ab und bekomme Geld dafür vom Staat. Gleichzeitig sorgt die staatliche Corona-Politik mit der angeordneten Testpflicht für zahlreichen Nachschub an Kunden. Die kriminellen Clans sind dabei: „Wenn es da den schnellen Euro abzuzocken gilt, dann sind sie sofort bei der Stelle.“ (Buschkowsky)

Am Mittwoch waren rund 200 Polizisten bei einer Großrazzia in Berlin gegen mutmaßliche Corona-Test-Betrüger im Einsatz. Untersucht wurden rund 150 Teststellen, die unter Verdacht stehen, bei den Abrechnungen der Steuer-finanzierten und für die Bürger kostenlosen Corona-Schnelltests Abrechnungsbetrug begangen zu haben. Wie Martin Steltner, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, erklärte, sei es aufgrund früherer Untersuchungen in Teststellen in Berlin-Neukölln zu Verdachtsmomenten involvierter krimineller Clanstrukturen gekommen.

Buschkowsky: „Das riecht nach (…) Großfamilien“

Angesichts der jüngsten Ereignisse zum Testbetrug in Berlin sprach die „Bild“ mit Buschkowsky, der deutlich machte: „Das riecht alles sehr nach organisierter Kriminalität, und die ist in Berlin in Händen von im Familienkreis organisierten Großfamilien. Und wenn es da den schnellen Euro zu kassieren und abzuzocken gilt, dann sind sie sofort bei der Stelle.“

Man kenne das Treiben dieser Familien, die Namen seien alle bekannt. Seit rund 25 Jahren schon würden diese die Behörden an der Nase herumführen. Die Clans seien im Familienkreis organisiert, man habe „so gut wie keine Chance von außen dort Leute einzuschleusen“, weiß der ehemalige Bezirksbürgermeister.

Politische Ideologie nährte kriminelle Clans

Im Volksmund sagt man: „Wenn der Gärtner schläft, sät der Teufel Unkraut.“ In diesem Sinne macht auch Heinz Buschkowsky Politik und Behörden für die kriminellen Auswüchse in Berlin verantwortlich, die hätten nämlich diese Familien erst groß werden lassen. Das sei auch immer schön geredet worden: ‚Ach, es sind ja nicht alle kriminell und es gibt ja auch ganz viele nette Jungs und Mädels unter ihnen. Seien wir mal nicht so böse‘“, erklärte Buschkowsky. Und so habe dort ein Netz entstehen können, das „heute so gut wie überhaupt nicht mehr kontrollierbar ist.“ Die Sicherheitsorgane könnten nur noch hinterherrennen.

Neukölln: bunt und problematisch

Lange Jahre war Heinz Buschkowsky Bezirksbürgermeister in Neukölln, von 2001 bis 2015. Er gilt als einer, der Probleme anspricht, auch wenn seine „Parteifreunde“ das nicht so gerne hören mögen. Von Multikulti hält Buschkowsky eher wenig. Er hält das Konzept für gescheitert, wie in einem Interview mit der „Welt“ deutlich wurde. Bei einem Bezirk wie Neukölln mit rund 160 Nationalitäten könnte das verwundern.

Denn Neukölln gilt nicht zufällig als Problem-Kiez und sozialer Brennpunkt. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 15,4 Prozent und der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund liegt bei 47,6 Prozent und 26,1 Prozent davon sind ausländische Staatsbürger. Nach Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte ist Neukölln einer der am dichtesten besiedelten Bezirke der Bundeshauptstadt. Er gehört neben den beiden genannten Bezirken und Charlottenburg-Wilmersdorf zu den vier Bezirken Berlins mit den meisten Straftaten.



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