„Bitte steht uns bei!“ – Hongkongs Demokratie-Teenager werfen Polizei Vergewaltigungen vor

Epoch Times29. Juni 2020 Aktualisiert: 3. Juli 2020 16:41
Hongkonger Teenager der Demokratie-Bewegung werfen der Polizei Vergewaltigungen vor. Sie bitten Amerika und die freie Welt: "Bitte steht uns bei!"

Hongkong’s Pro-Demokratie-Demonstranten sind nicht nur mit Tränengas und Schlagstöcken konfrontiert, einige beschuldigen die Polizei, vergewaltigt worden zu sein. Nur wenige sprechen davon – aus Angst vor Vergeltung. Seit jedoch Hongkongs Schicksal unter der Aggression Pekings immer schlimmer wird, melden sich immer mehr Opfer von Vergewaltigungen und anderen sexuellen Übergriffen zu Wort.

Nach diesem traumatischen Erlebnis musste ich aus Angst oft weinen, wenn ich laute Geräusche hörte. Ich habe dreimal versucht, mir das Leben zu nehmen.“

(K., 17, weiblich)

Es gibt immer mehr Opfer, die der Hongkonger Polizei sexuelle Übergriffe vorwerfen. Es begann mit den Demokratie-Protesten im vergangenen Jahr.

Die Anschuldigungen kursieren schon seit Beginn der Proteste, doch nur wenige sprechen darüber – aus Angst vor Vergeltung.

Der Mut der Verzweiflung

Doch die Situation hat sich inzwischen geändert. In einem neu veröffentlichten Video, fordern die Opfer die Welt auf, sich gegen „die Vergewaltigung Hongkongs“ zu wehren.

Eine 17-jährige Studentin im Video berichtet während einer Pressekonferenz über ihre Erfahrungen.

Ich begann auch, Alpträume zu bekommen. Ich will nicht zugeben, dass ich wegen der sexuellen Schikane durch die Polizei einen emotionalen Zusammenbruch hatte.“

(Studentin, 17, Hongkong)

Sonia Ng, 25, Studentin an der Chinese University of Hong Kong, erhob diese Vorwürfe im vergangenen Oktober unter ihrem richtigen Namen. In einer herzzerreißenden Rede auf dem Campus plädierte sie an die Schulbeamten, die Studenten zu unterstützen.

Jede Nacht denke ich daran zurück. Ich hatte solche Angst. Um zwei Uhr morgens schrie die Polizei ‚Nicht reden‘ und fesselte meine Hände hinter meinem Rücken. Dann schickten sie mich ins Gefangenenlager San Uk Ling. Der Durchsuchungsraum war völlig dunkel. Ich wusste nicht, was passieren würde.

Nachdem wir hineingegangen waren, waren wir wie auf deren Hackbrett. Sie konnten uns beschimpfen, wenn sie wollten. Sie konnten uns verprügeln, wenn sie wollten. Sie konnten uns sexuell angreifen, wenn sie wollten. Und ich konnte mich nicht verteidigen. Verstehen Sie?“

(Sonia Ng, 25, Studentin, Hongkong)

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Vergewaltigungsopfer muss nach Anzeige fliehen

Die Besorgnis über die Übergriffe machte im vergangenen Jahr weltweit Schlagzeilen, als eine 19-jährige Frau im Oktober eine Klage gegen die Hongkonger Polizei einreichte. Sie wurde während der Haft gruppenvergewaltigt und entdeckte später, dass sie schwanger war.

Im Mai erließ Hongkongs Polizeikommissar den Befehl, das Mädchen wegen angeblicher „Falschaussage“ zu verhaften. Inzwischen musste sie aus Hongkong fliehen, nach Taiwan.

Die Polizei in Hongkong wies zwar die Anschuldigungen zurück, aber ein südkoreanischer Fernsehsender interviewte im vergangenen November einen anonymen Hongkonger Polizeibeamten. Der Polizist sagte, dass diese Fälle von Übergriffen nicht nur real, sondern auch weiter verbreitet seien, als den Menschen bewusst sei.

Mindestens zwei Fälle werden untersucht, Fälle, in denen Demonstranten vergewaltigt wurden, die auch von Ärzten überprüft wurden. Es gibt tatsächlich mehr als zwei, aber zumindest diese beiden werden untersucht. Tatsächlich gibt es eine größere Anzahl von Fällen… wie z.B. schwer verletzte Menschen und viele körperliche Misshandlungen.“

(Hongkong-Polizist, anonym)

Umfrage brachte 70 Fälle hervor

Eine Organisation in Hongkong führte im vergangenen Winter eine Umfrage durch. Es gingen fast 70 Antworten mit Anschuldigungen zu sexuellen Übergriffen während der Proteste ein. Fast die Hälfte beschloss, es nicht zu melden, weil die Täter Polizisten oder andere Mitarbeiter von Strafverfolgungsbehörden waren.

Deshalb appellieren wir an dich, Amerika, den Führer der freien Welt.
Bitte steht uns bei und wir werden den Weg für ein neues China in der Welt ebnen.
Wir bitten um eure Hilfe.“

(Video-Appell)

Unter den Demonstranten herrscht der weit verbreitete Verdacht, dass einige der Polizisten keine örtlichen Ordnungskräfte sind, sondern aus China geschickte Polizisten. Am Ende des Videos äußerten sich die Opfer besorgt über das zunehmend harte Vorgehen Pekings gegen Hongkong und baten die USA um Hilfe. (sm)