Chinesische Redewendung: Zhuang Zhou träumt einen Schmetterling 莊周夢蝶

Von 21. November 2013 Aktualisiert: 21. November 2013 14:50

Die chinesische Redewendung 莊周夢蝶 (zhuāng zhōu mèng dié) bedeutet wörtlich übersetzt „Zhuang Zhou träumt einen Schmetterling“.

Zhuang Zhou, auch bekannt als Zhuang Zi, war ein berühmter taoistischer Philosoph während der Zeit der Streitenden Reiche (475 v. Chr. und 221 v. Chr.). Zhuang Zhou war von einem besonders lebhaften Traum berührt, einem Traum, der ihn über die Wirklichkeit seiner Existenz nachdenken ließ.

Eines Nachts träumte Zhuang Zhou, er wäre ein Schmetterling, der mit sorgloser Leichtigkeit herumflog. Der Traum war so real, dass er, als er erwachte, sich fragte, ob er Zhunag Zhou war, der geträumt hatte, er sei ein Schmetterling, oder ob er wirklich ein Schmetterling war, der träumte, er sei Zhuang Zhou. Wenn ein Traum real scheint, wie kann man feststellen, was die Realität ist?

Zhuang Zhou stellte die Frage „Sind wir wach oder träumen wir?“ und hinterfragte die menschlichen Vorstellungen von Realität und Illusion. Er untersuchte Beziehungen und Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Bereichen und Dimensionen, zwischen der Traumwelt und der sogenannten Realität.

Kaiser Ming der westlichen Han-Dynastie (28 – 75 n. Chr.) war ebenfalls von einem Traum inspiriert, einem Traum, in dem er einen riesigen, goldenen Mann beobachtete, der vom Himmel herabstieg. Nach seiner Interpretation dieses Traumes sorgte Kaiser Ming für die weite Verbreitung des Buddhismus in China.

Diese Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie die alten Chinesen die Beziehungen zwischen Träumen und Realität verstanden und vermittelten. Sie zeigt auch, wie die Traumwelt, oder die andere Dimension, beteiligt ist, die Geschichte der Realität, die unsere Dimension ist, zu prägen.

Der Begriff hinter der chinesischen Redewendung 莊周夢蝶 wurde auch in verschiedenen Arten in anderen Kulturen dargestellt: als philosophische Theorien, Fundament für spirituelle Suche und grundlegende Fragen zum menschlichen Zustand.

Der französische Philosoph René Descartes erkundete das „Traum/Wirklichkeits-Argument“ in seinen Meditationen über die Erste Philosophie.

Zu den heutigen filmischen Annäherungen zur Erforschung dieses Konzepts gehört The Matrix, in welchem Neos Entscheidung zwischen zwei Pillen dazu führen würde, weiterhin in der „Traumwelt“ zu leben, oder ihn in die Wirklichkeit seiner Existenz aufzuwecken.

In dem Film Inception tragen die Personen ein Zeichen, um sich selbst zu vergewissern in dem, was sie für die Realität halten, während sie zwischen verschiedenen Ebenen von Träumen schweben mit dem Risiko, sich für immer darin zu verlieren.   

Traum oder Wirklichkeit? Zhuang Zhous Frage ist heute ebenso wichtig für jene, die sich mit spiritueller Suche befassen, also für Menschen, die aufrichtig nach Erleuchtung suchen.

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