Chinas Null-COVID-Politik zwingt immer mehr Menschen zu Hungern.
Polizeibeamte überprüfen am 1. September 2022 an einer Straßensperre die Personalien von Bürgern, die wegen des Ausbruchs von COVID-19 in Chengdu in der südwestlichen Provinz Sichuan, China, Einschränkungen unterliegen.Foto: CNS/AFP via Getty Images

Chinas Null-COVID-Politik zwingt Menschen übers Familienfest zu hungern

Von 13. September 2022 Aktualisiert: 13. September 2022 20:23
Am 10. September, dem Tag des traditionellen chinesischen Mondfestes, meldete das kommunistische Regime Chinas neue COVID-19-Fälle und ließ weitere Städte und Bezirke abriegeln. Viele Chinesen hungern aufgrund der Null-COVID-Politik nun in der Zeit des wichtigen Familienfestes, weil die Lebensmittelversorgung durch Lockdowns unterbrochen wurde. Hausschweine fangen bereits an, sich gegenseitig zu fressen.

Die Behörden in Peking gaben neun neue COVID-19-Infektionen im Bezirk Chaoyang bekannt. Es handelt sich dabei ausschließlich um Studenten der chinesischen Kommunikationsuniversität. Weitere 584 Personen an der Universität wurden als enge Kontaktpersonen der Infizierten identifiziert. Die Universität, die nahe gelegene Pekinger Universität für Internationale Studien und die umliegenden Stadtteile wurden auf Grundlage der Null-COVID-Politik seitdem abgeriegelt. Alle Bewohner der Gebiete müssen sich PCR-Tests unterziehen.

Am selben Tag verhängten die lokalen Behörden in der nordwestlichen Provinz Gansu wegen der Entdeckung neuer COVID-19-Fälle eine dreitägige Ausgangssperre für einen ganzen Bezirk in der Stadt Qingyang. In der ostchinesischen Provinz Shandong haben die Behörden in fünf Gebieten der Stadt Qingdao Ein- und Ausreisebeschränkungen verhängt, nachdem sie diese zu Hochrisikogebieten erklärt hatten.

In der Zwischenzeit leben und leiden fast 300 Millionen Chinesen weiterhin unter den verschiedenen strengen Ausgangssperren in ganz China, die das Regime aufgrund seiner „Null-Kontrollpolitik“ verhängt hat.

Behörden verkaufen Lebensmittelspenden – Bürger hungern

In der Xinjiang Provinz, einer mehrheitlich uigurisch-muslimischen Region in Nordwest-China, ist die Präfektur Ili seit Ende Juli abgeriegelt. Einige Anwohner haben seit vielen Tagen keine Lebensmittel mehr. Während des Mondfestes haben sie in den sozialen Medien um Hilfe gebeten.

Frau Lin, eine Einwohnerin der Stadt Yining in der Präfektur Ili, sagte der Epoch Times am 9. September, dass vielen Menschen die Lebensmittel und andere Güter ausgegangen sind.

Die Behörden erhalten zwar Spenden, aber die Präfekturen bekommen keine Lieferungen, sagt die Einwohnerin aus der Präfektur Ili. Sie fügte hinzu, dass sich die meisten Menschen dort keine Waren leisten können, die man im Internet bestellt, weil sie erheblich teuer sind. 

„Niemand in unserer Gemeinde hat von den anderen Provinzen gespendete Lebensmittel und Vorräte erhalten“, sagte sie. „Sie wurden alle vom Gemeindebüro [der KPC] genommen und zu sehr hohen Preisen an die Einheimischen verkauft. Wie viele Familien können sich das hochpreisige Gemüse leisten? Viele von ihnen haben seit mehr als einem Monat keinen Lohn mehr erhalten.“

Sie trauen sich auch nicht mehr, noch mehr solcher Nachrichten auf dem Videoportal TikTok zu veröffentlichen, weil „man nicht an der Online-Zensur vorbeikommt und das Konto gesperrt wird“.

Frau Wang aus dem Kreis Yining in der Präfektur Ili ist seit 22 Tagen in einem Quarantänezentrum, erzählte sie der Epoch Times. Nach Hause darf sie nicht.

„Ursprünglich ging es mir gut“, erzählte sie. Sie war noch nicht mal eine enge Kontaktperson, trotzdem haben die Behörden sie in das Quarantänezentrum Nangyuan gebracht. „Die Menschen, die zur gleichen Zeit hierherkamen, haben sich alle hier angesteckt“, sagte sie.

Sie stehe kurz vor einem Nervenzusammenbruch und habe das Gefühl, dass sie nicht mehr weitermachen könne. „Ich habe seit drei Tagen nichts mehr gegessen, und ich habe solche Angst, dass ich wirklich nichts mehr essen kann.“

Gefährdete Tiere sind von Futterknappheit bedroht

Der Wildpark von Guizhou im Südwesten Chinas wurde aufgrund von „Null-COVID“-Kontrollmaßnahmen geschlossen.

Einige Tage vor dem Mondfest veröffentlichte der Park einen dringenden Aufruf, in dem Menschen im ganzen Land gebeten werden, bei den Nahrungsmitteln für die Tiere zu helfen. Vor allem nach lebenden Hühnern und Fischen wird gefragt. Sie wollen damit verhindern, dass die vom Aussterben bedrohten Tiere wie sibirische, weiß-bengalische und südchinesische Tiger, Pandas, Krokodile und Zebras verhungern.

Dem Aufruf zufolge sind 70 Prozent der Wildtiere im Park international geschützt. Der Park soll zwar über genügend Viehfutter für mindestens zehn Tage verfügen, aber die Vorräte gehen bereits zur Neige. Der Park ist seit dem 5. September geschlossen und niemand weiß, wie lange das so bleibt.

Null-COVID-Politik fördert Kannibalismus – unter Schweinen

Zuvor hatte die Politik des Regimes im Juli zu einer Futterknappheit geführt. Diese führte wiederum zu dem Phänomen, dass Schweine angefangen haben, sich gegenseitig aufzufressen.

Das Video über den Schweinekannibalismus wurde zwar mittlerweile von YouTube entfernt, Medien haben dennoch darüber berichtet. In dem Video ist zu sehen, wie Schweine auf einem Bauernhof in China ein verstorbenes Schwein verspeisen.

Tang Jingyuan, ein unabhängiger Kommentator zu Chinapolitik aus New York, sagte der Epoch Times, dass die Futterknappheit eine Folge der Unterbrechung der Lebensmittelsicherheit und der Lieferketten in ganz China sei. Wenn die Absperrungen weitflächig durchgeführt werden, werden sie auch der chinesischen Wirtschaft schaden.

Im Vorfeld des KP-Parteitages im Oktober haben die lokalen Behörden landesweit die „Null-COVID“-Politik weiter verschärft. Dadurch werden Handel, Verkehr und das tägliche Leben weiter gestört.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: CCP’s COVID Lockdowns During Mid-Autumn Festival Leave Many Starving (deutsche Bearbeitung von sza)



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