Chen Guangcheng winkt, an der Seite seiner Frau Yuan Weijing, bei der Ankunft auf dem Campus der Universität von New York.Foto: Andy Jacobsohn/Getty Images

Chen Guangcheng aus China in den USA angekommen

NEW YORK – Am Samstagabend ist der blinde chinesische Bürgerrechtler  Chen Guangcheng mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in der Residenz der New York University in der Mercer Street in Lower Manhattan New York angekommen.

Es war ein Tag der Freude für Menschenrechtsaktivisten, Politiker und Unterstützer, die Chen Guangcheng  beim Kampf um seine Freiheit geholfen hatten. Chens weitere Familie musste aber in China bleiben unter dem bedrohlichen Schatten der Sicherheitskräfte des chinesischen Regimes.

„Im kritischsten Moment gab die US-Botschaft in China mir die Gelegenheit, für ein Notfall-Asyl und half mir, durch die gefährlichste Zeit zu kommen. Die amerikanische Regierung half mir enorm“, sagte Chen vor der Presse nach der Ankunft in seiner Residenz, wo eine jubelnde Menschenmenge hinter einer Polizeikette stand.

Er dankte den US-Beamten für ihre Bemühungen, ihn zu retten.

„Die Vergeltungsschläge in Shandong wurden nicht weniger und meine Rechte als Rechtsanwalt wurden eingeschränkt – wir  hoffen, dass es eine gründliche Untersuchung dieser Vorfälle geben wird“, sagte er.

Chen Guangchengs dramatische Flucht am 22. April aus dem Hausarrest in seiner Heimatstadt Linyi, Provinz Shandong, zog internationale Aufmerksamkeit auf sich und wurde zu einem Brennpunkt der amerikanisch-chinesischen Beziehungen.

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Chen wurde von mehreren Freunden geholfen, bevor Mitarbeiter der US-Botschaft in Peking ihn am 27. April aufnahmen. Er verließ die Botschaft erst am 2. Mai unter dem Druck der chinesischen Behörden, die seine Familie bedrohten, wenn er nicht sofort den amerikanischem Gewahrsam verlassen würde; zur gleichen Zeit ist ein Deal ausgehandelt worden war, der ihm erlaubt hätte, in China für ein Studium zu bleiben.

Die anfängliche Abmachung erschien aber immer weniger attraktiv als Chen im Krankenhaus war, in Anbetracht der Interventionen der chinesischen Sicherheitskräfte unter ihrem „Zar“ Zhou Yongkang. Sicherheits-Bedienstete hielten letztlich, von Zhou befehligt, Chen isoliert. Sie verhafteten und schlugen Freunde und Kollegen, die ihn sehen wollten, und setzten die Verfolgung von Chens Familie fort.

Als Chen schließlich den Wunsch äußerte, China zu verlassen, hat Jerome Cohen, Professor und Experte für chinesisches Recht an der New York University, eine Einladung für ihn entwickelt, die es ermöglichte, den USA und dem chinesischen Regime weitere diplomatische Peinlichkeiten zu ersparen. Am 4. Mai gaben chinesische Diplomaten einen Hinweis darauf, dass es Chen erlaubt sein würde, China zu verlassen; ein Prozess, der kurzfristig am 19. Mai abgeschlossen wurde.

Unterstützer, die für die Freilassung von Chen gearbeitet hatten, waren erleichtert, dass ihm erlaubt wurde, in die USA reisen. Sie würde aber den Vorfall nicht als einen vollen Erfolg bezeichnen.

Der Abgeordnete Chris Smith, ein loyaler Verbündeter und prominenter Kritiker der Kommunistischen Partei Chinas und ihrer Menschenrechtsverletzungen, war über Chens Freiheit erfreut, sagte aber, das sei noch nicht alles. „Chen Guangcheng ist frei, aber nicht alle die Chens sind frei. Es gibt viele Familienmitglieder, seinen Bruder und Neffen, die unter einem großen Risiko von Vergeltungsmaßnahmen stehen. Die Vereinigten Staaten und Regierungen in aller Welt müssen sich für alle anderen Chens, für ihr Leben und ihre Freiheit zusammentun.“

Der Abgeordnete Smith leitete zwei Anhörungen im Kongress über Chens Fall bevor über das Schicksal des blinden Anwalts entschieden wurde. Die erste Anhörung führte zu einem dramatischen Anruf von Chen, der von seinem Krankenbett in China auf das iPhone von Bob Fu, dem Präsidenten der christlichen Menschenrechtsorganisation ChinaAid, sprach.

Chen plädierte für eine Ausreise aus China und die Unterstützer verdoppelten ihre Anstrengungen. Sie haben aber nicht vermocht, Chens   Neffen Kegui zu helfen. Chen Kegui wurde von der chinesischen Polizei verhaftet wegen „vorsätzlicher Tötung“. Trotz der Tatsache, dass er niemanden getötet hat, als er seine Familie vor Schlägern beim Einbruch in ihre Wohnung verteidigen wollte. Chen Kegui traf die Eindringlinge mit zwei Küchenmessern, die er hastig ergriffen hatte. Er tauchte unter, wurde aber später in Gewahrsam genommen. Chen Kegui wurde die Wahl eines eigenen Rechtsanwalts zur Vertretung vor den lokalen Gerichten, die von den kommunistischen Behörden kontrolliert werden, verweigert.



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