China: Anti-Japan-Demonstrationen von KPCh inszeniert

Von 22. August 2012 Aktualisiert: 22. August 2012 17:27

 

Der Streit zwischen China und Japan um die umstrittenen Senkaku-Inseln (chin.: Diaoyu-Inseln) im ressourcenreichen Ostchinesischen Meer geht zurzeit in die nächste Runde. Aus Protest gegen die geplante Reise einer Gruppe aus japanischen Aktivisten und Abgeordneten, gingen 14 Chinesen am 15. August 2012 auf den Inseln an Land. Nachdem sie von der japanischen Küstenwache festgenommen worden waren, wurden sie am 17. August des Landes verwiesen. Am 19. August landete dann die geplante Delegation aus 150 Aktivisten und hisste die japanische Flagge auf der Hauptinsel Uotsurijima.

Nach Berichten von Financial Times reagierten die Chinesen bereits am Vortag der Landung in mehreren Städten mit wütenden Protesten und Großdemonstrationen gegen Japan. Die chinesischsprachige Epoch Times, Dajiyuan, berichtete von zahlreichen Fällen von Vandalismus, in denen die Demonstranten japanische Autos umkippten und zertrümmerten und zeigte Fotos dieser Aktionen. Nach Berichten der New York Times sollen auch Sushi-Restaurants und andere Betriebe attackiert worden sein, die in den Augen der Demonstranten eine Verbindung zu Japan haben.

Die New York Times berichtete, dass die Proteste von der Polizei geduldet zu sein schienen und erklärte, dass dies auch in der Vergangenheit der Fall gewesen sei, wenn eine Demonstration den Zielen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) förderlich war. Dajiyuan bestätigte diese These und erklärte darüber hinaus den möglichen Nutzen für die KPCh. Dieser liege darin, die Aufmerksamkeit des Volkes von aktuellen politischen und sozialen Missständen abzulenken und ein Überdruckventil zu schaffen. Zu den Dingen, von denen die KPCh zurzeit am liebsten ablenken würde, gehöre der Skandal um den entmachteten Spitzenpolitiker Bo Xilai und der Mordprozess, in dem dessen Frau Gu Kailai am 20. August zum Tode verurteilt worden war.

Dajiyuan zitierte Kommentare aus chinesischen Mikroblogs, die der Geschichte mit dem gerechten Volkszorn nichts abgewinnen konnten. Ein Blogger berichtete, dass sein Schwager von seinem Arbeitgeber, einem staatlichen Unternehmen, aufgefordert worden sei, an der Demonstration teilzunehmen. Anderenfalls hätte er eine Strafe bezahlen müssen. Ein anderer Blogger soll ein Foto der Demonstration veröffentlicht haben. Er vermutete, dass einer der Organisatoren ein hochrangiger Beamter gewesen sei und bat um Hinweise.

Die Demonstration soll nach Berichten von secretchina.com wohl nicht überall im Sinne der KPCh verlaufen sein. So habe sich das Motto an einigen Orten von einer Anti-Japan-Demonstration zu einer Demonstration gegen die Partei geändert. So sollen beispielsweise in Chengdu Parolen wie „Schlagt die KPCh kaputt“  gerufen worden sein.

 

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