Chinesische Bauern während der großen Hungersnot von 1958 - 1961.Foto: NTD Television

Chinas große Hungersnot im Jahr 1960

Epoch Times31. Oktober 2012 Aktualisiert: 31. Oktober 2012 13:38

 

Chinesische Geschichtsbücher sprechen von einer dreijährigen Naturkatastrophe. Historiker jedoch nennen die Katastrophe die große Hungersnot in China. Es ist die Rede von der Zeitspanne zwischen 1958 bis 1961. Innerhalb dieser drei Jahre starben bis zu 45 Millionen Chinesen. Maos Politik hatte versagt.

Zum 50. Jahrestag der Großen Hungersnot veröffentlichte die Geschichtsprofessorin Zhou Xun von der Universität Hongkong ein Buch, das einen Einblick in die wahren Geschehnisse jener Zeit gibt. Zhou Xun ist ebenfalls Assistentin des holländischen Historikers Frank Dikotter, einem Experten in der chinesischen Geschichte unter der Herrschaft von Mao.

Zhou bereiste vier Jahre die ländlichen Gebiete Chinas, um Daten zu sammeln. Ihr Buch beinhaltet 100 Dokumente. Darin wird geschildert, wie die Leute zu Tode geschlagen wurden. Noch schlimmer waren Zeugenberichte über kannibalische Massaker.

[Zhou Xun, Assistenzprofessorin, Universität Hongkong]:
„Ich ging in das Xinyang Gebiet in der Provinz Henan und der Provinz Anhui, um Interviews zu führen. Die Überlebenden erzählten mir, dass fast jedes Dorf kannibalische Fälle hatte und einige Menschen aßen sogar ihre eigenen Kinder.“

Die Große Hungersnot kam mitten unter Maos Kampagne „Großer Sprung nach vorn“. In dieser Zeit forderte Mao die Bevölkerung auf, Stahl zu produzieren. In der Provinz Hunan sprach Zhou mit Opfern dieser Periode. Um die Stahlproduktion voranzutreiben, rissen die Behörden den Frauen die Kleider vom Leib.

[Zhou Xun, Assistenzprofessorin, Universität Hongkong]:
„Weil es im Winter kalt war, wenn man keine Kleidung trug, musste man extrem hart arbeiten, sonst würde man erfrieren. Diese Frauen sagten, dass sie diese Art der Erniedrigung noch nie erlebt hätten.“

An die Daten für ihr Buch zu kommen, beschreibt Zhou als schwierige Aufgabe. Die chinesischen Behörden bewachten die Archive nämlich sorgfältig.

[Zhou Xun, Assistenzprofessorin, Universität Hongkong]:
„Kürzlich gab die Verwaltung des Zentralarchivs ein Dokument heraus, in dem es heißt, dass akademische Forschung schlechte Wirkungen haben werde. Also gab es keinen Zugang mehr. Jetzt hat keiner mehr Zugang zu den Informationen.“

Und dennoch, die Historikerin, die auch jüdische Geschichte studiert hat, ist entschlossen, diese Zeitperiode aufzuarbeiten.

[Zhou Xun, Assistenzprofessorin, Universität Hongkong]:
„Warum weiß die ganze Welt über den jüdischen Holocaust, und so wenige wissen von Chinas Großer Hungersnot? Für jemand, die Geschichte studiert hat, ist das sehr wichtig. Es ist meine Verantwortung, der ganzen Welt mitzuteilen, was in China zu jener Zeit geschah.“

Geboren in der Provinz Sichuan gehörte Zhou Xuns Familie auch zu den Opfern der Großen Hungersnot. Zhou plant ein neues Buch, das mündliche Erinnerungen von mehr als 100 Zeugen miteinschließen wird.



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