Doku über Konfuzius-Institute – Liao Yiwu: Im Umgang mit der KP Chinas muss jeder Politiker eine Entscheidung treffen

Von 6. Dezember 2019 Aktualisiert: 7. Dezember 2019 6:26
Der in Berlin lebende chinesische Dissident und Schriftsteller, Dichter sowie Musiker Liao Yiwu nahm an einer Doku-Filmvorführung, zu den weltweit verbreiteten und umstrittenen Konfuzius-Instituten (KI) teil. Im Epoch Times Interview erklärt der Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels und des Geschwister-Scholl-Preises seine Sicht auf Chinas KI`s.

Epoch Times: Guten Abend Herr Liao Yiwu, was denken sie über die Konfuzius-Institute (KI), stellen sie eine Gefahr für die freien westlichen Gesellschaften dar?

Liao Yiwu: Das KI ist Teil einer Strategie der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), um seine Ideologie in die ganze Welt zu verkaufen. Oberflächlich gesehen ist das eine kulturelles Mittel, aber in Wirklichkeit im Hintergrund ist es ein wirtschaftliches Mittel, um die ganze Sache voranzutreiben. Das Ziel ist einerseits den Namen von Konfuzius zu benutzen, um die Ideologie der Kommunistischen Partei zu verkaufen. Andererseits ist es ja auch eine Spionage-Institution.

ET: Haben sie eigene Erfahrungen mit einem KI gemacht?

Liao: Ich als Schriftsteller habe nichts mit dem KI direkt zu tun. Aber sie benutzen ja den Namen von Konfuzius. Konfuzius ist für mich ein Andersdenkender und jemand der in der alten Zeit auf der Flucht war. Er war in verschiedenen Ländern auf der Flucht – über zehn Jahre lang – und erst ganz spät kehrte er zurück in seine Heimat. Der damalige Herrscher in dem Gebiet – wo er früher lebte – erlaubte ihm nicht mal über Politik zu reden. Konfuzius ist in meinem Herzen so eine Person. Für mich ist er einer der ersten Menschen die – so wie ich und andere – auf der Flucht waren. Wenn das Konfuzius-Institut diesen Namen benutzt dann passt das nicht. Denn zu Zeiten Mao Zedongs haben sie [das Regime] Konfuzius, beziehungsweise den Konfuzianismus, unterdrückt und heutzutage benutzen sie Konfuzius als Namen. Das sehe ich als eine große Beleidigung gegenüber Konfuzius.

ET: Die Haltung gegenüber den KI´s ist in Kanada größtenteils eine andere verglichen mit Deutschland. Hier gibt es eine enge Zusammenarbeit und wenige kritische Stimmen. Was sehen sie als Grund dafür?

Liao: Jede Universität und jede Institution soll verantwortungsvoll handeln. Sie sollen sich über Konfuzius informieren. Dann wissen sie auch, dass der Kommunismus mit Konfuzius überhaupt nichts zu tun hat. Das sollte zum Allgemeinwissen gehören, aber leider ist es nicht so. Da es dabei um Geld geht, haben sie das Geld einfach angenommen. Damit bieten sie der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) eine große Chance, die ausgenutzt werden kann. Und das ist genau der Sinn dieses Films [Doku: „Im Namen von Konfuzius“]. Er soll nicht nur in Kanada vorgeführt werden, sondern auch in Deutschland und anderen Ländern gezeigt werden. Das ist auch eine Warnung an alle Menschen. Denn wenn zum Beispiel Konfuzius einen Schüler hatte, dann hätte er ihn nicht einfach ausgeschlossen, weil der Schüler ein Falun Gong-Praktizierender wäre [in den Arbeitsverträgen der KI´s steht, dass Angestellte kein Falun Gong praktizieren dürfen]. Aber so ist es nicht bei den Konfuzius Instituten. Sie schließen Menschen aus und dann folgt auch noch eine politische Verfolgung. Das ist sehr erschreckend. In den europäischen KI´s ist es genau das Gleiche. Deshalb ist der Film eine wichtige Warnung für uns.

ET: Was empfehlen sie der deutschen Politik oder den Universitäten hier für den Umgang mit den KI´s?

Liao: Ich als ein Schriftsteller bin dabei Dinge zu tun, die ich tun soll. Zum Beispiel kämpfe ich für die Freiheit und ich nehme auch hier an der Filmvorführung teil. Das ist meine eigene Entscheidung und jeder Mensch soll auch seine eigene Entscheidung treffen. So auch die Politiker. Auch sie sollen ihre eigene Entscheidung treffen. Wenn sie aber die Entscheidung nicht treffen würden, so habe ich als Schriftsteller – unabhängig davon – die Aufgabe das alles aufzunehmen und niederzuschreiben, damit es auch verbreitet wird. Das ist es, was ich als Schriftsteller als meine Aufgabe sehe. Ich brauche den Politikern nicht zu sagen, was sie tun sollen. Sie sollen von sich aus wissen, was sie tun sollen.

ET: Was müsste sich in China ändern damit Sie dorthin wieder zurückkehren würden?

Liao: Im Jahr 2012 habe ich einen Artikel veröffentlicht darin heißt es: „Dieses Reich muss gespalten/getrennt werden“. Ich denke eine Trennung [von Peking] ist der beste Weg, um das Problem zu lösen. Jede Region [in China], jeder Mensch, jede Regierung, hat dann das Recht durch eigene Stimmen zu entscheiden, wie ihre eigenen Probleme zu lösen sind. Deswegen denke ich nicht an eine Rückkehr nach China, sondern ich möchte gerne in meine Heimat [Provinz Sichuan] zurückkehren. Und das habe ich öfter schon gesagt. Dann können wir [in Sichuan] sogar einen Koch als Präsidenten wählen [Liao mag und vermisst die Sichuan Küche sehr]. Damit hat meine Rückkehr dann auch nichts mehr mit Peking zu tun.

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