Ehefrau eines chinesischen Menschenrechtsanwalts befürchtet, dass ihr Mann tot ist

Von 23. April 2021 Aktualisiert: 23. April 2021 8:52

Beim folgenden Beitrag handelt es sich um den Originaltext zum Video: „Chinesischer Menschenrechtsanwalt spurlos verschwunden: Ehefrau befürchtete das Schlimmste“ vom Youtube-Kanal NTD-Deutsch. Epoch Times hat keine redaktionellen Änderungen vorgenommen. 

Von dem renommierten chinesischen Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng gibt es seit seiner Verhaftung im Jahr 2017 kein Lebenszeichen mehr. Nun fordert seine Frau von der chinesischen Regierung, ihren Mann zu sehen – ganz gleich, ob tot oder lebendig. 

Der bekannte chinesische Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng sagte einmal:

Man kann in China kein Menschenrechts-Rechtsanwalt sein, ohne selbst zu einem Rechtsfall zu werden.“ 

Gao selbst ist dabei keine Ausnahme. In dieser Woche wird der Rechtsanwalt 57 Jahre alt, ob er lebt, ist unbekannt. Die chinesischen Behörden ließen ihn einfach „verschwinden“, und das nun schon seit mehr als 1000 Tagen. 

Das Originalvideo von NTD Deutsch: 

2009 flüchtete seine Frau, Geng He mit den zwei Kindern in die USA. Im Exil ist die Hoffnung auf das Überleben ihres Mannes mit der Zeit immer weniger geworden.

Kommunistische Partei Chinas, gib mir die Asche von Gao Zhisheng zurück, damit unsere Familie wenigstens in dieser Form wiedervereint werden kann.“ – Geng He, Ehefrau von Gao Zhisheng

Geng fordert Pekings Führung auf, ihr die Asche von ihrem Mann zurückzugeben oder ihr ein Visum zu erteilen. Sie möchte nach China zurückkehren und eine Gefängnisstrafe verbüßen – gemeinsam mit Gao.

Gao Zhisheng gilt als „Chinas Gewissen“. Er war einer der ersten Pro-Bono-Anwälte in China, der Bauern vertrat, deren Land gewaltsam beschlagnahmt wurde, oder der für die Rechte von Arbeitern kämpfte. Auch setzte er sich für verfolgte Mitglieder von Glaubensgemeinschaften wie Falun-Gong ein, die in Arbeitslagern gefoltert werden, sowie für christliche Pastoren, die wegen der Verteilung von Bibeln in Haft sitzen. 

Gao half ebenfalls dabei, die Vorwürfe von erzwungenen Organ-Entnahmen an lebenden politischen Gefangenen in China, zu untersuchen. Im Jahr 2005 gab er eine Erklärung zum öffentlichen Austritt aus der Kommunistischen Partei Chinas ab. Er sagte, das Regime habe „nie aufgehört zu töten.“

Gao selber wurde Opfer von Verhaftung und Folter durch das kommunistische Regime. Er sagte 2015: „Du kannst dich nicht bewegen, denn du bist mit Handschellen gefesselt und wenn du dich bewegst, tut dein Handgelenk weh.“ 

Gaos Zähne wurden durch die Folterungen im Gefängnis stark beschädigt. Wärter hatten mit Elektroschlagstöcken auf sein Gesicht eingeschlagen.

Das chinesische Regime ist nicht einmal ein Regime, das sind Monster.“ – Geng He, Ehefrau von Gao Zhisheng

Wer in China seine Stimme erhebt, zahlt einen sehr hohen Preis, so auch Gao und seine Familienangehörigen. Im Mai 2020 beging die ältere Schwester von Gao in China Selbstmord. Zuvor musste sie jahrelang Schikanen und Einschüchterungen von der Polizei ertragen. Gaos Schwester hatte ein gutes Verhältnis zu ihrem Bruder.

Der Druck ist immens, doch Gaos Frau lässt sich nicht unterkriegen. „Ich denke, es ist zum Wohl der Kinder, ich muss das gegenüber den Kindern begründen können und ich muss aufstehen, um weiter nach Gao Zhisheng zu suchen.“ – „Gao Zhisheng hat China zu sehr geliebt, er hat für das chinesische Volk gelitten.“

Mein Überlebenswille kommt von meinem Glauben an Gott und an die Menschen. Wenn du erkennst, dass deine innere Stärke unendlich ist und dass Schmerz nur einen kleinen Teil von dir ausmacht, dann wird dein Geist stärker als der Schmerz und der Schmerz verschwindet.“ – Gao Zhisheng, 2015, chinesischer Menschenrechtsanwalt.

 


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