Erster Weltkongress für Transplantations-Medizin von schweren Vorwürfen gegen China überschattet

Von 28. Juli 2006 Aktualisiert: 28. Juli 2006 14:22
Mediziner fürchten um Transplantations-Reputation

Vom 22. bis 27. Juli fand in Boston der erste Internationale Welt-Transplantations-Kongress (WTC) statt, zu dem rund 6.500 Teilnehmer aus der ganzen Welt angereist sind, darunter allein etwa 1.000 aus der Volksrepublik China. Dieser weltweit bedeutendste Kongress sah sich schon zu Beginn mit schweren Vorwürfen gegen die Transplantationspraktiken in China und insbesondere der Provenienz der hierbei verwendeten Transplantate konfrontiert.

Diese von mehreren großen amerikanischen Gesundheitsorganisationen veranstaltete Konferenz bietet Chirurgen, Ärzten, Wissenschaftlern, der Pharmaindustrie sowie allen anderen Institutionen, die sich mit dem rasch expandierenden Markt der Transplantationsmedizin befassen, eine hervorragende Gelegenheit, um sich über die neuesten Forschungsergebnisse in der Organ-Transplantation zu informieren und auszutauschen. Die große Bedeutung dieses Kongresses zeigte sich auch an der Rekordzahl von Anträgen für wissenschaftliche Publikationen.

Chinas großes Interesse an Transplantationen

Viele der aus der ganzen Welt angereisten Ärzte wurden überraschend konfrontiert mit der aktuellen Situation in China und der seit März bekannt gewordenen, systematischen Praktik der zwangsweisen Organentnahme an inhaftierten Falun Gong-Praktizierenden in China mit Todesfolge. Aus diesem Grund stößt Chinas wachsende Präsenz und Vorgehen im Bereich der Transplantationsmedizin zunehmend auf Kritik, denn berufliches und ethisches Ansehen könnten dadurch in Misskredit geraten. Der boomende Transplantationsmarkt in China und Chinas Interesse, Anschluss an das internationale wissenschaftliche Niveau zu finden, zeigt sich nicht zuletzt an der hohen Repräsentanz von Chirurgen aus der VR China.

Ärzte betrachten China mit wachsender Skepsis

Zahlreiche Kundgebungen von Menschenrechtsorganisationen sowie von Falun Gong-Praktizierenden im Umfeld des Kongresses offenbaren ein immer umfassenderes Bild vom Missbrauch in Chinas Transplantationsmedizin. Chinas Wunsch, in die Liste der akkreditierten Gesellschaften der Transplantationsgesellschaft (TTS) aufgenommen zu werden, wird in Anbetracht der jüngsten Untersuchungsergebnisse einer kanadischen Studie über Organentnahmen in China von vielen Experten mehr und mehr infrage gestellt (Kilgour/Matas-Studie als pdf-Datei).

Angesichts der Tatsache, dass sich die Zahl der Organtransplantationen in China in den letzten fünf Jahren verdreifacht hat und andererseits die traditionell geprägten Chinesen auch nach der Kulturrevolution noch der Idee verhaftet sind, mit einem vollständigen Körper ins Jenseits zu gehen, fällt eine glaubhafte Erklärung für eine so massive „natürliche“ Zunahme an Organspenden schwer. Immer mehr rückt in den Blickpunkt, dass das chinesische Regime nicht nur zum Tode verurteilte Menschen als Organspender rekrutiert, sondern auch gegen geltendes Recht und Gesetz inhaftierte Falun Gong-Praktizierende als eine Art lebende Organspender-Bank unterhält und benutzt. Die Schüler dieser seit 1999 in China staatlich verbotenen Qi-Gong-Schule werden seit nunmehr sieben Jahren im kommunistischen China verfolgt, verleumdet und in diesen sieben Jahren zu Tausenden durch Folter getötet.

Reputation der Organtransplantation gefährdet

,,Wer bei Organraub an Falun Gong-Praktizierenden in China weg schaut, verschmutzt die internationale Reputation von Organtransplantationen“, waren die Worte eines deutschen Arztes auf einer vor dem Kongresszentrum abgehaltenen Kundgebung. Zahlreiche Ärzte erklärten, dass sie mit großer Sorge diese Enthüllungen über China verfolgen und keinen Zweifel an der Authentizität eines Untersuchungsberichtes kanadischer Juristen über die Vorgänge in China haben, die ihnen in diesen Tagen zugingen. Ein Sprecher der Menschenrechtsorganisation HRLF drückte den weitergehenden Aufklärungsbedarf so aus: „Jeder hat ein Interesse daran. Die ganze Welt muß alarmiert werden über den Organraub in China, der eine hoch organisierte Kampagne des Völkermords darstellt, und der von dem chinesischen Regime auch dazu verwendet wird, sehr viel Geld zu machen.“

  

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