Umsturz in der Ukraine bringt Chinesen zum Feiern

Von 26. Februar 2014 Aktualisiert: 26. Februar 2014 18:24

Der Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch am 22. Februar in Kiew wurde von vielen chinesischen Internetnutzern begrüßt. Der Umstand, dass es dem Volk gelang, sich von einer ungeliebten Regierung zu befreien, wurde als inspirierend angesehen – zumal viele Chinesen einem Zusammenbruch der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und deren über 60-jährigem Regime entgegenfiebern.

„Die Ukrainer sind jetzt frei. Wie lang müssen die Chinesen noch warten?”, stand auf einem Plakat, dass öffentlich gezeigt wurde und dessen Foto im Internet erschien. Auch, dass Janukowitsch wegen Mordes an Demonstranten gesucht wird, fanden die Chinesen vorbildlich.

Viele Stimmen sprachen sich auf Socialmedia-Plattformen und großen Websites für einen Umsturz im Maidan-Stil aus und wurden von der staatlichen Internetzensur schnell gelöscht.

Abriss von Lenin-Statuen besonders beliebt

Besondere Aufmerksamkeit erhielten Fotos, auf denen die Ukrainer Lenin-Statuen demontierten: Eine Parallele zu den in China immer noch vorhandenen Mao-Bildern wurde gezogen.

“Der Grund, dass es in der Ukraine zu Rückschritten bei der Demokratisierung und Verfassungsbildung kam, war, dass es dort kein Verbot der Kommunistischen Partei gab”, meinte Ye Gongmo, ein chinesischer Unternehmer auf der Twitter-ähnlichen Plattform Sina Weibo.

“Dass jetzt die Lenin-Statuen abgerissen werden, bedeutet, dass die Ukraine jetzt den letzten kommunistischen Schmutz wegputzt und sich einer echten Verfassung zuwendet”, so Ye.

“Wenn die Ukraine ein Verbot der Kommunistischen Partei erklärt, dann erkläre ich die Kommunistische Partei hiermit weltweit für verboten”, schrieb ein Nutzer namens Xiaosa Kunlunxia.

Was Chinas Staatsfernsehen berichtete

Interessant war das Verhalten des chinesischen Staatssenders CCTV: Das Sprachrohr der KPCh berichtete über die Ereignisse ausführlich und deutete sie zum warnenden Beispiel um. „Gegen die Regierung protestieren, stiftet Chaos“, war die eindimensionale Botschaft, die bis zum 22. Februar kommuniziert wurde. Als Janukowitschs Flucht bekannt wurde, war plötzlich Schluss mit der Berichterstattung: Dass das Volk gewonnen und das Militär revoltiert hatte, passte nicht ins Konzept. Statt wahrheitsgemäßer Informationen ging es weiter mit anti-japanischem Säbelrasseln.

Internetnutzer Xiao Li beklagte, dass die chinesischen Zuschauer niemals erfahren hätten, warum das Volk auf die Barrikaden gegangen sei: “Sie haben sich einfach nicht getraut zu sagen, dass die Ukrainer ihre Regierung wegen ihrer Korruptheit gehasst haben.”



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