Geldregen zum chinesischen Neujahr: Für den faul gewordenen Fond "Gold #1" sprangen überraschend "anonyme Käufer" ein.Foto: Suhaimi Abdullah / Getty Images

China: Anonyme Retter zahlen Investoren des 3 Mrd.-Fonds aus

Von und 31. Januar 2014 Aktualisiert: 31. Januar 2014 14:03

Aufatmen auf Chinas Finanzmarkt: Der angekündigte Zahlungsausfall des milliardenschweren Fonds „Gold #1“ wurde abgewendet. Wie Bloomberg am 28. Januar berichtete, fand die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) in letzter Sekunde anonyme Retter, die anboten, den Investoren ihr Ausgangskapital zurückzuzahlen. Die Rückzahlungsfrist von „Gold #1“ lief heute, am 31. Januar, ab.

Beobachter hatten bereits befürchtet, dass der Zahlungsausfall von „Gold #1“ – ähnlich dem Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008 in den USA – einen schweren Vertrauensverlust und eine Kettenreaktion auf dem chinesischen Finanzmarkt auslösen könnte.

Schattenbanken-Deal verschlang 3 Milliarden Yuan

Insgesamt 3 Milliarden Yuan (rund 375 Millionen Euro) standen für die Investoren des „Credit Equals Gold #1 Collective Trust“, auf dem Spiel: Der Fond war ein Schattenbank-Produkt, das durch die ICBC an rund 700 Investoren verkauft wurde. Deren Treuhandunternehmen China Credit Trust brachte „Gold #1“ im Jahr 2011 auf den Markt, um Kapital für den angeschlagenen Kohleförderer Zhen Fu zu beschaffen. Das Unternehmen ging jedoch 2012 pleite und die Auszahlung der Investoren stand auf der Kippe.

Am 27. Januar teilte die ICBC schließlich ihren Kunden mit, dass sie „die Möglichkeit hätten ihre Rechte an anonyme Käufer abzutreten, um ihr Ausgangskapital zurückzubekommen“ – sie hatten einen Tag Zeit, sich dafür zu entscheiden. Viele Anleger nahmen an, manche versuchten, durch Verhandlungen noch Zinsen herauszuschlagen.

Das verschärft den Moral-Hazard“

Beobachter vermuten, dass die Rettung von „Gold #1“ von der chinesischen Regierung lanciert wurde – denn weder die Schattenbank China Credit Trust noch die Staatsbank ICBC verrieten, wer dahinter steckte.

Seit 2012 hatte es mit mindestens 20 chinesischen Finanzprodukten ähnliche Probleme gegeben, doch alle Zahlungsausfälle wurden abgewendet, weil die Ausgeber oder eine dritte Partei die Investoren voll auszahlten. Für das Jahr 2014 stehen noch weitere Fristabläufe von faulen Finanzprodukten an, was bei Analysten Fragen aufwirft, wie es mit Chinas riesigem Schattenbankensektor weiter gehen soll.

Die Rettung bringt dem Markt kurzfristige Entspannung – auf Kosten einer langfristigen Krise, die durch sie verstärkt wird“, sagte Zhang Jian, Pekinger Stratege der BOC International Holdings, laut Bloomberg. “Sie verschärft den Moral-Hazard, weil sie es für die Investoren fast risikofrei macht, ihr Geld in Fonds, Vermögensmanagement-Produkte und andere Schattenbanken-Sektoren zu stecken.”



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