An Chinas Börsen kann man aktuell nur verlieren, schrieb der bekannte chinesische Finanzexperte Zhang Ping gestern.Foto: China Foto PRess / Getty Images

Chinas Börsen: 2014 noch schlimmer, als 2013?

Von 9. Januar 2014 Aktualisiert: 9. Januar 2014 9:01

Das vergangene Jahr 2013 war für Chinas Anleger kein gutes: Über die Hälfte der Investoren mußte Verluste hinnehmen. Doch wie sieht es 2014 aus? Experten warnen aktuell davor, dass sich die Lage weiter verschlechtert.

Der wichtigste chinesische Börsen-Index – der Shanghai Stock Exchange Composite Index, kurz SSE Composite Index, schloss das Jahr 2013 mit 2115,98 Punkten ab. Er verlor damit in Relation zum Jahresanfang 7,58 Prozent. Chinas Börsenentwicklung gehörte deshalb 2013 zu den Schlechtesten der Welt. In den ersten Tagen des neuen Jahres 2014 sank der Index weiter.

„Noch riskanter als Casino“

Das größte chinesische Nachrichtenportal Sina geht in seiner neuesten Untersuchung davon aus, das rund 65 Prozent aller Anleger an der chinesischen Börse 2013 Verluste erlitten. Bei 26,3 Prozent der Anleger lag der Verlust zwischen 20 bis 50 Prozent, 7,5 Prozent der Anleger verloren sogar 80 Prozent ihrer Investitionen. Der Aktienhandel machte demnach 32,2 Prozent aller Investoren ärmer – 9 Prozent brachte er in Überlebensschwierigkeiten. Diese Bilanz ruft die Aussage des bekannten chinesischen Wirtschaftswissenschaftler Wu Jinglian in Erinnerung, der sagte: „Spekulation an Chinas Börsen ist noch riskanter, als im Casino.“

Der prominente Finanzkolumnist Zhang Ping schrieb am 8. Januar auf seinem Blog über seine Erfahrungen mit der chinesischen Börse: Als er im Mai 2001 zum ersten Mal zur Börse ging, lag der SSE Composite Index bei 2.100 Punkten. Zur Zeit zählt er um die 2.040 Punkte. Chinas Börse hat sich demnach in den vergangenen knapp 13 Jahren kaum entwickelt. Und das obwohl Chinas Bruttoinlandsprodukt von 9,5 Billionen Yuan im Jahr 2001 auf mittlerweile 50 Billionen Yuan (Stand 2013) gestiegen ist. Warum hat sich die Börse kaum nach oben bewegt?

„Anleger immer Verlierer“

Zhang analysierte: Obwohl die chinesische Wirtschaft in den vergangenen Jahren ein schönes Wachstum präsentieren konnte, ist ihr Entwicklungsmodell als solches umstritten, das viele Risiken birgt. Die hohe Kommunalverschuldung, die faulen Kredite, die Produktionsüberkapazitäten sind dafür nur einige Beispiele. Allerlei Wirtschaftsrisiken verhinderten bisher den Anstieg des Aktienmarkts. Selbst als es wirtschaftlich gut lief, hatten Chinas Aktienanleger kaum davon profitiert. Wurde aber ein Risiko zum ernsthaften Wirtschaftsproblem, mußten die Investoren dafür mitbezahlen.

Dass ab Januar wieder Börsengänge erlaubt sind, könnte sich 2014 als weiteres Hindernis für Chinas Börsen heraustellen und großen Druck auf das Kapital erzeugen, so der Experte. Daher schätzt Zhang, dass es der chinesischen Börse 2014 noch schlechter gehen wird als 2013.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion