Chinas Goldreserven: Rätsel, Zahlen und neue Geschäftstricks

Von 4. September 2014 Aktualisiert: 4. September 2014 9:50

Während die Welt rätselt, wohin in China das Gold fließt, kommen seit August Zahlen ans Licht, die neue Zusammenhänge erschließen.

Chinesische Unternehmen sind nämlich bei der Suche nach Kapital fündig geworden und ein neuer Trick hat sich etabliert: Durch Goldleasing können Unternehmen verlässliche Bürgschaften für Kreditwünsche bei anderen Banken bekommen. Aber wie geht das?

Im ersten Fall leihen sie physisches Gold bei Geschäftsbank Nr.1 für eine feststehende Gebühr. Dieses Gold muss zum vereinbarten Zeitpunkt in derselben Form zurückgegeben werden. Mit dem Gold als Bürgschaft gehen sie zur Bank Nr.2, um dort einen Kredit zu beantragen. Die Zinsen dafür sind höher als die Leasinggebühren für das Gold. Aber mit ihrem neuen Kapital können sie wieder Gewinne erwirtschaften. Wenn alles gut gegangen ist, können sie beim Ablauf der Leihfristen den Kredit bei Bank Nr.2 zurückzahlen und der Bank Nr.1 ihr Bürgschafts-Gold zurückgeben.

Doch nicht nur das: Sobald der Kunde im Besitz des geliehenen Goldes ist, kann er dieses Gold als Bürgschaft bei verschiedenen Banken benutzen und damit mehr als nur einen Kredit bekommen …

Eine zweite Variante ist, das Leasing-Gold an Unternehmen zu verkaufen, die mit Goldverarbeitung zu tun haben. Am Ende der Laufzeit können sie das Gold mit ihren Produkten bezahlen. Hauptsache, der Preis stimmt.

Gold-Leasing ohne Kreditdeckelung

Derzeit gibt es auf Chinas Finanzmarkt eine Politik der Beschränkung des Kreditvolumens, flankiert von Maßnahmen wie Erhöhung der Finanzierungskosten und ähnlichem.

Die Banken haben daraufhin ihr Gold-Leasing-Geschäft ausgeweitet, das nicht der Kreditdeckelung unterliegt und laut Industrial Bank Co. als eine außerbilanzielle Kredit-Transaktion gilt.

Bloomberg zitierte einen Bericht der Industrial and Commercial Bank of China Limited (ICBC), wonach diese zwei Arten des Goldleasings sehr schnell gewachsen seien.

In einem Telefoninterview mit Duan Shihua, Geschäftsführer bei Shanghai Leading Investment Management Co., das Bloomberg News aus Schanghai führte, sagte Duang dazu: Die schnelle Entwicklung dieses Leasing-Geschäfts bedeute, dass Chinas Unternehmen stark unter Kapitalmangel litten und mittlerweile jede Möglichkeit nutzten, um an Kredite zu kommen.

Chinas Banken-Gold in Zahlen

Reuters berichtete am 2. September, dass bis Ende Juni die vier größten staatlichen Geschäftsbanken Chinas eine insgesamte Edelmetall-Reserve im Wert von 62 Milliarden US-Dollar besäßen. Das sind 66 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Wert des Goldanteils darin ist seit Juni 2013 um 55 Prozent gestiegen.

Die meisten Reserven hat die Bank of China mit 823 Tonnen – bis Ende Juni. Gefolgt von der ICBC mit 347 Tonnen. Auf dem dritten Platz die China Construction Bank mit 194 Tonnen und auf Platz vier die Agricultural Bank of China mit 81 Tonnen.

Das Wachstum an Goldbeständen bei der ICBC liegt bei 120 Prozent gegenüber 2013, bei der Bank of China um 44 Prozent, bei der Construction Bank bei 41 Prozent und bei der Agricultural Bank bei 15,7 Prozent.

Zusammen ergibt das rund 1445 Tonnen Gold, basierend auf den Zahlen vom 30. Juni.

Das Rätsel um die Goldreserven der Zentralbank

Ein Rätsel bleibt jedoch bestehen: Wie hoch sind die Goldreserven der chinesischen Zentralbank? Laut Daten des World Gold Council liegen sie bei 1054 Tonnen Gold. Diese Angabe ist jedoch zuletzt im Jahr 2009 aktualisiert worden.

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