Immobilien-Tycoon: Hongkong schürt Hass gegen Reiche

Von 27. September 2013 Aktualisiert: 27. September 2013 11:24

Li Ka-Shing, der reichste Mann Asiens kam nicht zuletzt durch seine Beziehungen zu hohen Funktionären in der KP Chinas zu einem Vermögen von 31 Milliarden US-Dollar.

Am 17. September erschien der aktuell achtreichste Mann der Welt zu einem Essen mit Medienvertretern in Hongkong – obwohl er in letzter Zeit das Rampenlicht gemieden hatte. Jede Äußerung des 85-jährigen Supermannes stößt in Hongkong auf große Aufmerksamkeit. Und nach all den schlechten Nachrichten um ihn – Verkauf von ParknShop, Unzufriedenheit mit dem Hongkonger Bürgermeister, Verkauf von Immobilien in Shanghai und Kanton, Kapitalabzug aus Festland China – ist die Aufmerksamkeit umso größer.

"Spontaner Auftritt" der grauen Eminenz

Angeblich gab es keinerlei Anzeichen für Lis Auftritt. Seine Pressestelle sagte, er sei zufällig im Restaurant gewesen und ins Plaudern gekommen. In der Tat sprach er über elf Themen … Auch der von Li gewählte Zeitpunkt dürfte kein Zufall gewesen sein: Zwei Tage zuvor war der Hongkonger Bürgermeister Leung Chun- ying das dritte Mal in Folge bei einem eigens organisierten Polit-Event aufs Podium getreten und hatte betont hat, dass die „scharfen Maßnahmen und Steuererhöhungen“ in der Immobilienbranche nicht zurückgenommen werden. Leung war damit sofort Hongkongs Top-Thema.

Li Ka-Shing bezog sich bei seinem Restaurantauftritt zwar nicht direkt auf Leungs Event, sagte jedoch klar seine Meinung: Die bewussten „scharfen Maßnahmen“ würden bereits im nächsten Jahr negative Folgen heraufbeschwören. Und das politische Risiko am Immobilienmarkt werde steigen.

Kapitalabzug aus Hongkong und Festland China

Li wurde gefragt, ob Gerüchte, dass er sein Kapital komplett aus Hongkong abziehen werde, wahr sind. Die Antwort: Seine beiden Firmen Cheung Kong Holdings, das führende Immobilieunternehmen Hongkongs und die Hutchison Whampoa Ltd., eins der größten Börsen notierten Unternehmen Hongkongs, würden auf keinen Fall ihren Hauptsitz in Hongkong aufgeben. Die Verkäufe seiner Immobilien und Supermärkte seien eine geschäftliche Entscheidung gewesen. Li betonte: „Der Umfang und das Ausmaß der Geschäfte in Hongkong werden von der politischen und wirtschaftliche Lage in Hongkong und weltweit bestimmt. Ich möchte gegenüber den Interessen meiner Aktionäre absolute Verantwortung übernehmen.“

Die „scharfen Maßnahmen der Steuererhöhung“

Bezüglich des Hongkonger Immobilienmarktes sagte Li, dass der Markt von der Regierung anstatt von den Immobilienunternehmen dominiert wird. Die Entwicklung eines neuen Projektes dauere normalerweise vier bis fünf Jahre. Vom Beginn bis zur Fertigstellung könnten alle möglichen Änderungen eintreten, weshalb es so schwer wäre, Immobilienpreise zuverlässig zu schätzen.Weil die Preise für Eigentumswohnungen in Hongkong relativ niedrig sind, solle man hier nicht weiter investieren, sondern stattdessen lieber Sozialwohnungen bauen.

Die neueste Maßnahme Leungs, durch hohe Besteuerung Spekulationen auf dem Immobilienmarkt einzudämmen, wollte Li nicht kommentieren. Er prognostizierte jedoch, dass die negativen Auswirkungen dieser Maßnahmen schon nächstes Jahr spürbar würden. Li verglich außerdem das Hongkonger Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Jahres 1997 mit dem BIP von Singapur. Damals lagen beide BIPS ungefähr gleich auf. Nun liegt Hongkongs BIP weit hinter Singapur. Ein Wink mit dem Zaunpfahl, durch den Li seine Unzufriedenheit mit der neuen Immobilienpolitik ausdrücke, so Analysten.

Aktion gezielt gegen Immobilien-Tycoone

Die „scharfen Maßnahmen der Steuererhöhung“ werden allgemein als Aktion gegen Hongkongs Reiche verstanden, gerade weil die Superreichen Hongkongs ihr Vermögen dem Immobiliengeschäft verdanken. Durch die hohe Besteuerung versucht Bürgermeister Leung die Reichen zur Kooperation mit der Regierung zu zwingen, auch wenn er damit Hongkongs Ruf als Geschäftsmetropole schadet, sagen Insider. Die Financial Times berichtete 2012 bereits die Aussage des Macauer Casino-Königs Stanley Ho, einem der 10 reichsten Chinesen, gemäß der Forbes-Liste: „Wenn Leung zum Chief Executive von Hong Kong gewählt wird, werde ich mein Kapital aus Hongkong zurückziehen, weil Leung gegen die Reichen ist“. In seiner laufenden Amtszeit schürte Leung bereits gezielt Hass gegen Hongkongs Vermögende.

Li Ka-Shing sagt dazu: „In Hongkong herrscht eine Hass-Stimmung gegen Reiche. Das ist genau der Grund, warum ich in den vergangenen Jahren mein Investment in Übersee verstärkt habe. Ein großer Baum zieht mehr Wind an. Wenn meine Hongkonger Monopolstellung mich bei vielen Leuten unbeliebt macht, gehe ich nach Europa, die USA, oder ins Festland.“

Li Ka-Shing unterstützt Xi Jinping

Auf der Forbes-Liste der reichsten Männer der Welt rangiert Li Ka-Shing auf Platz 8. Der Machtverlust der „Shanghai-Clique“ rund um den ehemaligen KP-Chef Jiang Zemin, zu der auch der nun verurteilte Bo Xilai gehörte, machte auch ihm als Business-Tycoon zu schaffen. Li und Jiang verband das, was Beobachter „eine besondere Beziehung“ nennen, wobei Li bereits vor einiger Zeit begann, diese Beziehung zu lösen. Die Statements zur Shanghaier Freihandelszone, die Li nun in seine Restaurant-Rede einfließen ließ, werteten Beobachter als Unterstützung der Politik des aktuellen Staats- und KP-Chefs Xi Jinpings.

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