Der ehemalige Vorsitzende der staatlichen Ölgesellschaft China National Petroleum Corp (CNPC), Jiang Jiemin, im Jahr 2010. Inzwischen wurde er wegen Korruption der Justiz überstellt.Foto: MIKE CLARKE/AFP/Getty Images

Wie Chinas staatliche Unternehmen die höchsten Verluste einfahren

Von 4. Juli 2014 Aktualisiert: 4. Juli 2014 6:36

Erstaunliche Ergebnisse veröffentlichte die chinesische  „Wirtschafts- und Finanztageszeitung Nr. 1“ am 3. Juli: Eine Statistik über die Entwicklung von 10 börsennotierten chinesischen Unternehmen mit A-Aktien, die seit 2007 am meisten an Wert verloren haben, ergab, dass acht von ihnen in staatlichem Besitz sind.    

Die größte Öl- und Gas-Firma, die China National Petroleum Corporation (CNPC) hat in den letzten sieben Jahren den höchsten  Betrag an Börsen-Wert verloren, nämlich 3,7 Billionen Yuan (440 Milliarden Euro).

An zweiter Stelle steht der Chemiekonzern Sinopec mit 1,17 Billionen Yuan Verlust (139 Milliarden Euro). 

Auf Platz drei landete die ICBC, die Industrie und Commerzbank, mit 1,13 Billionen Verlust (134 Milliarden Euro).

Platz sechs in diesem unrühmlichen Ranking nimmt die staatliche „Bank of China“ ein mit 670, 367 Milliarden Yuan (79,31 Milliarden Euro) Verlust.

Auf der Liste gibt es Unternehmen der Branchen Aluminium, Öl, Chemie, Schiffstransport und Finanzen.

Der weite Abstand des ersten Unternehmens CPNC vor den anderen ist besonders auffällig. Seit 2013 kam ans Licht, wie die hochrangigen Manager in die eigenen Taschen gewirtschaftet hatten. Das brachte nicht nur direkte Verluste sondern auch das Ansehen wurde beschädigt, sodass der Börsenwert rapide sank.

Die Kräfte im Hintergrund

Was ist so besonders an CPNC?  An ihrer Spitze stand bis Dezember 2013 der skandalumwitterte „Ölscheich“ Zhou Yongkang. Die chinesischen Ölförderquellen sind ein Milliardengeschäft, durch das Zhou Yongkang zu sagenhaftem Reichtum gekommen ist. Als langjähriger Vorstandschef der China National Petroleum Corporation stieg Zhou Yongkang zum obersten „Sicherheitsbeamten“ der KP auf – er wurde Chef der Stasi und eines von neun Mitgliedern im Ständigen Ausschuss des Politbüros. Seine Macht in der staatlichen chinesischen Ölgesellschaft behielt er trotzdem als graue Eminenz bei.     

Als Stasi-Chef soll Zhou Yongkang besonders grausam bei der Verfolgung von Falun Gong vorgegangen sein – Hunderttausende landeten durch das von ihm geleitete „Büro 610“, das sich ausschließlich mit der Verfolgung von Anhängern der buddhistischen Weisheitslehre beschäftigt, in Arbeitslagern.

Zhou Yongkang galt als einer der stärksten Unterstützer von Bo Xilai, des Hoffnungsträgers der Hardliner-Fraktion innerhalb der Kommunistischen Partei Chinas um Jiang Zemin herum. Wie es scheint, will der jetzige Staats- und KP-Chef Xi Jinping  mit seiner Anti-Korruptions-Kampagne diese Fraktion vollständig entmachten.

Unter Zhou Yongkang hatte die CNPC von der Regierung noch jährlich große Subventionen erhalten.  Zhou Yongkang ist seit Dezember 2013 unter Hausarrest. 

Außerdem wurden der ehemalige Vorsitzende der staatlichen Ölgesellschaft China National Petroleum Corp (CNPC), Jiang Jiemin, und der ehemalige Vizegeneralmanager der CNPC, Wang Yongchun am 30. Juni der Justiz überstellt. Wir berichteten.

Die „Wirtschafts- und Finanztageszeitung Nr. 1“ berichtete weiter, dass von August 2013 bis April 2014 sowohl 21 eigene Manager der CNPC, als auch 24 Geschäftspartner in Korruptionsfälle verwickelt waren.

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