Verkauf hinter Barrikaden - ein typisches Bild aus Wuhan, 14. April 2020.Foto: NOEL CELIS/AFP via Getty Images

Erneut wird ein Krankenhaus in Heilongjiang gebaut – Lokale Beamte melden nicht die wirklichen Zahlen

Von 13. April 2020 Aktualisiert: 25. Mai 2020 15:35
In Nordchina bereitet sich die Provinz Heilongjiang auf einen Anstieg der Corona-Infizierten vor. Ein provisorisches Krankenhaus wird gebaut, über 1000 Menschen für ein medizinisches Team gesucht. Einige Einwohner der Stadt bezweifeln, dass das Virus unter Kontrolle ist.

Heilongjiang, die nördlichste Provinz Chinas, sperrte am 7. April die Grenzstadt Suifenhe ab. Beamten zufolge war es ein Versuch, den Strom importierter Corona-Fälle aus Russland einzudämmen. Vom 27. März bis zum 9. April meldete die Stadt mehr als 100 importierte Fälle sowie 148 asymptomatische Patienten.

Einwohner bezweifeln die offiziellen Zahlen und sagten, dass die Behörden wahrscheinlich versuchen würden, die Schwere dieser neuen Infektionswelle herunterzuspielen.

Provisorisches Krankenhaus

In Suifenhe wird derzeit ein provisorisches Krankenhaus mit 600 Betten gebaut, das für asymptomatischen Patienten geplant ist. Doch die 70.000 Bewohner der Stadt sind weiterhin unter Verschluss. Nur eine Person aus jedem Haushalt darf alle drei Tage aus dem Haus, um das Notwendigste zu besorgen.

Ein Beamter aus der Nachbarschaft betonte gegenüber den Bewohnern eines Wohnkomplexes in Suifenhe in einer Mitteilung über die chinesische App WeChat den Ernst der Lage. Der Epoch Times liegt die Nachricht vor.

„Weiß jeder, wie ernst die Lage ist?“, fragte der Beamte. „Sie haben keine Ahnung, wer es hat und wer nicht … keine Symptome zu haben, ist noch erschreckender“, bemerkte er bezogen auf asymptomatische Infektionen.

Unterdessen zeigte eine interne Mitteilung der Gesundheitskommission von Heilongjiang vom 8. April, dass sie vorhat, fast 4.000 Krankenhausbetten in anderen Teilen der Provinz zur Verfügung zu stellen.

Aus der Mitteilung ging auch hervor, dass die Behörde plant, ein 1.100 Mitglieder umfassendes medizinisches Unterstützungsteam einzurichten. Sie wies die lokalen Behörden an, innerhalb von 24 Stunden eine Kandidatenliste vorzulegen.

Asymptomatische Überträger

Bis zu 25 Prozent aller Infizierten zeigen möglicherweise nie irgendwelche Symptome, sondern übertragen das Virus, so Robert Redfield, Direktor der U.S. Centers for Disease Control and Prevention. Einige andere Patienten sind ebenfalls in der Lage, das Virus 48 Stunden, bevor sie sich unwohl fühlen, zu verbreiten.

Selbst Patienten, von denen man annimmt, dass sie sich von der Krankheit erholt haben, könnten wieder positiv getestet werden. Am 10. April meldete Südkorea 91 Fälle von Patienten, die sich nach vorheriger Genesung erneut mit der Krankheit angesteckt hatten. Jeong Eun-kyeong, Direktor der obersten Gesundheitsbehörde des Landes, sagte, das Virus sei möglicherweise bei diesen Patienten „reaktiviert“ worden.

Chinas Behörden nahmen asymptomatische Patienten erst am 1. April in die tägliche Liste der bestätigten Fälle auf, als das Regime ankündigte, dass 1.541 solcher Patienten unter ärztlicher Beobachtung stünden.

Die Nationale Gesundheitskommission erkannte im Februar in ihren offiziellen Richtlinien an, dass asymptomatische Träger des Virus eine „potenzielle Infektionsquelle“ darstellen. Seither haben mehrere chinesische Gesundheitsexperten das Risiko einer Ausbreitung durch asymptomatische Patienten heruntergespielt. Der chinesische Lungenexperte Yang Jiong sagte Anfang April in einem Interview mit den staatlichen Medien, dass es in Wuhan 10.000 bis 20.000 asymptomatische Träger geben könnte. Das Interview wurde inzwischen gelöscht.

„‚Importierte Fälle‘ wären eine bequeme Ausrede“

Das chinesische Regime hat in den letzten Wochen nur wenige neue Infektionen im Inland gemeldet und behauptet, dass die meisten neuen Fälle von Reisenden stammen, die im Ausland infiziert wurden. Einige Einwohner Heilongjiangs bezweifeln, dass das Regime ein vollständiges Bild der Lage gezeichnet hat. Yu, der in der Provinzhauptstadt Harbin lebt, fragte sich, ob die Beamten einfach alle Fälle als importiert bezeichneten, um die Situation des Ausbruchs zu verschleiern.

„Wenn sie lokale Fälle anerkennen würden, würde das bedeuten, dass der Ausbruch nicht unter Kontrolle ist, und ‚importierte Fälle‘ wären eine bequeme Ausrede“, sagte er der Epoch Times.

Lokale Beamte haben es vertuscht, sie melden nicht die wahren [Zahlen]“.

Die Rückkehr ist unsicher

Eine andere gebürtige Harbinerin, Deng, sagte, dass sich ihre Nachbarschaft derzeit unter Sperrmaßnahmen befindet und ab 22 Uhr eine nächtliche Ausgangssperre verhängt wird. Sie sagte, dass mindestens zwei Bewohner in ihrer Gegend beim Betreten des Sicherheitstors eine gelbe bzw. rote Flagge auf ihrer mobilen Virenerkennungs-App erhalten hätten, was bedeute, dass sie potenzielle Virusträger seien und unter Quarantäne gestellt würden.

Deng sagte, sie habe nicht gewagt, zu viel zu verlangen, um nicht beschuldigt zu werden, „nicht an die Regierung zu glauben“. „Die Informationen sind nicht transparent“, sagte sie.

Die Hotels von Suifenhe haben nach der neuen Abriegelung aus Angst vor Infektionen ihre Türen geschlossen, so ein Ortsansässiger, der seinen Familiennamen mit Li benannte. Einige Chinesen, die vor kurzem aus Moskau zurückkamen, seien in den örtlichen Sportarenen unter Quarantäne gestellt worden, berichtete Li.

„Die Rückkehr ist eigentlich noch unsicherer“, sagte Li. „Vielleicht haben Sie das Virus nicht, aber es ist sehr leicht, sich in einer konzentrierten Gruppe anzustecken. Man weiß nicht, wer sich mit dem Virus anstecken könnte.“

Das Original erschien in The Epoch Times (deutsche Bearbeitung von pl)
Originalartikel: Province in China Prepares Thousands of Hospital Beds Amid New Wave of Infections 


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Krankheiten wie COVID-19, Katastrophen und seltsame Naturereignisse machen den Menschen aufmerksam: etwas läuft schief. Es läuft tatsächlich etwas sehr schief. Die Gesellschaft folgt - verblendet vom "Gespenst des Kommunismus" - einem gefährlichen Weg.

Es ist der Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen, zwischen dem Göttlichen und dem Teuflischen, die in jedem Menschen wohnen.

Dieses Buch schafft Klarheit über die verworrenen Geheimnisse der Gezeiten der Geschichte – die Masken und Formen, die das Böse anwendet, um unsere Welt zu manipulieren. Und: Es zeigt einen Ausweg. „Chinas Griff nach der Weltherrschaft“ wird im Kapitel 18 des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ analysiert. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion