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Frauen als Mütter – Die unterschätzte Macht

Von 15. August 2021 Aktualisiert: 15. August 2021 10:33

„Frau, wie göttlich deine Mission ist, hier auf unserer Mutter Erde;
Bewahre ja, bewahre das junge Herz

Stets zum Odem Gottes!
Die Triumphe aller Zeiten,
Mit Perlen der Mutterliebe geschmückt sie sind;
Denn die Hand, die die Wiege schaukelt
Diese ist es, die die Welt regiert.“
— aus „Die Hand, die die Wiege schaukelt“ von William Ross Wallace

Im Flusse des Lebens kommt der Mutter eine besondere Rolle zu. Die Kinder beobachten jede Geste, jeden Tonfall und jede Mimik der Mutter mit liebevoller Aufmerksamkeit. Dann ahmt das Kind sie nach, erst ein bisschen unbeholfen, aber mit aufrichtiger Hingabe. Selbst an ihren schlechten Tagen lieben Kinder ihre Mutter bedingungslos. Für sie ist sie alles, was gut und richtig ist.

Mütter haben eine enorme Macht, das Denken, Fühlen und Handeln ihrer Kinder zu prägen – und damit auch die Zukunft einer Generation und langfristig die der gesamten Menschheit.

„Meine Mutter war die schönste Frau, die ich je gesehen habe. Alles, was ich bin, habe ich meiner Mutter zu verdanken. Ich schreibe meinen Erfolg im Leben der von ihr erhaltenen moralischen, intellektuellen und körperlichen Erziehung zu“, sagte George Washington, einer der Gründerväter der USA.

Konfuzius wurde, nachdem sein Vater in frühen Jahren verstarb, von einer alleinstehenden, sehr hingebungsvollen Mutter aufgezogen, die ihn in seinen frühen Jahren zu Hause unterrichtete.

In der heutigen Zeit haben wir jedoch den Blick für die feine, aber wichtige Unterstützung durch die Mutter, die sie ihren Kindern bei der Erziehung zu Teil werden lässt, aus den Augen verloren.

Die Zahl der Mütter, die in Deutschland ihre Kinder selbst erziehen, ist in den letzten zwei Generationen drastisch zurückgegangen. So lag der Anteil berufstätiger Mütter im Jahr 1980 bei 43 Prozent, während er 2019 bereits mehr als drei Viertel (77 Prozent) ausmachte. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Kinderbetreuung

Für Kinder kommt es sehr darauf an, wie gut die zur Verfügung stehende Betreuung tatsächlich ist, wenn sie nicht mit ihren Müttern zusammen sein können.

Traditionell wurde die Familie als wichtige Institution in der Gesellschaft angesehen, in der die Mutter die stolze Hauptrolle bei der Kindererziehung spielte.

Der Psychologe und Autor Dr. James Dobson, Befürworter der Mutter als Hauptbetreuungsperson der Kinder, äußerte sich in seinem Bestseller Buch „Dare to Discipline“ (deutsch etwa: Trau dich, zu disziplinieren) über die Bedeutung der Mutterschaft in den ersten Lebensjahren eines Kindes. Das Buch wurde 1970 inmitten der zweiten Welle des Feminismus verfasst. Zu der Zeit wurde allen Frauen gesagt, es sei ein klarer Nachteil, ihre Karriere wegen der Kinder aufzugeben.

In seinem Buch zeigt Dr. Jobson auf, dass die wichtigste Aufgabe der Betreuungspersonen in den ersten fünf Lebensjahren eines Kindes darin liegt, „täglich die feinen, aber wichtigen Verhaltensweisen eines Kindes zu formen, anzuleiten und zu bestärken“.

Um diese feine Anleitung geben zu können, muss die Betreuungsperson in der Lage sein, „in der richtigen Kombination zu disziplinieren und zu lieben“. 

Tagesmütter und -väter können natürlich in altersgerechten Erziehungsmethoden geschult werden; aber für Zuneigung gibt es keine Schulung. Nun ist es aber gerade die Liebe und Zuneigung, die für das Gedeihen kleiner Kinder unerlässlich ist.

„Eine gute Mutter zu sein, ist eine der komplexesten Aufgaben im Leben und doch ist diese Rolle in den letzten Jahren in Verruf geraten. Welche Tätigkeit könnte wichtiger sein, als das Menschenleben in seinen prägendsten Jahren zu formen?“, meint Dobson.

„In den Familien wird der Grundstein für die Moral einer Nation gelegt. Es nützt nichts Schulen, Akademien und Universitäten einzurichten, wenn Kinder dort in ihren frühesten Jahren nur durch lose Regeln, ein Mangel an Disziplin und schlechte Gewohnheiten geprägt werden. Die Mütter sind die ersten und wichtigsten Erzieher der Jugend“, schrieb John Adams, Mitautor der amerikanischen Verfassung.

Nachahmung ist aufrichtige Liebe

Bis zum Alter von etwa 6 Jahren ahmen Kinder sowohl gute als auch schlechte Menschen in ihrer Umgebung nach, ohne dies zu beurteilen.  

Sie können selbst erleben, wie Ihr Kleinkind Ihre Worte, Ihren Tonfall und Ihre Handlungen nachahmt. Wenn Sie Ihr Kind in die Kindertagesstätte schicken, werden Sie die Ausdrücke und Verhaltensweisen der Menschen dort kennen lernen.

Kinder kopieren auch emotionale Muster und übernehmen damit Ihre Werte und Einstellungen gegenüber anderen Menschen und Dingen in Ihrer Umgebung. Kinder handeln so, wie man es ihnen vorlebt. 

Werden Sie beispielsweise wütend, weil der Hund auf die Couch gesprungen ist, dann lernt Ihr Kleinkind: es ist in Ordnung den Hund anzuschreien. Wenn Sie Ihren Ehepartner kritisieren, müssen Sie damit rechnen, später von Ihrem Teenager kritisiert zu werden.

In ihrem Buch „Joyful Toddlers and Preschoolers“ (Fröhliche Kleinkinder und Vorschulkinder) schreibt die Erzieherin Faith Collins: „Der innere Kompass für richtig und falsch, den wir als Erwachsene haben, entwickelt sich insbesondere in den ersten sechs bis sieben Lebensjahren durch prägende Erfahrungen im Umgang mit unseren Eltern, Geschwistern und Lehrern. Wir lernen daraus wie die Welt sein sollte.“

Viele frustrierte Eltern versuchen vergeblich das Verhalten ihrer Kinder zu ändern, ohne zuerst ihr eigenes Verhalten unter die Lupe zu nehmen und entsprechend zu korrigieren.

Gerade bei kleinen Kindern muss man berücksichtigen, dass sie sehr sensibel auf den emotionalen Zustand der Erwachsenen um sie herum reagieren, ohne dass sie sich dessen bewusst sind. Waldorfpädagogin Barbara Patterson erläutert in ihrem Buch „Jenseits der Regenbogenbrücke“, dass kleine Kinder noch kein klares Gefühl für Individualität haben – weder für sich selbst noch für andere Menschen -, aber sie nehmen den Charakter deutlich und intensiv wahr:

„Wer ist die Person hinter den Worten oder Taten? Ist sie warmherzig, ehrlich und aufrichtig? Oder hat sie kein wirkliches Interesse an dem Kind, ist unehrlich oder selbstsüchtig? Instinktiv erspürt das Kind die Wirklichkeit, die hinter der Person steht“.

Das Kind ist auch nicht in der Lage, sich von den Emotionen anderer zu trennen. Wenn ein Kind dem Einfluss einer unehrlichen Person ausgesetzt ist, so kann dies sein eigenes Selbstbewusstsein untergraben, fügte Patterson hinzu.

Natürlich werden die meisten Eltern ihr Möglichstes tun, um ihre Kinder von Menschen mit schlechtem Charakter fernzuhalten. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass Kinder sehr empfindlich auf den subtilen Grad der Zuneigung derjenigen reagieren, die sich um sie kümmern.

So kann es sein, dass selbst eine gut ausgebildete Betreuungsperson in der Kindertagesstätte ein bestimmtes Kind aus irgendeinem Grund nicht besonders mag.  Sollte die Betreuungsperson sich nicht bewusst darum bemüht, diese Gefühle zu überwinden, kann ihre innere Haltung nach einer gewissen Zeit das Selbstwertgefühl eines Kindes herabsetzen.

Natürlich können auch Eltern in das Verhaltensmuster verfallen, ihre kleinen Kinder nicht zu mögen, aber Eltern sind in der Regel und von Natur aus viel mehr am Wohl ihres Kindes interessiert.

„Keine Betreuungsperson kann den Enthusiasmus und die Freude der Eltern über die Erfolge eines Babys übertreffen, zum Beispiel wenn es aufrecht sitzen und laufen lernt.  Solche Errungenschaften verstärken wiederum das Engagement und die Liebe der Eltern, was dazu beiträgt, dass das Kind ein Gefühl von Selbstwert und Sicherheit entwickelt“, schreibt die Waldorf-Frühpädagogin Rahima Dancy in ihrem Buch „Du bist der erste Lehrer deines Kindes“.

Daraus wird klarer ersichtlich, wie wichtig in den ersten Lebensjahren echte Liebe und Wärme seitens der Mutter für die Gesundheit und das Lebensglück des Kindes sind.

Innere Stärke entwickeln

Kinder sind vielleicht die fröhlichste, präsenteste und liebevollste Gruppe von Menschen auf diesem Planeten. Wenn man sich die Zeit nimmt, sie in Ruhe zu beobachten und ihre Wahrnehmung der Welt zu verstehen, dann wirkt ihre Gefühlswelt geradezu ansteckend. Wenn man sich aber nicht die Zeit nimmt, sie zu respektieren, zu lieben und zu leiten, werden sie zu den eigensinnigsten und frustrierendsten Menschen, denen man je begegnen kann.

Wie jede Heldenreise, so wirkt auch die Reise der Mutterschaft veredelnd. Sie zwingt uns dazu, echte Stärke in uns selbst zu finden und zu entwickeln. Wir sind herausgefordert, tief über uns selbst nachzudenken — über unser Handeln und unsere Ideale sowie hohe Maßstäbe anzusetzen und mit ruhigem Beispiel voranzugehen. Selbst dann, wenn dieses Beispiel darin bestehen sollte, hinzufallen, wieder aufzustehen und beständig weiterzumachen.

Durch die Mutterschaft entwickeln wir am leichtesten Mitgefühl – für die Schwierigkeiten unserer Kinder, für unsere eigenen Mühen und für die Hingabe unserer eigenen Mütter. So schließt sich der Kreis. Wir sehen, dass es im Leben viel Leid gibt, aber wir haben die Chance, für unsere eigenen Kinder eine Kultur zu schaffen, in der Respekt und Liebe die Negativität überwinden.

June Kellum ist Vollzeit-Mutter von zwei Kindern und Redakteurin für Gesundheit und Wellness bei The Epoch Times.



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