Hans Christian Andersen - Fotografie von Henrik Tilemann, 1865 Copyright: Odense Bys Museer

Andersen in Wien

Von 1. April 2005 Aktualisiert: 1. April 2005 1:00
Zum Geburtstag am 2. April

Hans Christian Andersens Märchen begeistern seit rund 200 Jahren nicht nur Millionen von Kindern. Geschichten wie „Das hässliche Entlein“, „Des Kaisers neue Kleider“, „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ oder „Die Kleine Meerjungfrau“ sind längst ins Volkskulturgut aufgenommen und werden noch immer gerne erzählt.

Weniger bekannt sind jedoch 156 weitere Märchen aus Andersen Feder, seine Novellen, Gedichte, Dramen, Texte mit autobiographischen Inhalten oder Berichte von seinen Reisen. Sehr zum Leid von dem großen Schriftsteller, denn auch seine geliebten Zeichnungen führten eher ein Schattendasein.

Überaus große Beliebtheit erlangte Hans Christian Andersen besonders im deutschsprachigen Raum, er wurde sehr früh vom Dänischen ins Deutsche übersetzt und unternahm zahlreiche Reisen. Vor allem Wien besuchte er sehr gern. Fast vierzig Jahre lang reiste er für mehrere Wochen in die damalige Kaiserstadt und wurde ein scharfsinniger und humorvoller Beobachter der Wiener Gesellschaft. Die baulichen Veränderungen der Wiener Innenstadt rund um 1880 hatten es ihm besonders angetan, er bewunderte die neue Pracht und Eleganz der Stadt. Nur die Wiener selbst gefielen ihm ganz und gar nicht, oder besser gesagt, das männliche Geschlecht bekam eine Ladung Spott ab, in seinen Augen seien sie „Leute im Frack und mit Kartoffelgesichtern“.

Es schätzte jedoch sehr den Wiener Intellektuellenkreis rund um Grillparzer, Alexander Baumann, Ignaz Franz Castelli, den dänischen Architekt Theophil Hansen, den Rabbiner Isak Noa Mannheimer und die schwedische Sängerin Jenny Lind, zu der er eine unerwiderte Liebe empfand.

Am 2. April feiert Hans Christian Andersen seinen 200. Geburtstag und aus diesem Anlass zeigt das Wienmuseum die Ausstellung „Andersen in Wien“. Leihgaben aus seinem Geburtsort illustrieren sein Werk und Leben und eine Spezialausstellung des Wienmuseum beleuchtet die Wiener Gesellschaft und Kultur durch die Augen des wachen Geistes Andersens.

Zum Vormerken: In Berlin feiert man den großen Schriftsteller im Herbst im Rahme der 15. Berliner Märchentage, dieses Mal vom 3. bis zum 13. November 2005.



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