Stars für „Gute-Tat.de“ im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie

Von 29. November 2012 Aktualisiert: 29. November 2012 12:06

Am Mittwochabend richtete die Berliner Stiftung Gute-Tat.de zum dritten Mal ein Benefizkonzert der Klassikstars im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie aus. Die Stiftung betreibt Standorte in Berlin, Hamburg und München, wo sie Menschen jeden Alters vielfältige Möglichkeiten vermittelt, sich sozial zu engagieren.

Eine musikalische Wundertüte

Mit der Moderation von Klassikradio-Starmoderator Holger Wemhoff wurde es ein Konzert, das sowohl Musikkenner wie auch Neulinge mit einem Wunschlos-glücklich-Gefühl in den Berliner Advent entließ. Dies lag zum einen an der intelligenten Programmauswahl aus unbekannten Schätzen und populären Stücken, zum anderen auch daran, das alle Beteiligten so seelenvoll und inspiriert musizierten. Zwischen den Stücken gab es kleine Gespräche, die unterhaltsame Einblicke ermöglichten. Der Abend glich einer Wundertüte mit kammermusikalischem Inhalt und dem Knallbonbon Simone Kermes zum Schluss.

Zu Beginn sang der Staats- und Domchor Berlin unter Kai-Uwe Jirka weihnachtliche Motetten von Jakob Heinrich Lützel und Felix Mendelssohn Bartholdy und schlug mit seinem bezaubernd homogenen und frischen Klang aus Knaben- und erwachsenen Männerstimmen das Publikum in seinen Bann.

Klarinettist David Orlowsky, der vom Umweg über den Klezmer zur Klassik kam, interpretierte sodann mit Amir Katz am Klavier die Fantasiestücke op. 73 Nr. 1 und Nr. 3 von Robert Schumann.

Einen romantischen Höhepunkt bildete die Nummer 3 aus den Märchenerzählungen op. 123 von Robert Schumann, die mit einem Briefausschnitt von Robert und Clara Schumann ergänzt wurde, gelesen von der Schauspielerin Suse Klemm. David Orlowsky und Nils Mönkemeyer gelang das unwahrscheinliche Kunststück, Klarinette und Bratsche perfekt aufeinander abzustimmen. Gemeinsam mit William Youn am Klavier wurde es ein hochemotionaler Moment.

Amir Katz beschloss den ersten Teil mit dem Nocturne op. 9 Nr. 2 von Chopin und dem Mephisto-Walzer von Franz Liszt, dessen programmatischer Inhalt zuvor in scherzhaften Umschreibungen erläutert wurde.

Ein Knallbonbon zum Schluss …

Nach der Pause feierte Nils Mönkemeyer, begleitet von William Youn, einen Soloerfolg an der Bratsche mit der pathetischen Élégie für Viola und Klavier f-Moll op. 30 von Henri Vieuxtemps. Für ihn, der als Geigenschüler zur Viola kam, war es das erste Stück, das er voller Begeisterung auf seinem neuen Instrument einstudiert hatte. Er vermute, dass die zahlreichen Bratscherwitze der notwendige Ausgleich für das melancholische Wesen seines Instrumentes seien, erklärte Mönkemeyer und gab auch seinen knappen Lieblings-Bratscherwitz zum Besten: „Ein Bratscher geht an einer Kneipe vorbei.“

Sehnsuchtsvoll und verinnerlicht ging es weiter mit William Youn, der Liszts Bearbeitung von Franz Schuberts „Ständchen“ und den 3. Satz der Mondscheinsonate von Beethoven spielte, der auch ohne seinen Kontext als elektrisierender Augenblick beeindruckte.

Das Barockorchester La Folia trat in kleiner Besetzung (unter der Leitung von Violinist Robin Peter Müller) mit einem delikat-feurigen Concerto von Antonio Vivaldi (e-Moll RV 133) auf, bevor

Sopranistin Simone Kermes „nicht ganz so aufgerüscht wie sonst“, aber trotzdem in fulminanter Form den Abend krönte. Kermes ist für ihre ausgefallenen Bühnenoutfits berüchtigt, was Witze des Moderators über ihr moosgrünes Plissee-Kleid nach sich zog.

Simone Kermes sang eine barocke Sturm-Arie „Vedra turbato il mare“ des Händel-Zeitgenossen Nicola Antonio Porpora: Ein Koloraturen-Feuerwerk, das die Grenzen des sängerisch Möglichen austestet und von ihr mit Temperament und spielerischer Leichtigkeit entfesselt wurde. Als Zugabe (nach der aus mehreren Kehlen gerufen wurde) folgte Händels „Lascia chio pianga“, was sie und ihr Orchester als einen kaum hörbaren Hauch von Musik zelebrierten.

Begeisterter Applaus mit Bravorufen für die Künstler. Der Vorstand der Stiftung Gute-Tat.de, Jürgen Grenz, sowie die Geschäftsführerin Ines Brüggemann bedankten sich beim Publikum und den Sponsoren.

Mehr Informationen unter: www.gute-tat.de

 

 

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