«Fußball ohne Fans ist nichts!» steht auf einem Transparent in der Paderborner Benteler-Arena.Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa

Kolumne vom Freischwimmer – Die neue schöne Fußballsaison

Von 13. September 2020 Aktualisiert: 13. September 2020 8:44
So, nun geht der Profi-Fußball mit dem Start der Pokalspiele an diesem Wochenende in die neue Saison. Millionen Leute freuen sich. Viele nicht.

Man kann nicht mehr einfach so ins Stadion gehen. Wenn überhaupt, dann nur wenige Zuschauer. Auflagen, Bestimmungen, Tests … naja, Sie haben bestimmt auch schon von der totalen Überwachung gehört. An Fußballfans kann man so schön testen, wie weit man gehen kann. Einige der organisierten Fans und Ultras plädieren deshalb dafür, so lange nicht ins Stadion zu gehen, bis alle wieder gehen können. Dabei zeigen sie sich solidarisch mit denen, die ausgesperrt werden sollen.

Die schlauen Köpfe unter ihnen haben ebenso erkannt, dass die Maßnahmen in keinem Verhältnis mehr zu den Toten oder Infizierten von Corona stehen. Sie haben durchschaut, dass es Kräfte gibt, die nur einmal schauen wollen, wie weit sich die Fans schikanieren lassen, um wieder ins Stadion gehen zu dürfen. Erfassung der Personalien, Tests, Bierverbot und Abstandsregeln im Block sind geeignete Prüfungen, um evaluieren zu können, was man dem gesamten Volk in Zukunft auferlegen kann, ohne dass es rebelliert.

„Die Stimmung auf den Rängen kommt mir vor wie bei der Einweihung einer Kläranlage.“ (Sascha Rufer)

Man schmeißt dem Volk ein paar Brotkrumen hin und schaut, wie weit man gehen kann. Hat man ein paar Verbote und Regeln etabliert, kommen dann die nächsten. Stück für Stück. Und falls die Fans doch nicht alles willenlos mitmachen, wird von irgendwo einer um die Ecke kommen und an die Loyalität der Fans appellieren. „Was, jetzt in diesen schweren Zeiten lasst ihr euren Verein im Stich und tragt nicht weiter euer Geld ins Stadion?“ Dann werden sich doch noch einige entschließen und hingehen. Trotz der überzogenen Maßnahmen. Zusätzlich wird man die Spiele oft im TV thematisieren und die Fans dadurch noch richtig heiß machen. Solange bis sie die Kröte schlucken. So wie es momentan aussieht, wird dieser Plan gelingen.

„Wir haben mit der notwendigen fairen Brutalität gespielt.“ (Christian Beeck)

Naja, genau betrachtet ist das doch eigentlich gar nicht so schlimm, wenn wir uns völlig willenlos nach und nach in die absolute Versklavung führen lassen. Es hat doch bis jetzt keinen gestört – also wieso sollte es dann anders werden? Jeder bekommt das, was er verdient.

„Wunderbar, wie er seinen Körper zwischen sich und den Gegner schiebt.“ (Udo Lattek)

Aber freuen wir uns doch auf (Brot und) die Spiele. Bei der Abschlusstabelle der vergangenen Saison sind unter den ersten 6 Teams ein Softwarehersteller, ein Chemiekonzern, ein ausländischer Getränkekonzern und eine Aktiengesellschaft vertreten. Fußballvereine im eigentlichen Sinn jedoch nur zwei. Das lässt hoffen, denn mit Sicherheit sitzen jetzt irgendwo schon findige Vertreter der Atombombenindustrie zusammen, um sich zu überlegen, wie sie ihre Produkte mit gemieteten Sportlern bewerben können. Vielleicht kaufen die sich ebenso eine Lizenz von einem anderen Verein, nehmen sich 7 Marionetten, die nur ihren Namen angeben müssen … und schwuppdiwupp … spielen dann in ein paar Jahren die Atombombenindustrie und ausländische Getränkekonzerne die Deutsche Meisterschaft unter sich aus. Klasse!

„Chelsea hat diesen Roman Abramowitsch und seine Milliarden, die er mit den russischen Ölfeldern verdient hat. Aber wir haben Barry Hearn, der eine ziemlich gut gehende Billardhalle in Leyton hat!“ (Bob Mills)

Vielleicht kommen ja auch irgendwann Parteien auf die Idee, gekaufte Fußballer für sich Werbung laufen zu lassen. Oder glauben Sie im Ernst, dass sich einige führende Politiker*Innen*divers wirklich ernsthaft für Fußball interessieren? Echt, glauben Sie das? Warum zeigen die sich aber gerne bei derartigen Veranstaltungen dem Volk? Na, klingelt`s?

„Kickenbacher Offers.“ (Arnim Basche)

Meine größte Hoffnung ist, dass in der neuen Saison sehr viele Spieler für Black Lives Matter auf die Knie gehen. Aber Obacht – sie dürfen auf keinen Fall falsch knien. Wie schnell ist es passiert, dass man sich verkniet!?! Richtiges Knien bedeutet, dass die Fußballer ausschließlich nur für die Agenda von BLM niederknien.

Keinesfalls darf man für kleine Jungs knien, die ermordet wurden, indem man sie vor einen Zug gestoßen hat. Unrichtig wäre ebenfalls für den Farbigen zu knien, der in den USA von der Antifa ermordet wurde, weil er nach deren Meinung den falschen Präsidenten wählen wollte. Auch wäre es völlig falsch, für Menschen zu knien, die durch Messerstiche ermordet wurden. Für die falschen Getöteten zu knien, wäre tödlich – zumindest für die eigene Karriere. Freie Meinungsäußerung bei Spitzensportlern ist nur dann zulässig, wenn man für die richtige, vorgegebene Meinung eintritt.

„Hass gehört nicht ins Stadion. Die Leute sollen ihre Emotionen zu Hause in den Wohnzimmern mit ihren Frauen ausleben.“ (Berti Vogts)

Aber lassen Sie nur – ich trage mein Geld auch noch dorthin. Seien Sie bitte (wenigstens heute) einmal nachsichtig mit mir, weil ich hier mit gespaltener Zunge spreche (schreibe). Einerseits finde ich das mit den Jahren; Jahrzehnten entstandene System zu kommerziell und zu korrupt – andererseits kann ich es einfach nicht lassen dahin zu gehen. Vielleicht sollte ich in der kommenden Woche tatsächlich mal einen Fachmann konsultieren, der mir gegebenenfalls eine (kleine) Persönlichkeitsspaltung attestieren würde.

Eventuell könnte ich dann sogar eine ermäßigte Eintrittskarte kaufen. Allerdings erst dann, wenn alle wieder hingehen dürfen. Zu sehr hänge ich an meinem Verein und zu sehr gefällt mir das Spiel mit der runden Lederkugel. Ich bin mir auch dessen bewusst, dass ich eben ein düsteres Bild gezeichnet habe und dass dies im Gegensatz dazu steht, dass ich meine schwer verdiente Kohle immer noch dahin schleppe. Ich muss einfach dahin gehen. Und würde mich jemand fragen, ob ich ihm raten würde, mit seinen Freunden zusammen im Block zu stehen – ich glaube, ich würde „ja“ sagen.

Schließlich will ich mich auch wieder in der Fankurve mit Freunden treffen und mich gemeinsam mit ihnen freuen, wenn unser Stürmer die Kirsche oben genau in den Winkel reinhämmert. Am besten noch gegen die Spieler unseres „Lieblingsgegners“ aus der „verbotenen Stadt“.

„Da sind meine Gefühle mit mir Gassi gegangen.“ (Jürgen Klinsmann)

Und genau mit diesen Gefühlen kriegen sie mich. Ach, wie gerne wäre ich wie ein Buddha, der sich nicht von seinen Begierden hin und her zerren lässt …

„Ich bin eigentlich ganz anders. Nur habe ich leider überhaupt keine Zeit dazu.“ (Berti Vogts)

UND

„Manche Leute halten Fußball für eine Sache von Leben und Tod. Ich kann Ihnen versichern, es ist sehr viel wichtiger als das.“ (Bill Shankley)

Ahoi
Ihr Freischwimmer

„So, jetzt alphabetisch der Größe nach aufstellen!“ (Archie Kox)

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