Der Theologische Saal des Klosters Strahov und die Bibliothek.Foto: Klosters Strahov

Prag: Kloster und Bibliothek Strahov

Von 28. Februar 2022 Aktualisiert: 25. Februar 2022 7:32
Eine verzierte Reliquie versteckt in Prag.

Das Strahov-Kloster in Prag, Tschechische Republik, wurde um 1143 vom Olmützer Bischof Jindrich Zdík nach seiner Pilgerreise ins Heilige Land im Jahr 1138 errichtet. Die klösterliche Gemeinschaft blühte mit der Ankunft der Prämonstratenser aus Deutschland auf. Die Ankunft der Prämonstratenser aus Deutschland brachte viele architektonische Entwicklungen im Kloster mit sich, angefangen mit dem Bau einer romanischen Basilika bis hin zum Bau von Klostergebäuden aus Stein.

Das Kloster hat die Zeit überdauert, auch wenn es im Laufe der Jahrhunderte immer wieder von Katastrophen und Angriffen heimgesucht wurde. Alle Schäden wurden von Äbten wie Jan Lohelius und Kašpar Questenberg, die dem Kloster auch neue Gebäude hinzufügten, durch sorgfältigen Wiederaufbau schnell behoben. Dazu gehörten neue Gärten, eine Klosterbrauerei und sogar mehrere Erweiterungen der Stadt, darunter der Bau des St.-Norbert-Kollegs in der Prager Neustadt, in dem die Ordensmitglieder studierten. Im 17. und 18. Jahrhundert setzten viele andere Äbte ihre Bemühungen um den Wiederaufbau des Klosters nach Kriegszeiten fort.

Die Besonderheiten des Klosters Strahov

Der Theologische Saal, Teil der Bibliothek von Strahov, wurde im Barockstil erbaut und 1679 unter Abt Jeroným Hirnhaim fertiggestellt. Die letzte Erweiterung des Klosterkomplexes war der Ausbau des Philosophischen Saals im klassizistischen Stil unter Abt Václav Mayer, der das Gebäude um 1794-1797 fertigstellte. Nach dieser Zeit gab es keine weiteren größeren Bauvorhaben, und die folgenden Generationen von Äbten konzentrierten sich auf kleinere Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten im Außenbereich.

Die Bibliothek des Philosophischen Saals wurde auf Wunsch Mayers der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und spielte eine große Rolle bei der tschechischen nationalen Wiedergeburt im 18. und 19. Jahrhundert, die bis zur kommunistischen Machtübernahme in den 1950er-Jahren zu einer Periode des nationalen Erwachens und Wohlstands führte. In dieser Zeit wurden die Prämonstratenser vertrieben, das Kloster und seine Bibliotheken in die Gedenkstätte für Nationalliteratur umgewandelt und einer gründlichen archäologischen Untersuchung unterzogen.

Nach der Samtenen Revolution im Jahr 1989, die von antikommunistischen Demonstranten angeführt wurde und dem Einparteienstaat ein Ende setzte, wurde das Strahov-Kloster den Prämonstratensern zurückgegeben.

Die Basilika

Die dreischiffige romanische Basilika wurde als Teil der Kirche Mariä Himmelfahrt errichtet und gilt als eine der ersten Erweiterungen des Klosters im 12. Jahrhundert. Nach einem Brand im Jahr 1258 wurde sie im gotischen Stil wiederaufgebaut. Nach Angaben des Klosters Strahov wurde die flache Holzdecke durch eine Kuppel ersetzt, zusammen mit einigen anderen baulichen Veränderungen. In den folgenden Jahrhunderten erfuhr die Kirche zahlreiche architektonische Veränderungen, darunter eine Umgestaltung im Renaissancestil und später eine barocke Umgestaltung.

Derzeit ist das Kirchenschiff (der zentrale Teil der Kirche, der sich vom Haupteingang bis zu den Querschiffen erstreckt) 63 Meter lang, 10 Meter breit und 16 Meter hoch. Am Ende des Schiffes steht ein großer Marmoraltar. Außerdem gibt es zehn Seitenaltäre, die sich über die gesamte Länge der Basilika erstrecken. 

Das Gewölbe der Kirche weist gemalte Motive der Heiligen Jungfrau Maria auf, die 1774 von Neunhertz gemalt wurden, und die Wände des Kirchenschiffs zeigen Fresken, die das Leben des Heiligen Norbert feiern.

Der Theologische Saal

Das Gebäude im Barockstil gilt als der älteste Teil der Bibliothek, es beherbergt über 18.000 Bände Literatur, die vertikal in hölzernen Bücherregalen aufbewahrt werden – eine Reminiszenz an das barocke Bibliothekskonzept, Bücher aufrecht zu lagern. Nach Angaben des Klosters befinden sich über jedem Bücherregal geschnitzte, hölzerne Kartuschen, die mit dünner Goldfarbe überzogen sind. Diese Verzierungen zeigen Bilder, die direkt mit der Art der Literatur korrespondieren, die in den Regalen darunter steht. In der Bibliothek sind Fresken mit Sprichwörtern aus der Bibel zu sehen.

Der Philosophische Saal

Die zweite Bibliothek wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbaut, um die zahlreichen Neuzugänge in der Bibliothek aufzunehmen. Sie wurde im klassizistischen Stil erbaut und verfügt über originale, handgeschnitzte Bücherregale aus Nussbaumholz. An der Decke befinden sich zahlreiche Fresken des Wiener Malers Anton Maulbertsch aus dem Jahr 1794. 

Die Bilder stellen die Entwicklung von Wissenschaft und Religion und deren gegenseitige Beeinflussung dar. Die Motive erinnern daran, dass die Grundlage der wahren Weisheit in der Religion zu finden ist. Die Entwicklung der Menschheit wird durch die Darstellung wichtiger Persönlichkeiten wie Adam und Eva, Moses, Noah und die Entwicklung der griechischen Zivilisation, die Ankunft der Philosophen Sokrates, Diogenes und Demokrit dargestellt.

Die Bibliothek umfasst 42.000 Bände aus den Bereichen Religion, Medizin, Mathematik, Philosophie, Geografie, Geschichte, Astronomie und mehr.



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