Neue Studie: Glyphosat doch am Bienensterben schuld

Epoch Times28. September 2018 Aktualisiert: 28. September 2018 10:38
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Unkrautvernichter Glyphosat doch am Bienensterben beteiligt ist - zumindest indirekt. Bienen, die dem Pflanzenschutzmittel ausgesetzt sind erleiden erhebliche Schäden ihrer Darmflora, sind damit anfälliger und sterben.

Der weltweit am häufigsten verwendete Unkrautvernichter kann auch indirekt Bienen töten. Neue Forschungen der University of Texas in Austin zeigen, dass Honigbienen, die Glyphosat, ausgesetzt sind, deutliche Schäden der Darmflora davontragen und damit anfälliger für Infektionen und Tod durch schädliche Bakterien sind.

Wissenschaftler glauben deshalb, dass Glyphosat zum Rückgang der Honig- und Wildbienen auf der ganzen Welt beigetragen hat.

„Wir brauchen bessere Richtlinien für die Verwendung von Glyphosat, insbesondere für die Exposition von Bienen, denn im Moment gehen die Richtlinien davon aus, dass Bienen durch das Herbizid nicht geschädigt werden“, sagte Erick Motta, der Doktorand, der die Forschung leitete, zusammen mit Professor Nancy Moran. „Unsere Studie zeigt, dass das nicht wahr ist.“

Die Ergebnisse werden diese Woche in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Da Glyphosat ein wichtiges Enzym in Pflanzen und Mikroorganismen, aber nicht in Tieren stört, wird seit langem angenommen, dass es für Tiere, einschließlich Menschen und Bienen, ungiftig ist. Diese neueste Studie zeigt jedoch, dass Glyphosat durch die Veränderung der Darmflora einer Biene ihre Fähigkeit zur Infektionsbekämpfung beeinträchtigt.

Glyphosat tötet Mikroben im Verdauungstrakt und macht Bienen anfälliger für Krankheiten

Die Forscher setzten Honigbienen in einem Versuch Glyphosat in einer ähnlichen Konzentration aus, wie sie auf Feldern, in Höfen und am Straßenrand vorkommt.  Dann markierten sie die Bienen, je nach Intensität der ausgesetzten Menge, mit farbigen Punkten, um sie leichter zu identifizieren. Drei Tage später beobachteten sie, dass das Herbizid die Anzahl der gesunden Darm-Mikroben signifikant reduziert hatte. Von acht dominanten Arten gesunder Bakterien bei den exponierten Bienen wurden vier deutlich seltener aufgefunden. Die am stärksten betroffene Bakterienart, Snodgrassella alvi, ist eine kritische Mikrobe, die den Bienen hilft, Nahrung zu verarbeiten und sich gegen Krankheitserreger zu schützen.

Die Bienen mit beeinträchtigten Darmmikroben starben auch viel häufiger, wenn sie später dem Krankheitserreger Serratia marcescens ausgesetzt waren. Serratia ist ein weit verbreiteter opportunistischer Erreger, der Bienen auf der ganzen Welt befällt. Etwa die Hälfte der Bienen mit einem gesunden Mikrobiom waren acht Tage nach der Exposition gegenüber dem Erreger noch am Leben. Hingegen überlebten nur etwa ein Zehntel der Glyphosat-belasteten Bienen die nächsten acht Tage.

„Studien an Menschen, Bienen und anderen Tieren haben gezeigt, dass das Darmmikrobiom eine stabile Gemeinschaft ist, die einer Infektion durch opportunistische Eindringlinge widersteht“, sagte Moran. „Wenn man aber die normale, stabile Gemeinschaft stört, steigt die Anfälligkeit für diese Invasion von Krankheitserregern.“

Basierend auf ihren Ergebnissen empfehlen Motta und Moran Landwirten, Landschaftsgärtnern und Hausbesitzern, das Versprühen von Herbiziden auf Glyphosatbasis auf Blütenpflanzen zu vermeiden.

Vor mehr als einem Jahrzehnt begannen Millionen von Bienen auf mysteriöse Weise zu sterben. Infolge dessen fehlten den landwirtschaftlichen Betrieben die Bestäuber für ihre Ernten. Erklärungen für das Phänomen sind die Exposition gegenüber Pestiziden oder Antibiotika, der Verlust von Lebensräumen und bakterielle Infektionen. Die neue Studie fügt Herbizide als möglichen Beitrag hinzu.

„Es ist nicht das Einzige, was dieses Bienensterben verursacht, aber es ist definitiv etwas, worüber man sich Sorgen machen sollte. Glyphosat wird überall verwendet“, sagte Motta. Da einheimische Hummeln Mikrobiome haben, die denen der Honigbienen ähneln, ist anzunehmen, dass sie in ähnlicher Weise von Glyphosat betroffen sein werden, so Moran. (ts)

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