Dank mildem Klima zur Weltmacht: Römisches Reich blühte erst mit „Klimawandel“ richtig auf

Epoch Times25. September 2019 Aktualisiert: 25. September 2019 19:30
Laut einer Studie bescherte die Erderwärmung dem Römischen Reich "fette" Jahre. Während der "Klimawandel" heute vor allem als Ursache für Katastrophen gilt, war er bei den Römern gern gesehen. Wetterextreme gab es damals wie heute, doch die landwirtschaftlichen Mehr-Erträge sicherten 200 Jahre lang Frieden und Wohlstand.

Für das Römische Reich bedeuteten wärmere Zeiten eine ertragreichere Ernte. Kälteres Klima – wie wir es Ende des letzten Jahrtausends erlebten –  verursachte hingegen Hunger und Not.

Der römische Geschichtsschreiber Tacitus (58 – 117) berichtete, dass in den Blütejahren des Reiches auch auf britischem Boden Weinreben und Olivenbäume wuchsen. Knapp 2.000 Jahre später könnte man in Bezug auf den Weinanbau wieder dasselbe schreiben. Die sonst eher im Süden Europas beheimateten Weinreben wachsen teilweise auch in nördlicheren Regionen.

„Klimaoptimum“ statt Katastrophe: Weinanbau wie in Zeiten Roms

Im südlichen England wird demnach wieder Weinanbau betrieben. Zu Zeiten von Tacitus schien das Klima auf der Insel perfekt zu sein: Eine etwas höhere Durchschnittstemperatur, viele Niederschläge und genug Sonnenschein ließen laut den Schriften selbst Olivenbäume wachsen.

Heute wird das Thema Erderwärmung jedoch mit Naturkatastrophen, dem steigenden Meeresspiegels und der Unbewohnbarkeit von vielen Landstrichen in Verbindung gebracht.

Historiker sehen dies jedoch etwas anders. Aufgrund der positiven Auswirkungen bezeichnen sie die wiederkehrenden wärmeren Klimaphasen als „Klimaoptimum“. Tacitus sprach von einem „Römischen Klimaoptimum“. Das Klima 1.000 Jahre später stand im Zeichen des „Mittelalterlichen Optimums“ und führte auch in Deutschland vielfach zur Gründung von Städten.

Dabei lagen die Temperaturen um die erste Jahrtausendwende sogar einen Grad über dem heutigen Wert. Weiträumiger Ackerbau, Viehzucht und Vorratswirtschaft war die Folge.

Die Erderwärmung beeinflusste das gesellschaftliche (und politische) Leben – jedoch in einer anderen Art und Weise als heute. In einer Publikation von Ronald D. Gerste wird der Fokus auf den Aufstieg und Fall des Römischen Reiches gelegt.

Klima Macht Geschichte

„Warmperioden stehen eher für eine wirtschaftliche Blüte“, schreibt Gerste. Der Aufstieg der Römer war mit wirtschaftlicher und politischer Stabilität verbunden. Die günstigen klimatischen Verhältnisse waren dafür eine Voraussetzung. Die „fetten“, weil warmen Tage der Römer schienen nicht zu enden. Das Reich und die Bevölkerung wuchsen.

Auswertungen von Klimaforschern zufolge haben sich die Gletscher in der Römerzeit wohl stärker zurückgezogen als heute. Somit waren auch die Alpen leichter passierbar. Dass die Alpen zeitweise weniger Eis hatten oder sogar eisfrei waren, beweist auch der Leichenfund von Ötzi. Nachdem er vor 5.000 Jahren in den Alpen umgekommen war, hat ihn ein sich bildender Gletscher begraben und erst jetzt wieder freigegeben.

Nach über 200 Jahren Frieden und Wohlstand folgte im dritten Jahrhundert nach Christus der Niedergang des Römischen Reiches – und ging einher mit dem „Klimapessimum“. Die Ernten blieben aus, die Vorräte wurde kleiner und im Norden war das Leben in der 500 Jahre andauernden kälteren Phase nur schwer möglich. Franken und Goten drängten in den Süden, wiederum getrieben von den Nordmännern und Hunnen, die ihrerseits dem rauen Klima in Skandinavien oder Asien auswichen.

Erst ab dem neunten Jahrhundert unter Karl dem Großen wurde das Klima wieder wärmer. Die Folge war das Mittelalter Optimum mit hohen landwirtschaftlichen Erträgen und der Städtebildung. (ts/cs)

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