Holocaust-Überlebende: „Wenn wir uns nicht wehren, wird es wieder geschehen“

Es waren klare Worte, die die 1937 geborene Aktivistin Dr. Vera Sharav an die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung „75 Jahre Nürnberger Kodex“ am 20. August richtete. Sie zog Parallelen zwischen damals und heute, zwischen Holocaust und Corona. Damit stand sie nicht allein.
Überraschungsgast in Nürnberg: Holocaust-Überlebende Dr. Vera Sharaf
Die Holocaust-Überlebende Dr. Vera Sharaf bei ihrer Rede auf der Gedenkveranstaltung in Nürnberg am 20. August 2022.Foto: Bildschirmfoto Livestream
Von und 22. August 2022

Sie füllte sich langsam, die Wöhrder Wiese in Nürnberg. Schließlich dürften es bis zu 5.000 Menschen gewesen sein – darunter (mindestens) eine Holocaust-Zeitzeugin –, die am Samstagmittag an der Gedenkveranstaltung zu 75 Jahre Nürnberger Kodex teilnahmen. Zu der Veranstaltung hatte eine Arbeitsgemeinschaft gleichen Namens eingeladen. Dank eines Livestreams [siehe unten], der in zahlreiche Länder einschließlich den USA übertragen wurde, hatten viele Hundert Millionen Menschen Gelegenheit, die Vorträge zu verfolgen.

Zahlreiche Teilnehmer hatten sich auf den langen Tag mit seinem etwa siebenstündigen Programm eingerichtet. Campingstühle, Decken, Verpflegung und auch Regenkleidung und Schirme gehörten zur Grundausstattung der meisten. Hundertschaften der Polizei begleiteten die Veranstaltung, auch eine Reiterstaffel war für eine gewisse Zeit präsent. Die Zuschauer waren aus den verschiedensten Bundesländern angereist. „Nürnberger scheint das hier wohl kaum zu interessieren“, meinte eine Frau, die selbst in der fränkischen Stadt an der Pegnitz mit mehr als 530.000 Einwohnern lebt. Sie habe viele Menschen angesprochen, letztlich habe sich bei ihr der Eindruck verfestigt, dass beim Montagsspaziergang mehr Bürger ihrer Heimatstadt dabei sind. „Ungefähr 750 sind das jede Woche“, sagt sie.

Die Ur-Antifa würde sich schämen

Helga kommt aus Wien. Die Österreicherin ist Aktivistin bei „Juden stehen auf“. Ein großes Transparent zeugt von der Präsenz einer Delegation dieser Gruppierung, zu der auch deutsche Juden gehören. Dass die Veranstaltung eine „Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus“ sei, ist für sie nicht nachvollziehbar. Sie habe aber aufgehört, dagegen anzugehen. „Die haben halt ihre Ideologie“, sagt sie und meint damit unter anderem auch die jugendlichen Mitglieder der Antifa, die wenig später die Veranstaltung zu stören versuchten.

Etwa 75 Personen zählt die Gruppe, die „Nazis raus“ skandiert. Die Polizei hat die Situation allerdings schnell im Griff und drängt die Störenfriede von der Wiese. Helga kennt einige frühere Antifa-Aktivisten. Die „ursprüngliche Antifa“ nennt sie die. „Die schämen sich für das, was da heute passiert“, berichtet sie. Helgas Vater war Jahrgang 1926, er hat den Holocaust überlebt, ebenso wie ihre Großmutter. „Wenn mein Vater noch leben würde, er wäre heute hier mit dabei“, ist sie fest überzeugt.

Aktivistin droht Anzeige wegen Volksverhetzung

Die Wienerin bekommt später übrigens Ärger mit der Polizei. Wegen des Plakats mit der Aufschrift „Juden für Aufklärung“ droht ihr eine Anzeige wegen Volksverhetzung nach § 130 Absatz 3 StGB, in dem es um die Verharmlosung der Völkermordverbrechen der Nazis geht, erläutert der hinzugekommene Berliner Anwalt Tobias Gall von „Anwälte für Aufklärung“ in einem Video, das später durch die sozialen Medien kursiert. Es gebe derzeit eine Praxis bei den Staatsanwaltschaften, den Gerichten und auch bei der Polizei, dass jede Bezugnahme auf das Dritte Reich als Verharmlosung angesehen werde.

Das halte ich rechtlich für wirklich abwegig“, sagt Gall.

Polizisten hätten aber die Anweisung, „bei solchen Veranstaltungen jede Bezugnahme auf den Nationalsozialismus als Volksverhetzung zu verfolgen“. So komme es dann „zu diesen hässlichen Situationen“. Den Polizisten könne man das nicht vorhalten, sie seien eben „Befehlsempfänger“, auch die Staatsanwaltschaft sei weisungsgebunden und „inszeniert das zurzeit landauf, landab“.

Oberbürgermeister stand „für solch eine Veranstaltung“ nicht zur Verfügung

Eingeladen war nach Angaben der Organisatoren auch Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU). Der habe aber abgesagt, er stünde „für solch eine Veranstaltung nicht zur Verfügung“. Die Gegendemonstration mit den erwähnten 75 Teilnehmern hatte übrigens die Gewerkschaft Verdi gemeinsam mit der Antifa organisiert. Verdi nannte die Veranstaltung auf einem Flyer die „Herbst-Mobilisierungsoffensive der Querdenker“, obwohl diese Bewegung nichts damit zu tun hatte.

Unbeantwortet ließ Ulli Schneeweiß, Gewerkschaftssekretär des Verdi-Bezirks Mittelfranken, eine Reihe von Fragen von Epoch Times (Stand Sonntagabend, 21. August). Dazu gehörten Fragen zur Kooperation mit der Antifa und eine Bitte um Stellungnahme zum Vorwurf der Holocaust-Verharmlosung durch die Veranstalter.

Holocaust-Überlebende sieht Parallelen

Vor der Veranstaltung warnte die Ärztekammer Berlin, Parallelen zwischen der COVID-Impfung und den grausamen Menschenexperimenten unter dem Nazi-Regime herzustellen. Laut Vize-Präsident Matthias Blöchle seien die COVID-Impfstoffe „gut untersucht und sie schützen – uns selbst und unsere Mitmenschen“.

Die 1937 in Rumänien geborene Aktivistin Vera Sharav sieht das anders. Die Holocaust-Überlebende und Gründerin der Alliance for Human Research Protection nahm als Überraschungsgast an der Veranstaltung in Nürnberg teil. Sie sprach über Menschenversuche, Eugenik und die transhumanistischen Theorien, die von Globalisten verbreitet werden. [Anm. d. Red.: Im Livestream (unten) ab Minute 50]

„Für mich als Überlebende des Holocausts waren die letzten zweieinhalb Jahre besonders belastend, denn sie haben schmerzhafte Erinnerungen geweckt“, sagte die 85-Jährige zu Beginn ihrer Rede.

Eine Kindheit im KZ – Holocaust begann nicht mit Gaskammern

1941 wurde Sharav im Alter von dreieinhalb Jahren mit ihrer Familie aus ihrer Heimat vertrieben, in die Ukraine deportiert und ins Konzentrationslager gesperrt. Als sie fünf Jahre alt war, starb ihr Vater an Typhus. Als 1944 die Regierung mehreren Hundert jüdischen Waisenkindern unter zwölf Jahren erlaubte, nach Rumänien zurückzukehren, war auch Sharav unter den Kindern. Ihre Mutter leugnete die Verbindung zu ihrer Tochter und rettete ihr damit das Leben.

Damals wurden Millionen Menschen zur Sklavenarbeit gezwungen und schufteten sich zu Tode, erinnert Sharav an den Holocaust. „Andere wurden als menschliche Versuchskaninchen missbraucht.“

Anders als oft dargestellt habe der Holocaust nicht in den Gaskammern von Auschwitz und Treblinka begonnen, sondern sei vielmehr ein sich über neun Jahre hinziehender Prozess aus schrittweisen Einschränkungen persönlicher Freiheit und der Aufhebung von Grund- und Bürgerrechten, begleitet von Angst- und Hasspropaganda des Staates, so Sharav. Das damalige Ziel der Nazis habe in der Auslöschung aller elf Millionen Juden in Europa bestanden, und zwar auf dem schnellsten Weg.

Die Zeitzeugin betont, wie wichtig es ist, künftige Generationen an die Geschichte zu erinnern, damit sie wissen, wie eine „aufgeklärte, zivilisierte Gesellschaft in ein völkermörderisches Reich verwandelt werden kann, das von absoluter moralischer Verkommenheit regiert wird“.

Damals wie heute

„Wenn wir einen weiteren Holocaust verhindern wollen, müssen wir die unheilvollen Parallelen der Gegenwart erkennen“, warnt die 85-Jährige.

1933 wurde – wie auch 2020 – von der Regierung der Ausnahmezustand ausgerufen. Freiheits-, Grund- und Bürgerrechte, die durch die Verfassung geschützt waren, wurden außer Kraft gesetzt. Während 1933 die Juden das Hauptziel der Diskriminierungen waren, seien dies heutzutage Menschen, die keine „Injektion mit experimentellen Impfstoffen“ empfangen wollen.

Damals wie heute seien „Regierungsdiktate“ entworfen worden, um „Teile der Bevölkerung zu ermorden“. So habe es 2020 Verordnungen gegeben, wonach alte Menschen aus Pflegeheimen nicht in Krankenhäusern behandelt werden durften. „Die Folge war ein Massenmord“, so Sharav.

Und noch immer dürften Ärzte nicht die zur Verfügung stehenden lebensrettenden und von der FDA, der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel, zugelassenen Medikamente für COVID-Patienten verschreiben.

Verfolgung von Ärzten und Wissenschaftlern

„In Nazideutschland widersprachen wenige Einzelne. Jene, die es getan haben, wurden in Konzentrationslager gesperrt. Heute werden Ärzte und Wissenschaftler, die das offizielle Narrativ hinterfragen, verleumdet. Sie riskieren ihre ärztliche Zulassung und laufen Gefahr, dass Praxis und Wohnung von Einsatzkommandos gestürmt werden“, schildert die Holocaust-Überlebende.

Damals wie heute würden Medien ein einziges, von der Regierung diktiertes Narrativ verbreiten, während gegenteilige Ansichten durch strenge Zensur zum Schweigen gebracht werden.

Sharav erinnert an einen Bericht der US-Kommission zum Holocaust unter dem Vorsitz des Auschwitz-Überlebenden Elie Wiesel, der 1979 davor warnte: „[…] die Neigung, die Nazi-Option zu kopieren und noch einmal Millionen von Menschen zu vernichten, bleibt eine heimtückische Bedrohung.“

„Jene, die Analogien zum Holocaust zum Tabu erklären wollen, begehen Verrat an den Opfern des Holocaust, indem sie seine Relevanz bestreiten“, bekräftigt die betagte Aktivistin. „Es geht nicht darum, den Anfängen zu wehren. Wenn wir uns nicht alle wehren, wird es wieder geschehen!

Im Verlauf der Veranstaltung stand neben weiteren Reden einzelner Personen eine Podiumsdiskussion auf dem Programm. Daran nahmen Mary Holland (Childrens Helath Defense), Shabnam Palesa Mohamed (Journalistin, African Sovereignty Condition), Dr. Tess Lawrie (World Council for Health), der israelische Mikrobiologie Dr. Herve Seligman, die bekannte Medizinrechtlerin Beate Bahner und der Pastor Martin Michaelis teil. Moderiert wurde die Veranstaltung von erfahrenen TV-Journalistin Dr. Sabine Helmbold, die elf Jahre als Redakteurin für Medizin und Gesundheit beim ZDF tätig war. Für eine klassisch-musikalische Untermalung des Programms sorgte die Geigerin Marta Murvai.

Aufzeichnung des Livestreams der Gedenkveranstaltung „75 Jahre Nürnberger Kodex“ am 20. August 2022 in Nürnberg:



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