Verschwundener Arian: Polizei sucht nur noch „anlassbezogen“

Der vor einer Woche in Niedersachsen verschwundene sechsjährige Arian bleibt unauffindbar. Die Polizei verzichtet nun vorerst auf groß angelegte weitere Suchaktionen ohne konkreten Anlass.
Die Suche nach dem sechsjährigen Arian aus Bremervörde-Elm geht auch nach knapp einer Woche ohne eine Spur weiter. Die Polizei habe weiter Hoffnung, Arian lebend zu finden. Der Junge ist Autist und könnte einer Expertin zufolge auf Rufe wohl nicht reagieren.
Die Suche nach dem sechsjährigen Arian aus Bremervörde-Elm geht auch nach knapp einer Woche ohne eine Spur weiter. Die Polizei habe weiter Hoffnung, Arian lebend zu finden. Der Junge ist Autist und könnte einer Expertin zufolge auf Rufe wohl nicht reagieren.Foto: Bodo Marks/dpa
Epoch Times29. April 2024

Eine Woche nach dem Verschwinden des sechsjährigen Arian bei Bremervörde in Niedersachsen fährt die Polizei ihre groß angelegte Suche zurück. Statt flächendeckend werde nur noch „anlassbezogen“ nach dem Jungen gesucht, sagte ein Polizeisprecher am Montagnachmittag. Im Moment gebe es keine Anlässe. Er sprach von einem „traurigen Punkt“ angesichts der über Tage erfolgten groß angelegten Suche nach dem Kind.

Auch die bislang größte Suchaktion am Sonntag mit rund 1200 Helfern brachte keine Hinweise auf Arians Verbleib, wie die Polizei in Rotenburg mitteilte. Täglich hatten zuvor bereits rund 800 Helfer von Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr, Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks und weiterer Organisationen sowie viele Privatleute nach dem Jungen gesucht.

Nach Polizeiangaben wurde insgesamt eine Fläche von 1450 Hektar zu Land, zu Wasser und aus der Luft abgesucht – das entspricht der Fläche von 2071 Fußballfeldern. Auch Spezialkräfte der Polizei mit Hunden, Pferden, Helikoptern, Drohnen, Booten sowie Taucher beteiligten sich.

Bei dem Sucheinsatz am Sonntag bildeten 800 Helfer eine Kette und durchkämmten ein rund 15 Quadratkilometer großes Gebiet südlich von Kranenburg. Insgesamt beteiligten sich an dem Einsatz rund 1200 Menschen bis zum Einbruch der Dunkelheit. Hunde seien auf gefundene Spuren angesetzt worden, jedoch ohne Erfolg, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Alle in Frage kommenden Bereiche seien teilweise mehrfach abgesucht worden.

Den Angaben zufolge wurden in den bislang mehr als 160 Stunden durchgehender Suche alle Auffälligkeiten im Gelände und unter der Erde, auf dem Wasser sowie sämtliche Hinweise aus der Bevölkerung abgearbeitet. „Wir stehen nach alledem mit leeren Händen da“, sagte der Polizeisprecher.

Die Polizei wird daher nun nicht mehr flächendeckend, sondern „anlassbezogen“ suchen, etwa wenn es neue Hinweise gibt. Polizeidirektor Jörg Wesemann richtete eine Ermittlungsgruppe „EG Arian“ ein, die den Vermisstenfall ab sofort koordiniert. Ziel „ist und bleibt das Auffinden von Arian“, erklärte die Polizei. Hinweise auf ein Verbrechen liegen den Ermittlern bisher nicht vor.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) dankte den ehrenamtlichen Helfern, den Einsatzkräften, die oft auch nach Dienstschluss in ihrer Freizeit weiter suchten sowie den Arbeitgebern für die Freistellung ihrer Beschäftigten. Dies sei ein „eindrucksvolles Beispiel für Mitgefühl und Zusammenhalt“.

Arian war am Montagabend vor einer Woche aus dem Haus seiner Eltern im Bremervörder Ortsteil Elm verschwunden. Er war nur leicht bekleidet, seitdem sind sieben teilweise kalte Nächte vergangen. Aufgrund seiner Autismusstörung kann sich der Sechsjährige nicht ausdrücken und reagiert auch nicht auf Ansprache, was die Suche erschwert.

Neben der Absuche von Waldstücke, Feldern, Grundstücken und Gewässern hatten die Einsatzkräfte unter anderem mit Scheinwerfern Lichtkegel in den Himmel projiziert und Kinderlieder abgespielt, um Arians Aufmerksamkeit zu erregen. Auf Anregung der Eltern setzten Helfer zudem Luftballons und Süßigkeiten ein, um den Sechsjährigen aus möglichen Verstecken herauszulocken – allerdings erfolglos. (afp)



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion