Rätsel um den neuen Coronavirus: Symptome, Forschung, Fachliteratur

Von 6. Februar 2020 Aktualisiert: 7. Februar 2020 20:11
Welche Symptome gibt es bei einer Erkrankung am Coronavirus, 2019-nCoV? Derzeit gibt es noch viele Wissenslücken in der Forschung. Hier eine Analyse der neuesten medizinischen Fachliteratur durch Yuhong Dong, Ärztin mit Spezialisierung auf Infektionskrankheiten.

Der plötzliche Ausbruch des neuen Coronavirus 2019-nCoV zeigt bei Menschen unterschiedliche Symptome und führt zu weitreichenden Quarantäne-Maßnahmen. Zum aktuellen Zeitpunkt gelten die Isolierungsvorschriften für die gesamte Provinz Hubei, sowie in drei weiteren Großstädten der Provinz Zhejang. Andere Nationen versuchen ihre Staatsbürger schnellstmöglich aus China zu evakuieren und mehrere Länder schränken den Flugverkehr nach China weitgehend ein.

Wegen der hohen Übertragungsrate und der relativ hohen Todesrate stellt der neue Virus eine globale Herausforderung dar. Die Basisreproduktionszahl, auch R0-Wert wird zurzeit von Experten zwischen 2.65.47 eingeschätzt. Zum Vergleich: eine Influenza weist einen R0-Wert von 1.1-2.0 auf.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es bei den Erkenntnissen über den neuartigen Coronavirus noch viele Wissenslücken. Weder der Ursprung noch die Dauer der Übertragung von Menschen zu Menschen sind abgeklärt, ebenso wenig wie effektive Therapiemöglichkeiten. Die folgenden Studien fassen die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse über das neue Coronavirus 2019-nCoV zusammen.

Studie in The Lancet: Wuhan Virus ist wahrscheinlich nicht durch natürliche Rekombination entstanden

Laut wissenschaftlichen Veröffentlichungen weist 2019-nCoV 88 Prozent genetische Verwandtschaft mit dem Fledermaus-Coronavirus, 79 Prozent Übereinstimmung mit dem SARS Virus und nur 50 Prozent mit dem MERS Virus auf.

Professor Roujian Lu vom China Key Laboratory of Biosafety, National Institute for Viral Disease Control and Prevention, Chinese Center for Disease Control and Prevention und seine Co-Autoren veröffentlichten einen aktuellen Artikel in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet. Sie stellen darin klar, dass eine

Rekombination – sprich natürliche Neuverteilung des genetischen Materials der zuvor genannten Viren – wahrscheinlich nicht der Grund für das Auftauchen des neuen Coronavirus ist.“

2019-nCoV – Eine neuartige Abstammungslinie

Laut Untersuchungen griechischer Forscher vom 27. Januar 2020 stammt das Genom des neuen Coronavirus fast zur Hälfte von einer neuartigen Abstammungslinie und hat keine direkte genetische Verwandtschaft zu anderen Sarbecoviren. Sarbecoviren sind eine Unterfamilie der Betacoronaviren zu der auch SARS gehört.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es sich bei 2019-nCoV um eine neue Art Coronavirus handelt. Die Autoren der Studie bezweifeln auch, dass das Virus durch natürliche Mutationen von verschiedenen anderen Coronaviren entstanden ist. Der Artikel ist ohne vorherigen Peer-Review zugänglich.

Hohe genetische Übereinstimmung zwischen den Patientenproben weist auf direkte Übertragung von Mensch zu Mensch hin

2019-nCoV ist ein RNA Virus. RNA Viren haben hohe Mutationsraten. In The Lancet erklären Lu et al., „Als typisches RNA-Virus liegt die durchschnittliche Entwicklungsrate für Coronaviren bei etwa 10-4 Nukleotid-Substitutionen pro Position pro Jahr, wobei Mutationen während jedes Replikationszyklus auftreten. Es ist daher auffällig, dass die Sequenzen des neuen Coronavirus von verschiedenen infizierten Personen mit 99,9 Prozent Übereinstimmung fast vollkommen identisch waren. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass 2019-nCoV von einer einzigen Quelle stammt, was erst vor kurzem passiert ist.“

In einem Artikel im Science Magazin sagt John Cohen:

Je länger ein Virus in der menschlichen Population zirkuliert, desto mehr Zeit hat es, Mutationen zu entwickeln. Die Stämme in den infizierten Menschen unterscheiden sich, bisher höchstens um sieben Nukleotide. Das legt die Schlussfolgerung nahe, dass es erst vor kurzer Zeit auf den Menschen übergegangen ist. Es ist aber nach wie vor nicht vollständig geklärt, welches Tier das Virus auf den Menschen übertragen hat“.

„Fledermaus“ und „Fischmarkt“ sind nicht die ganze Herkunfts-Geschichte

Lu et al., diskutieren in ihrer Studie was der ursprüngliche Wirt des neuen Coronavirus sein könnte. Eine Hypothese ist, dass Fledermäuse, die auf den Huanan Fischmarkt verkauft wurden, die eigentlichen Träger des Virus waren.

Allerdings argumentieren die Autoren: „Der Ausbruch des Virus wurde erstmals Ende Dezember 2019 gemeldet, wo die meisten Fledermausarten in Wuhan Winterschlaf halten. Zweitens wurden auf dem Fischmarkt in Wuhan keine Fledermäuse gefunden. Weiterhin betrug die Übereinstimmung zwischen dem neuen Coronavirus 2019-nCoV und dem verwandten Fledermaus-Coronavirus bat-SL-CoVZXC21 weniger als 90%. Daraus lässt sich schließen, dass der Fledermaus-Coronavirus kein direkter Vorfahre von 2019-nCoV sein kann.“

Ihre Hypothese ist, dass möglicherweise auch Fledermäuse der ursprüngliche Träger des Virus waren. Hinzu kamen allerdings andere, bisher noch unbekannte Übertragungsmechanismen auf den Menschen, die eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Der Ursprung von 2019-nCoV bleibt fraglich

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Der Artikel des Science Magazin vermutet ähnliches. Dort heißt es:

Der Fischmarkt in Hunan spielt eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung von 2019-nCoV, aber ob es wirklich der Ursprung war, bleibt fraglich. Einige der ersten Fälle, 27 von 41 bekannten Infektionen laut einem Bericht und 26 von 47 Infektionen in einem anderen Bericht, konnten auf den Markt in Wuhan zurückgeführt werden. Die übrigen 35 bzw. 45 Prozent hatten allerdings keine Verbindung zum Markt in Wuhan. Das wirft die Möglichkeit auf, dass die Erstübertragung auf den Menschen möglicherweise woanders stattfand.“

S-Protein des Virus zeigt vier präzise Mutationen – ohne verminderte Affinität zum humanen Rezeptor

Jedes Virus braucht einen Rezeptor, um sich an menschliche Zellen zu binden und schließlich in die Zellen einzudringen. Viren sind auf einen Wirt angewiesen, um sich zu vermehren und können nur innerhalb der Zellen überleben. Ohne Rezeptoren werden Viren, die in Blut oder Gewebeflüssigkeiten zirkulieren, vom menschlichen Immunsystem leicht abgetötet.

Viren dringen über spezifische Proteine, die an der Oberfläche Kanäle bilden, in die menschliche Zelle ein. Das spezifische Protein-Rezeptor Prinzip wird oftmals vereinfacht mit einem Schlüssel zum Öffnen eines Schlosses verglichen.

Frühere Studien haben gezeigt, dass es mehrere Rezeptoren gibt, an die Coronaviren binden, wie zum Beispiel das Angiotensin-konvertierende Enzym 2 (ACE2) im Falle des SARS-CoV. Diese ACE2-Rezeptoren liegen im menschlichen Gewebe. Insbesondere entlang der Epithelschicht von Lunge und Dünndarm kommen diese in großer Zahl vor und ebnen somit den Weg für  SARS in die menschlichen Zellen.

Die strukturelle Ähnlichkeit zwischen den Rezeptor-bindenden Bereichen von SARS-CoV und 2019-CoV wurden von Lu et al., in The Lancet dokumentiert. Das sogenannte Spike Protein (S-Protein) ist für die Bindung zu den Zellrezeptoren verantwortlich und entscheidend dafür, dass das Virus in die menschlichen Zellen gelangen kann. Die Daten zeigen, dass 2019-nCoV, ebenso wie SARS-CoV, ACE2-Rezeptoren nutzen könnten um die Wirtszelle zu gelangen.

Detaillierte Analyse zeigt Überraschungen

Am 21. Januar 2020 veröffentlichten Xintian Xu et al., vom Key Laboratory of Molecular Virology and Immunology, Institute Pasteur of Shanghai, Center for Biosafety Mega-Science, Chinese Academy of Sciences, Shanghai, eine Studie, die eine detaillierte Analyse des Spike Proteins von 2019-nCoV beinhaltet.

Das Spike Protein beinhaltet die variabelsten Aminosäuresequenzen des Coronavirus. Trotz genetischer Unterschiede zwischen den neuen Wuhan Coronavirus und SARS-CoV und der geringen Homologie zwischen den beiden Virus-Unterarten, gibt es einige Übereinstimmungen bei den Rezeptorbindungsdomänen.

Besonders die Reste in Position 442, 472, 479, 487 und 491 des SARS-CoV S-Proteins wurden als wesentlich für die Mensch zu Mensch Übertragung charakterisiert. Überraschenderweise sind beim Wuhan Coronavirus vier von fünf Bindungsstellen anders, und dennoch ist die Bindung zum humanen ACCE2 Rezeptor möglich.

Die vier veränderten Bindungsstellen des Wuhan Coronavirus haben offensichtlich keinen Einfluss auf die 3-D Struktur des Virus. Das Spike Protein von 2019-nCoV und Wuhan CoV zeigt eine annähernd identische dreidimensionale Anordnung und führt daher zu ähnlichen van der Waals und elektrostatischen Wechselwirkungen an der Bindungsstelle. Dennoch stellt das neue Coronavirus ein Risiko für die Übertragung von Mensch zu Mensch über die Interaktion des Spike Proteins und des humanen ACE2 dar.

Wie konnte der Virus so intelligent mutieren?

Es ist bereits geklärt, dass 2019-nCoV ein anderer Virus ist als SARS. Ebenso weiß man, dass das S-Protein des Virus sehr variabel ist. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass die genetische Sequenz, die Proteinstruktur und auch die Funktion des S-Proteins des neuen Coronavirus anders ist, als die S-Proteine des SARS Virus.

Eine wichtige Frage bleibt offen. Wie ist es möglich, dass der neue Virus so intelligent mutieren konnte? Sodass sich ausgewählte Regionen verändert haben, während die Funktion, sich am menschlichen ACE-Rezeptor zu binden, unbeschadet erhalten blieb?

Wie hat der Virus nur vier Aminosäuren der S-Proteine verändert, ohne die fünfte Aminosäure zu beeinflussen? Wusste das Virus, wie man die Technologie “Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats (CRISPR)” anwendet, die in der Forschung normalerweise verwendet wird, um einen solchen Effekt zu erzielen?

Unheimliche Entdeckung: S-Protein hat Genabschnitte von HIV

Am 27. Januar 2020 wurde ein Artikel von Pradhan et al., Indian Institute of Technology, veröffentlicht. Es trägt den Titel “Uncanny similarity of unique inserts in the 2019-nCoV spike protein to HIV-1 gp120 and Gag”, was übersetzt so viel bedeutet wie „Unheimliche Ähnlichkeit des einzigartigen Genabschnittes von 2019-nCoV zum Spike Protein HIV-120 und Gag“.

Der Korrespondenz-Autor der wissenschaftlichen Arbeit, Professor Bishawajit Kundu, hat sich auf Proteine und Gentechnik spezialisiert. Er veröffentlichte 41 Publikationen auf Pubmed zu diesen Themengebieten, darunter auch in Biomedizinische Fachzeitschriften mit hohem Impact-Faktor.

Die Autoren fanden vier Genabschnitte, sogenannte „Inserts“, im S-Protein, die einzigartig für 2019-nCoV sind.

„Es ist wichtig zu beachten, dass die Aminosäurereste in allen 4 Inserts dieselben oder ähnlich sind zu denen in HIV-1 gp120 oder HIV-1 Gag. Interessant ist, dass obwohl die Inserts auf der ersten Aminosequenz unterbrochen sind, sieht es im 3D-Modell von 2019-nCoV so aus, dass sie bei der Rezeptorbindungsstelle zusammenlaufen. Die Entdeckung von vier einzigartigen Inserts im 2019-nCoV, die alle gleich oder ähnlich den Aminosäureresten der Schlüsselproteine von HIV-1 sind, ist wahrscheinlich kein Zufall“, schrieben die Autoren in ihrem Beitrag.

Bisher wurden diese Inserts nirgendwo beobachtet

Pradhan et al., fügten hinzu:

Zu unserer Überraschung fehlten diese eingefügten Sequenzen nicht nur bei den S-Proteinen von SARS, sondern wurden auch bei keinem anderen Mitglied der Virusfamilie der Coronaviridae beobachtet. Das ist verblüffend, weil es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass der Virus diese einzigartigen Inserts auf natürliche Weise in so kurzer Zeit erworben hat“

„Es war unerwartet, dass die Inserts mit dem HIV-1 übereinstimmen. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die übereinstimmenden Sequenzen zwischen HIV-1 und 2019-nCoV von dem Oberflächenglykoprotein gp120 (Aminosäuresequenzpositionen: 404-409, 462-467, 136-150) und dem Gag-Protein (366-384 Aminosäuren) abgeleitet wurden. Das Gag-Protein von HIV ist in Anhaftung zwischen Virus und  Membran der Wirtszelle, sowie Schutzfunktionen des Virus involviert. Gp120 ist ein wesentliches Protein zur Erkennung der Wirtszelle durch Bindung an den Rezeptor CD4.  Durch diese Bindung lagert sich die Struktur von GP120 um und weitere hochaffine Bindungsstellen für Chemokin- Co-Rezeptoren wie CYCR4 und/oder CCR5 werden geschaffen werden“, so die Autoren weiter.

Symptome: CD4-Zellen sind das Hauptziel von HIV

Es ist bekannt, dass CD4-Zellen für das menschliche Immunsystem essenziell sind. Diese Zellen sind das Hauptziel von HIV. Der Virus lagert sich an den CD4 Zellen an, dringt ein und infiziert sie. Dann verwandelt der Virus jede infizierte CD4-Zelle in eine Fabrik, die weitere Viren erzeugt, bis schließlich alle vorhandenen CD4-Zellen zerstört sind. Daher verlieren mit HIV infizierte Menschen ihr Immunsystem, was einem Land gleichkommt, das die Funktion seiner Armee verliert.

Wenn man sich die von Pradhan et al., 2020, beschriebenen Inserts genauer ansieht, erkennt man, dass sie an der Bindungsstelle des Proteins so designed sind, dass sie am Zielrezeptor binden können. Eine natürlich auftretende Mutation würde jedoch willkürlich über das ganze S-Protein verteilt vorliegen. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass alle Inserts zufällig genau an der Bindungsstelle des S-Proteins platziert wären.

Der Artikel wurde kürzlich wegen „Kommentaren, die die Forscher erhalten haben“ zurückgezogen. Einer der Autoren meldete zurück, dass sie die Daten unter Berücksichtigung einiger wissenschaftliche Anmerkungen noch einmal prüfen werden. Bei dringenden Fragen sei es möglich sich direkt an den Korrespondenzautor zu wenden. Die Untersuchung wurde ohne vorherigen Peer-Review veröffentlicht.

Klinische Beweise: Patienten leiden unter Zytokinsturm und Verlust von weißen Blutkörperchen

Die Frage ist: Sind die Ergebnisse von Pradhan et al. richtig oder falsch? Wenn sie korrekt sind, sollte der Virus in der Lage sein in menschliche CD4 T-Zellen einzudringen und entsprechende Krankheitsbilder auslösen.

Eine am 24. Januar in The Lancet veröffentlichte Studie von Professor Chaolin Huang, des Jin Yin-tan Krankenhauses in Wuhan und weiteren Co-Autoren, dokumentierte die Krankheitssymptome infizierten Patienten in Wuhan. Diese Untersuchungen scheinen die Resultate von Pradhan et al. zu unterstützten.

Huang et al., analysierten 41 Patienten, die bis 2. Januar 2020 positiv auf den neuen Coronavirus getestet wurden: Nur 27 (66 Prozent) der 41 Patienten hatten Kontakt zum Huanan Fischmarkt.

Gängige Symptome und Komplikationen

Gängige Symptome bei Krankheitsbeginn waren Fieber (98 Prozent), Husten (76 Prozent) und Myalgie oder Müdigkeit (44 Prozent). Weniger häufige Symptome waren Sputumproduktion (28 Prozent), Kopfschmerzen (8 Prozent), Hämoptoe (5 Prozent) und Durchfall (3 Prozent). Die Dyspnoe entwickelte sich in 55 Prozent (mittlere Zeit vom Krankheitsbeginn bis zur Dyspnoe 8-0 Tage). 63 Prozent hatten eine Lymphopenie. Alle 41 Patienten litten unter eine Lungenentzündung mit abnormalen Befunden im Brust-CT.

Die häufigsten Komplikationen waren das akute Atemnotsyndrom (29 Prozent), RNA-Anämie (15 Prozent), akute Herzverletzung (12 Prozent) und Sekundärinfektion (10 Prozent).

32 Prozent der Patienten wurden auf eine Intensivstation eingeliefert und sechs (15 Prozent) starben. Im Vergleich zu Patienten außerhalb der Intensivstation wiesen die Patienten auf der Intensivstation höhere Plasmaspiegel von den Entzündungsmediatoren IL2, IL7, IL10, GSCF, IP10, MCP1, MIP1A und TNFα auf. Die Infektion mit dem 2019-nCoV verursachte schwerere Atemwegserkrankungen, die dem Coronavirus des schweren akuten Atemwegsyndroms (SARS) ähneln.

Schwerwiegende Beschwerden, Verlegungen in Intensivstationen und hohe Sterblichkeit sind die Folgen.

Mittlere Lymphozytenzahl

Obwohl erniedrigte Konzentrationen von weißen Blutkörperchen bei Virusinfektionen häufig vorkommen, ist es überraschend, dass 63 Prozent aller infizierten Patienten und 85 Prozent der auf die Intensivstation eingewiesenen Patienten eine Lymphopenie mit Lymphozytenzahlen mit weniger als 1-0 × 109/L hatten.

In einer Studie über SARS, die im März 2004 von Chu et. al. in der Fachzeitschrift Thorax veröffentlicht wurde, wurde die mittlere Lymphozytenzahl der Patienten meist als normal angegeben.

Diagnose und Behandlung von 2019-nCoV

Am 22. Januar 2020 wurden zwei klinische Leitfäden für die Diagnose und Behandlung von 2019-nCoV auf chinesischen Websites veröffentlicht. Der eine Leitfaden „Quick Guide for the Diagnosis and Treatment of New Coronavirus Pneumonia“ wurde von der Expertengruppe des Tongji-Krankenhauses verfasst. Die zweite ist „Instructions for Handling 2019 New Coronavirus“ von Wuhan Union Hospital der Huazhong University of Science and Technology.

Die erste Leitlinie weist eindeutig auf eine „progressive Lymphozytenreduktion“ hin, während die zweite Leitlinie „die Bedeutung der Überwachung des absoluten Wertes der Lymphozyten“ betont.

Daher scheint es, dass die beobachtete Lymphozytenreduktion bei einem bestimmten Anteil der Infizierten von klinischer Bedeutung sind. CD4-positive T-Lymphozyten machen einen großen Anteil aller Lymphozyten aus. Obwohl es sich dabei nicht um einen Routinetest für Patienten mit einer Coronavirusinfektion handelt, wäre vielleicht eine Überwachung der CD4-Zellzahl bei Patienten mit 2019-nCoV hilfreich.

Symptome: Zytokinstürme

Ein weiteres klinisches Merkmal der Patienten ist die hohe Konzentration von Serumzytokinen und Chemokinen, die zusammengefasst als „Zytokinsturm“ definiert wird.

Dies stimmt mit der Beobachtung von Pradhan et al. überein, dass das 2019-nCoV S-Protein strukturelle Umlagerungen in GP120 induziert, die wiederum eine hochaffine Bindungsstelle für Chemokin-Co-Rezeptoren, wie CXCR4 und/oder CCR5, schaffen. Es ist bekannt, dass die Aktivierung von T-Zell-Oberflächenrezeptoren zu einem Zytokinsturm im Blut führen kann.

Zytokinstürme können erhebliche Schäden an Organen und Körpergeweben verursachen. Wenn ein Zytokinsturm beispielsweise in der Lunge auftritt, können verschiedene Immunzellen wie Makrophagen oder die gebildete Flüssigkeit Gewebeschäden auslösen. Akute Atemnot bis hin zum Tod können die Folge sein.

Keine spezifische antivirale Behandlung empfohlen

Auf der Homepage des amerikanischen Zentrums für Seuchenbekämpfung und -prävention steht: „Es wird keine spezifische antivirale Behandlung für eine 2019-nCoV-Infektion empfohlen“.

Allerdings gibt es einige Fallberichte von Wuhan 2019-nCoV-Patienten, die von einer empirischen Behandlung mit Anti-HIV-Medikamenten, wie Lopinavir, profitieren. Es wäre von großer Wichtigkeit, vermehrt derartige detaillierte klinische Erfahrungen zu veröffentlichen.

Fazit

Es gibt viele offene wissenschaftliche Fragen zu dem neuartigen Coronavirus. Laut kürzlich veröffentlichter wissenschaftlicher Literatur besitzt das neue Coronavirus beispiellose virologische Merkmale, die vermuten lassen, dass gentechnologische Eingriffe an seiner Entstehung beteiligt gewesen sein könnten.

Das Virus führt zu schwerwiegenden klinischen Folgen, die es zu einer ernstzunehmenden Bedrohung machen.

Wissenschaftler, Ärzte und Menschen auf der ganzen Welt, einschließlich Regierungen und Gesundheitsbehörden, müssen alle Anstrengungen unternehmen, um dieses mysteriöse Virus zu untersuchen. Dies ist notwendig, um den Ursprung des Virus besser zu verstehen.

Den Menschen in China und auf der ganzen Welt wird damit die Möglichkeit gegeben, besser damit fertig zu werden.

References

  1. Lu R, Zhao X, Li J, et al. Genomic characterisation and epidemiology of 2019 novel coronavirus: implications for virus origins and receptor binding. The Lancet 2020. Online Full Text
  2. Paraskevis D., Kostaki E.G., Magiorkinis G., et al. Full-genome evolutionary analysis of the novel corona virus (2019-nCoV) rejects the hypothesis of emergence as a result of a recent recombination event. bioRxiv 2020.01.26.920249. Online Full Text
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  4. Cohen Jon. Mining coronavirus genomes for clues to the outbreak’s origins. Science 2020. Online Full Text
  5. Pradhan P, Pandey AK, Mishra A, et al. Uncanny similarity of unique inserts in the 2019-nCoV spike protein to HIV-1 gp120 and Gag. bioRxiv 2020.01.30.927871. Online Full Text
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  7. Chu CM, Cheng VC, Hung IF, et al. HKU/UCH SARS Study Group. Role of lopinavir/ritonavir in the treatment of SARS: initial virological and clinical findings. Thorax. 2004 Mar;59(3):252-6. Online Full Text
  8. US CDC: Interim Clinical Guidance for Management of Patients with Confirmed 2019 Novel Coronavirus (2019-nCoV) Infection https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/hcp/clinical-guidance-management-patients.html

Zur Person

Yuhong Dong besitzt einen medizinischen Doktortitel der Beijing Medical University sowie einen Doktortitel (PhD) im Fachgebiet Infektionskrankheiten der Universität Peking. Dong verfügt über 17 Jahre Berufserfahrung in der Behandlung von viralen Infektionskrankheiten und der Erforschung antiviraler Medikamente.

Dong arbeitete als Arzt im First Affiliated Hospital der Beijing Medical University und später als medizinisch-wissenschaftliche Expertin mit Fokus auf antivirale Medikamente bei dem Pharmaunternehmen Novartis. Zurzeit arbeitet sie als Chief Scientific Officer in einem Schweizer Biotech-Unternehmen.

Der Artikel erschien zuerst in The Epoch Times (deutsche Bearbeitung von cs)
Originalartikel: Scientific Puzzles Surrounding the Wuhan Novel Coronavirus

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