Aktivierung selbstheilender Gene durch klassische Musik

Das Hören klassischer Musik kann „selbstheilende“ Gene aktivieren, die zur DNA-Reparatur beitragen, und Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson lindern.
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Klänge, die heilen: Ein Orchester als Medizin für die Seele und das Erbgut.Foto: iStock
Von 3. April 2024

Das Hören von Musik ist eine einfache Methode, die sich positiv auf die DNA-Reparatur auswirken kann, denn die DNA ist für Frequenzen empfänglich. Wenn wir Musik hören, hören nicht nur unsere Ohren zu, sondern auch unsere Muskeln, Zellen und auch die DNA. Die Musik durchdringt unser gesamtes Sein. Wie das Team von Dr. Carlo Ventura erklärte, kann das Hören von Musik die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden erheblich beeinflussen.

In den Worten des Sufi-Musikers Hazrat Inayat Khan: „Ein Mensch hört den Klang nicht nur durch die Ohren; er hört den Klang durch jede Pore seines Körpers. Er durchdringt das gesamte Wesen, und je nach seiner spezifischen Wirkung verlangsamt oder beschleunigt er den Rhythmus der Blutzirkulation; er weckt oder beruhigt das Nervensystem. Er erregt einen Menschen zu größeren Leidenschaften oder er beruhigt ihn, indem er ihm Frieden bringt.“

Musik als Medizin für das alternde Gehirn

Am 14. Juni 2022 wurde ein experimentelles 50-minütiges klassisches Musikkonzert im Auditorio de Galicia in der Stadt Santiago de Compostela in Spanien abgehalten. Das Publikum umfasste 60 Personen mit Alzheimer oder altersbedingten kognitiven Störungen sowie eine gesunde Kontrollgruppe.

Forscher fanden heraus, dass Musik das Aktivitätsniveau von Genen im Körper stark erhöhen kann, und zwar um mehr als das Doppelte.

Diese erhöhte Aktivität wurde insbesondere bei Genen festgestellt, die mit dem Abbau von erkrankten Gehirnzellen bei Alzheimer zusammenhängen, was ein zellulärer Selbstheilungsprozess ist. Die Studie wurde 2023 in „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Ein Team aus finnischen Forschern und Künstlern untersuchte die Genaktivität von 48 Personen, die klassische Musik hörten. Sie entdeckten, dass klassische Musik die Aktivität von Genen steigert, die mit der Produktion von Dopamin – einem Botenstoff, der für das Gefühl von Freude und Wohlbefinden verantwortlich ist – in Verbindung stehen.

Ein Gen, das durch klassische Musik besonders angeregt wird, ist Alpha-Synuclein. Es hilft dabei, die Dopaminwerte im Gehirn zu regulieren und steht zudem in einem genetischen Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit. Ein weiteres Gen, NR3C1, ist in der Lage, die Dopaminproduktion zu steigern, was zu Glücksgefühlen führt.

Dirigenten leben länger

Klassische Musik hat nicht nur das Potenzial, Gehirnzellen auf genetischer Ebene zu heilen, sondern sie kann auch dazu beitragen, die Lebensdauer zu verlängern.

Eine Studie von MetLife, die zwischen 1956 und 1975 durchgeführt wurde und 437 aktive sowie ehemalige Dirigenten von Symphonieorchestern umfasste, zeigte, dass deren Sterblichkeitsrate um 38 Prozent niedriger lag als die der allgemeinen Bevölkerung. Besonders auffällig war, dass in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen die Sterberate sogar 56 Prozent niedriger war, obwohl diese Lebensphase als das stressreichste Jahrzehnt ihrer Karriere galt.

Die Art der Musik, die wir hören, scheint eine Rolle zu spielen. Popmusik ist möglicherweise nicht so vorteilhaft für Menschen wie andere Genres.

Eine Studie, die 1.064 bekannte Popstars aus Nordamerika und Europa zwischen 1956 und 1999 untersuchte, ergab, dass ihre Sterblichkeitsrate drei bis 25 Jahre nach ihrem Karrierehöhepunkt um mehr als 70 Prozent höher lag als die der Durchschnittsbevölkerung. Die durchschnittliche Lebenserwartung amerikanischer und europäischer Popstars lag dabei bei 42 beziehungsweise 35 Jahren. Obwohl zahlreiche Faktoren, darunter Drogen- und Alkoholkonsum, eine Rolle spielen, könnte auch die Art der Musik und der Liedtexte eine Auswirkung auf die genetische Reaktion haben.

Die menschliche Lebensdauer ist eng mit der Fähigkeit der Gene zur Selbstreparatur verbunden. Je effizienter diese DNA-Reparaturmechanismen funktionieren, desto stabiler bleiben die Gene, was zu einem längeren Leben beitragen könnte.

DNA reagiert auf Gedanken

Unsere Gedanken erscheinen uns oft nicht greifbar, doch Wissenschaftler haben umfassende Belege dafür gefunden, dass sie in Echtzeit Auswirkungen auf die DNA haben können.

Unsere Sichtweise auf das Leben hat tatsächlich einen Einfluss darauf, wie sich unsere Gene verhalten. Dies wurde durch eine Studie verdeutlicht, die 2013 in der Fachzeitschrift „PNAS“ erschien.

Die Forschung unterscheidet zwischen zwei Formen des Glücks: dem hedonischen Glück, das sich aus Vergnügen und sofortiger Befriedigung speist, und dem eudaimonischen Glück, das durch das Streben nach Sinn und Selbstverwirklichung entsteht. Interessanterweise zeigte sich, dass diese unterschiedlichen Arten von Glück auch verschiedene Auswirkungen auf unsere Genaktivität haben.

Menschen, die hedonisches Glück erfahren, fühlen sich typischerweise glücklich, wenn sie Aktivitäten nachgehen, die ihnen sofortiges Vergnügen bereiten, wie das Genießen einer köstlichen Mahlzeit oder der Konsum von Alkohol. Im Gegensatz dazu neigen Menschen, die eudaimonisches Glück erfahren, dazu, Vergnügen aus der Erreichung eines größeren Ziels im Leben zu ziehen, wie zum Beispiel durch einen Beitrag zur Gesellschaft oder die Hilfe für andere.

Die Forschung hat gezeigt, dass Menschen, die sich leidenschaftlich für Gerechtigkeit und noble Ziele einsetzen, ein besonderes genetisches Muster besitzen. Dieses Muster deutet auf eine stärkere Fähigkeit hin, Viren zu bekämpfen. Konkret zeigt sich dies durch eine erhöhte Aktivität der Gene, die für die Produktion von Interferonen verantwortlich sind – Proteine, die bei der Abwehr von Viren eine Rolle spielen. Zudem haben diese Menschen eine verbesserte Kapazität zur Bildung von Antikörpern, was für ein starkes Immunsystem spricht. Gleichzeitig ist bei ihnen eine geringere Aktivität von Genen festzustellen, die mit Entzündungsprozessen in Verbindung stehen.

Es hat sich zudem gezeigt, dass regelmäßige Bewegung von moderater Intensität sowie der Verzehr bestimmter Lebensmittel und Nährstoffe die körpereigenen Heilungsprozesse unterstützen und die DNA-Reparaturmechanismen verbessern können.

Über die Autorin

Dr. Yuhong Dong ist medizinische Kolumnistin für The Epoch Times. Zuvor war sie als leitende medizinisch-wissenschaftliche Fachkraft und als Verantwortliche für die Arzneimittelsicherheit bei Novartis in der Schweiz tätig, wo sie viermal mit einem Novartis-Preis ausgezeichnet wurde. Sie besitzt präklinische Forschungserfahrungen in den Bereichen Virologie, Immunologie, Onkologie, Neurologie und Ophthalmologie und hat zudem klinische Erfahrungen in der Behandlung von Infektionskrankheiten und in der Inneren Medizin. Ihren medizinischen Doktorgrad sowie einen Doktortitel in Infektionskrankheiten erlangte sie an der Universität Peking in China.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „Surprising Ways to Heal Our DNA After COVID Injuries“. (deutsche Bearbeitung kr)



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