Das lange Leben im Brennpunkt wissenschaftlicher Forschung

Von 24. Januar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 15:18

Der Traum vom langen Leben begleitet die Menschheit seit Anbeginn der Zeiten. Welcher Mensch möchte nicht so lange wie möglich leben – vorausgesetzt, er kann dieses Leben in Gesundheit und Zufriedenheit genießen? Das Max-Planck-Institut für demographische Forschung hat sich im Vanguard-Projekt darauf spezialisiert, Informationen aus Befragungen mit dem jeweils erreichten Lebensalter einer Person zu verbinden. Das Verfahren ermöglicht, Zusammenhänge zwischen den Lebensumständen, dem Verhalten, der Lebenseinstellung und der Lebenserwartung herzustellen und zu erkennen. Es scheint so, als ob das Beachten von Moral nicht nur ein fundamentaler Grundsatz für die Menschheit ist, sondern gleichzeitig eine wichtige Grundlage für ihre Gesundheit.

In der aktuellen Veröffentlichung „Demographische Forschung aus erster Hand“ hat das Max-Planck-Institut herausgefunden, dass die Lebenserwartung mit dem persönlichen Bildungsniveau zusammenhängt.

In einer weiteren Veröffentlichung des Instituts hat sich gezeigt, dass neben der Bildung auch das Verhalten und die sozialen Bedingungen die Lebenserwartung beeinflussen. So hat das Institut im Artikel „Was das Leben Jahre kostet“ berichtet, dass Männer durchschnittlich eine um 13,7 Jahre kürzere Lebenserwartung haben, wenn sie mit ihrer Gesundheit nicht zufrieden sind. Verglichen damit senkte die Zuckerkrankheit die Lebenserwartung um 12 Jahre, während für den Bluthochdruck eine Verkürzung um 2,1 Jahre ermittelt wurde. Auch bei Frauen kam die  Untersuchung zu dem Schluss, dass die eigene Zufriedenheit in Bezug auf den Gesundheitszustand der wichtigste der untersuchten Einflussfaktoren ist, der die durchschnittliche Lebenserwartung erweitern kann.

Die Lebenserwartung aktiv beeinflussen

Von dem Standpunkt der Untersuchungsergebnisse ausgehend haben einige Wissenschaftler ihre Untersuchungen auf die Frage ausgeweitet, was man selbst neben der Aufgabe des Alkohol- und Tabakkonsums tun könne, um sein Leben aktiv zu verlängern. Insbesondere bei der Untersuchung eines Faktors sind die Forscher auf eindeutige Ergebnisse gestoßen. Es hat sich gezeigt, dass das Sozialverhalten – wie sich die Personen ihren Mitmenschen gegenüber verhalten – die Lebenserwartung stark beeinflussen kann.

Bereits 1958 leitete Dr. Williams Forschungen ein, um diesen Zusammenhang näher aufzuschlüsseln. Der amerikanische Herzspezialist untersuchte in einer über 25-jährigen Studie das Leben von 500 Medizinstudenten. Er fand heraus, dass die Sterblichkeitsrate der Studenten mit einer leicht erregbaren, unausgeglichenen Einstellung doppelt so hoch war wie die der Vergleichsgruppe. Die Rate der Herzkrankheiten lag in dieser Gruppe fünfmal höher als in der Vergleichsgruppe.

Auch die Yale-Universität kam bei der Untersuchung von 7.000 kalifornischen Bürgern zu dem Ergebnis, dass die Lebenserwartung vor allem von einem offenen, aufrichtigen und respektvollen Verhalten beeinflusst wird. Die Universität Michigan konnte diese Ergebnisse an 2700 Menschen, die über einen Zeitraum von 14 Jahren untersucht wurden, bestätigen.

Positive Lebenseinstellung zeigt Überlebensvorteile

Forscher, die den Zusammenhang zwischen der Todesrate und den gesellschaftlichen Beziehungen von Menschen untersuchten, kamen zu dem Ergebnis, dass ein Mensch, der optimistisch und hilfsbereit ist und in Harmonie mit seinen Mitmenschen lebt, eine sehr viel längere Lebenserwartung hat.

Die Untersuchungen zeigten, dass sich das Ergebnis insbesondere bei Männern bemerkbar macht. Die Sterblichkeitsrate von Menschen, die anderen Mitmenschen gegenüber misstrauisch sind, negative Gedanken haben, andere verletzen, auf eigene Vorteile bedacht sind oder mit anderen schwer auskommen können, liegt 1,5 bis 2 mal höher als bei weniger negativ eingestellten Menschen. Den Forschern zufolge treffen die Untersuchungsergebnisse generell auf alle Menschen zu – unabhängig von der Schichtzugehörigkeit, dem Einkommensniveau, dem Lebensstil und der Nationalität.

Dr. Martins, ein brasilianischer Medizinwissenschaftler, untersuchte zudem 583 Beamte, die unter Verdacht standen, Bestechungsgelder anzunehmen oder Geldsummen unterschlagen zu haben oder ihre offizielle Machtstellung für persönliche Gewinne auszunutzen. Die zehnjährige Untersuchung führte zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent der korrupten Beamten innerhalb dieser Zeit entweder schwer erkrankten oder verstarben.

Neueste medizinische Forschungen deuten darauf hin, dass eine freundliche, liebenswürdige und wohlwollende Art, verbunden mit hohen moralischen Vorstellungen, die natürliche Entwicklung des menschlichen Großhirns, des zentralen Nervensystems und des Lymphsystems fördert. Eine derartige Lebenseinstellung fördert zusätzlich die Regulierung der inneren biologischen Uhr und die Kräftigung des mikrobiologischen Umfeldes im Körper.

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