Johnson&Johnson-Vakzin-Präparate.Foto: Michael Ciaglo/Getty Images

US-Behörden empfehlen Aussetzung von J&J-Impfungen wegen Thrombosefällen – EMA prüft Zusammenhang

Epoch Times13. April 2021 Aktualisiert: 13. April 2021 18:46
Die US-Behörden haben eine Aussetzung der Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson empfohlen. Die Arzneimittelbehörde FDA und die Gesundheitsbehörde CDC verwiesen auf eine laufende Untersuchung zu sechs Fällen von seltenen Blutgerinnseln.

Bis zum Abschluss der Untersuchung werde „vorsichtshalber“ eine „Pause“ bei den Impfungen empfohlen, teilten die US-Behörden mit.

Das Johnson & Johnson-Vakzin war Mitte März in der EU zugelassen worden, ist dort aber im Gegensatz zu den USA noch nicht im Einsatz.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Wirkstoff ab dem 19. April geliefert wird. Insgesamt sollen im zweiten Quartal 55 Millionen Dosen geliefert werden. Anders als bei den anderen Impfstoffen ist hier nur eine Impfspritze für einen umfassenden Schutz nötig.

Am Freitag hatte die FDA noch erklärt, bisher keinen Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson und Blutgerinnseln gefunden zu haben. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte zuvor von vier Thrombosefällen nach J&J-Impfungen berichtet, von denen einer tödlich verlaufen war. In der Empehlung von FDA und CDC war nun von sechs Fällen die Rede.

Die EMA hatte zuvor bereits einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff von Astrazeneca und dutzenden, teilweise auch tödlichen Thrombose-Fällen untersucht. Sie kam zu dem Schluss, dass der Nutzen der Impfung das Risiko überwiegt und empfahl lediglich, Blutgerinnsel künftig als „sehr seltene Nebenwirkung“ des Impfstoffs aufzuführen.

Bei dem Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens handelt es sich wie beim Impfstoff von Johnson & Johnson um einen Vektorvirenimpfstoff.

In Deutschland wird der Astrazeneca-Impfstoff wegen der bei jüngeren Geimpften aufgetretenen Thrombosefälle grundsätzlich nur noch Menschen ab 60 Jahren verabreicht.

Nach der Entscheidung der US-Behörden zu Johnson & Johnson sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin: „Wir nehmen solche Warnungen immer ernst und gehen ihnen nach.“ Für Deutschland gebe es dazu bislang aber noch keine Entscheidungen, fügte der Sprecher hinzu. Er verwies zudem auf die Zuständigkeit des Paul-Ehrlich-Instituts.

Das J&J-Vakzin war Mitte März in der EU zugelassen worden, ist hier aber im Gegensatz zu den USA noch nicht im Einsatz. In den USA wurden nach Angaben der FDA bis Montag mehr als 6,8 Millionen Dosen des Impfstoffs verabreicht.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Impfstoff von Johnson & Johnson ab dem kommenden Montag an die EU geliefert wird. Insgesamt sollen im zweiten Quartal 55 Millionen Dosen geliefert werden. Anders als bei den anderen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen ist bei dem Vakzin nur eine Impfspritze nötig. (afp)


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