Meditiert er? Der alte Mann am Meer: In Llandudno, Wales.Foto: Christopher Furlong/Getty Images

Studie über Meditation: Wenn Forscher Achtsamkeit studieren

Von 10. Mai 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 3:33
Harvard Forscher zeigten, wie Meditation das Gehirn aufbaut. Auch im christlichen Kulturkreis hat Meditation schon lange ihren Platz - nur in anderem Sprachgewand.

Die Forschung hat jetzt gezeigt, dass Meditation die Gehirnzellen und ihre Aktivität erhöht und die Substanz im Gehirn aufbaut. Mit magnetischen Bildgebungen (MRI) und Wärmebildern fanden Harvard Forscher heraus, dass Meditation im Gehirn physiologische Veränderungen erzeugt, die sich auf die Hirnsubstanz auswirken.

Wenn Forscher Achtsamkeit studieren

Die Forschung wurde am Massachusetts General Hospital von Forschern der Harvard University durchgeführt. Finanziert wurde die Forschung vom Nationalen Zentrum für komplementäre und alternative Medizin der NIH. Dazu wurden Probanden zu einem achtwöchigen Programm der Achtsamkeitsmeditation eingeladen.

In dieser Zeit erhöhte sich in einigen Bereichen des Gehirns der Teilnehmer ihre Aufmerksamkeit. Anhand der Wärmebilder konnten die Forscher körperliche Veränderungen im Gehirn aufzeigen. Die Hirnmasse schien dichter zu sein. Für durchschnittlich 27 Minuten pro Tag folgten die Teilnehmer der Studie Audio-Aufnahmen von geführter Meditation. Die Forscher erzeugten dazu Magnetresonanztomographie-Scans (MRT) der Gehirne der Teilnehmer zwei Wochen vor Prozessbeginn als auch am Ende des achtwöchigen Programms.

Eine andere Kontrollgruppe hatte weder die Gehirn-Bildgebungen (MRI) erhalten, noch war sie den auditiven Meditationen gefolgt.

Die Forschungsergebnisse

Die Studienteilnehmer fühlten sich nach den acht Wochen weniger gestresst als vor dem Test. MRI-Scans ergaben, dass die grauen Substanzen in der Amygdala und im Hippocampus deutlich erhöht waren. Die Amygdala steuert Angst und Stress und kann  „Kampf“- oder „Flucht"-Mechanismen auslösen.

Der Hippocampus ist der Bereich im Gehirn, der eine Erhöhung der Graumateriedichte aufzeigt, er ist der Bereich des Gehirns, der das Lernen steuert, wie auch das Selbstbewusstsein prägt, die Selbstbeobachtung und das Mitgefühl ausmacht.

Fazit

Die Studie ergab, dass Meditation die Gehirnzellen aufbaut. Das Schrumpfen der Amygdala zeigte eine Stressreduktion des Körpers an. Die Teilnehmer fühlten sich entspannt und ihr Stress wurde deutlich abgebaut. Auch eine wesentlich höhere Konzentration und Aufmerksamkeit gingen damit einher.

Es wurde festgestellt, dass Meditation die Gehirnzellen aufbaut. Das Gehirn ist in der Lage, Reaktionen auf Stress zu verlangsamen und für eine bessere Konzentration zu sorgen.

Meditation im christlichen Kulturkreis

Was vielleicht als großer Boom gesehen werden kann, weist nicht nur im asiatischen und orientalischen Raum eine lange Tradition auf, sondern auch das Christentum war mit der Form der Meditation schon vertraut. Im mittelalterlichen Christentum wurde diese in folgende Kategorien eingeteilt:

Meditatio: Die „geistlichen Übungen“ bedeuten die gegenstandsfreie Anschauung.

Lectio: Dazu gehört das aufmerksame Lesen. Was lange den Mönchen und Priestern vorbehalten war, kam dann mit der Druckerpresse auch dem gemeinen Volk zugute. Das persönliche Lesen, das Einkehren und Eintauchen in die Bibelschriften ermöglichten jederman die persönliche Lektüre. Später kamen auch andere Bücher und Lektüren als die Bibel hinzu.

Oratio: Das stille Gebet, das ein persönliches Gespräch mit Gott ermöglicht.

Contemplatio: Die gegenständliche Betrachtung, die Kontemplation zur Sammlung des Geistes. In den mystischen Traditionen sollte damit der Verstand und das Denken zur Ruhe kommen, um den „einen Urgrund“ freizulegen.

Meditationstechniken werden heute als Hilfsmittel verstanden, in einen vom Alltagsbewusstsein verschiedenen Bewusstseinszustand einzutreten, in dem das gegenwärtige Erleben im Vordergrund steht, frei von gewohntem Denken, vor allem von Bewertungen und von der subjektiven Bedeutung der Vergangenheit (Erinnerungen) und der Zukunft (Pläne, Ängste usw.). Die Meditierenden treten in einen Bewusstseinszustand ein, in dem äußerst klares, hellwaches Gewahrsein und tiefste Entspannung gleichzeitig möglich sind.

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