Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Bandscheibenvorfall zu behandeln. Die traditionelle chinesische Medizin verzichtet dafür auf eine Operation.Foto: Staras/iStock

Wie man einen Bandscheibenvorfall ohne Operation heilen kann

Von 7. November 2022
Ein Ziehen im Rücken und nichts geht mehr. Wer schon einmal einen Bandscheibenvorfall erlitten hat, weiß um die heftigen Schmerzen, die damit verbunden sind. Einen Lösungsansatz ganz ohne Operation bietet die Traditionelle Chinesische Medizin.

Ein Bandscheibenvorfall ist ein typisches Problem der heutigen Zeit. Rund fünf Prozent der Menschen leiden im Laufe ihres Lebens darunter, heißt es auf dem Patienteninformationsportal des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie. Einschlägige Quellen sprechen von gleichbleibend etwa 180.000 Menschen, die sich jährlich in Deutschland einen Bandscheibenvorfall zuziehen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Bandscheibenvorfall zu behandeln. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird eine ganzheitliche Behandlungsmethode angewendet, die sich individuell von Mensch zu Mensch unterscheidet, erklärte Dr. Yuen Oi-lin, Ärztin für chinesische Medizin aus Hongkong. Für sie liegt der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung darin, die Ursache für den Bandscheibenvorfall zu finden.

Patienten, die ihren Bandscheibenvorfall mit TCM behandeln ließen, würden nicht nur davon profitieren und weniger Rückfälle erleiden. Vor allem eine Operation, die häufig von westlichen Medizinern empfohlen wird, lasse sich dadurch vermeiden.

Wie entsteht ein Bandscheibenvorfall?

Eine Bandscheibe ist der Puffer, der zwischen den Wirbeln sitzt und Stöße abdämpft, heißt es auf der Website der „Apotheken Umschau“. Sie besteht aus einem harten Faserring, der im Inneren einen weichen Kern, den sogenannten Gallertkern, hat. Zu einem Bandscheibenvorfall kommt es, wenn die äußere Hülle der Bandscheibe reißt und der weiche Kern austritt. Dadurch können nahe gelegene Nerven gereizt werden. Die Patienten leiden häufig unter Schmerzen im unteren Rücken und Nacken oder unter Lähmungen der unteren Gliedmaßen.

Wie Dr. Yuen darlegte, treten Bandscheibenvorfälle in der Regel im vierten bis sechsten Wirbel auf, also zwischen Taille und Hüfte. Betroffen seien vor allem Menschen im Alter zwischen 40 und 55 Jahren, wenn der Körper zu altern beginne. Die Bandscheibe, also der Knorpel zwischen den Wirbeln, sei dabei das Erste, das degeneriert.

„Wenn man über einen längeren Zeitraum eine bestimmte Haltung einnimmt, führt die Verformung des Knorpels zwischen den Wirbeln zu einer Kompression der Nerven in den unteren Gliedmaßen, was zu Schmerzen und Lähmungen führen kann“, erklärte die TCM-Ärztin.

Woran erkennt man einen Bandscheibenvorfall?

In der traditionellen chinesischen Medizin gibt es mehrere Möglichkeiten, die Erkrankung festzustellen, schildert Dr. Yuen. Nehmen die Schmerzen zu, wenn der Patient hustet oder niest? Fällt es ihm schwer, sich hinzuknien oder in die Hocke zu gehen? Wenn dies der Fall ist, besteht der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall.

In ihrer Praxis bittet Dr. Yuen ihre Patienten, sich auf den Rücken zu legen und einen Fuß auf das Knie des anderen Beins zu stellen. Diese Bewegung wird mit dem anderen Fuß wiederholt. Wenn der Patient dabei Schmerzen oder eine Belastung verspürt, ist ein Bandscheibenvorfall oder ein Knochensporn, eine Wucherung, sehr wahrscheinlich. In der traditionellen chinesischen Medizin spricht man von körperlichen Schmerzen, Taubheit, Funktionsstörungen oder Lähmungen. Ursachen können unter anderem Zugluft, Kälte oder Feuchtigkeit sein. Diese drei Faktoren rufen eine Blockade hervor, die in der westlichen Medizin als Entzündung bezeichnet wird.

In der westlichen Medizin stützen sich die Ärzte bei der Diagnosestellung auf das Ergebnis einer Magnetresonanztomographie (MRT).

Behandlung nach TCM

Bei der TCM wird zunächst geprüft, ob die chinesische Kräutermedizin eingesetzt werden kann, um Leber und Nieren des Patienten zu heilen und den Qi-Mangel und den Blutkreislauf im inneren System wiederzubeleben. Wenn dazu auch noch die Blutzirkulation durch Schröpfen gefördert und Blockaden mit Akupunktur behandelt werden, führt die TCM zu positiven Ergebnissen, schildert Dr. Yuen.

Als Beispiel führte sie einen Patienten aus ihrer Praxis an. Tom (Pseudonym), ein Regierungsbeamter, hatte einen Bandscheibenvorfall. Der 40-Jährige konnte aufgrund seiner stark geschädigten Knie nicht mehr gehen. Nach einem Besuch im Krankenhaus und der Anfertigung eines MRT-Berichts bestätigte Toms Arzt, dass er einen Bandscheibenvorfall hatte. Er riet ihm zu einer Operation zur Entfernung des Knorpels.

Seine Kollegen empfahlen ihm, bei Dr. Yuen eine zweite Meinung einzuholen. Diese schlug Tom einen Behandlungsplan mit zehn Sitzungen vor, der Schröpfen, Akupunktur und chinesische Kräutermedizin umfasste. Innerhalb von zwei Wochen konnte der Beamte seine Arbeit wieder aufnehmen.

Warum sollte eine Operation nicht die erste Wahl sein?

Wenn ein Arzt den westlichen klinischen Ansatz wählt, würde ein Chirurg den Bandscheibenvorfall, das heißt das betroffene Gewebe, entfernen. Manchmal kommt es zu größeren operativen Eingriffen, wenn neben der Bandscheibe auch die Wirbelknochen durch Verschleiß geschädigt sind. Eine Operation garantiert aber keine dauerhafte Beschwerdefreiheit.

Die chinesische Medizin konzentriert sich auf die Behandlung der Ursache des Bandscheibenvorfalls, sodass die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls geringer ist. Die TCM legt großen Wert darauf, dass der menschliche Körper so weit wie möglich unverändert bleibt. Die Entfernung von Körperteilen könnte die Meridiane schädigen und Nebenwirkungen verursachen, sodass eine Operation letztlich nicht zu einer dauerhaften Heilung führt.

Die fünf Organe sind über Meridiane mit verschiedenen Körperteilen verbunden, jedes Körperteil wird in der TCM separat behandelt. Im „Huangdi Neijing“ – das Buch des gelben Kaisers zur inneren Medizin, eines der ältesten Standardwerke der chinesischen Medizin – heißt es: „Die Niere kontrolliert die Knochen.“ Daher müssen zur Behandlung eines Bandscheibenvorfalls auch die Nieren behandelt werden.

Um den Heilungsprozess zu beschleunigen, werden neben oralen Medikamenten die Nierenmeridiane mit Akupunktur behandelt. Wenn ein Patient das Gefühl hat, dass kalte Luft aus seiner Haut entweicht oder er mehr schwitzt als sonst, deutet dies darauf hin, dass die Giftstoffe über aufgeschlossene Akupunkturpunkte nach außen geleitet werden.

Dr. Yuen betonte, dass die Menschen ihre Muskeln und Knochen pflegen sollten, wodurch Krankheiten beseitigt werden können. Dabei spiele die Aufrechterhaltung einer normalen Wirbelsäulenkurve für die menschliche Gesundheit eine große Rolle.

Viele Akupunkturpunkte auf beiden Seiten der Wirbelsäule sind mit den inneren Organen verbunden. Sollte das Drücken eines solchen Punktes Schmerzen versuchen, könne dies auf eine Krebserkrankung des entsprechenden Organs hinweisen.

Wie man seine Bandscheiben pflegen kann

Dr. Yuen schlägt zwei einfache Übungen vor, um eine gesunde Wirbelsäule zu erhalten: Die Wirbelsäule dehnen und in die Hocke gehen.

1. Dehnen

Stellen Sie sich gerade hin, die Beine sind leicht gespreizt. Beugen Sie sich langsam nach vorne, bis Sie Ihre Knöchel greifen können. Wenn Sie Ihre Knöchel nicht erreichen können, halten Sie sich an den Schienbeinen fest. Je mehr Sie üben, desto mehr spüren Sie, wie sich Ihre Wirbelsäule öffnet.

2. Zama-Schritt

Entspannen Sie Ihren Körper. Achten Sie darauf, dass Ihre Hüften gerade sind. Beugen Sie Ihre Knie leicht. Legen Sie die Hände vor den Bauch, als ob sie einen Ball halten würden, und halten Sie diese Position 15 Minuten lang. Üben Sie täglich. Möglicherweise schwitzen Sie während der Übung leicht, was darauf hindeutet, dass eine Entgiftung stattfindet.

Dr. Yuen erklärte, dass sie gerne unter der Sonne meditiert und Dehnungsübungen macht. „Sonnenlicht verbessert die Mikrozirkulation, beugt Krampfadern vor und stärkt unsere Muskeln und Knochen.“ Sie erinnerte die Patienten jedoch daran, langsam zu beginnen und es nicht zu übertreiben, sonst könnten die Übungen zu Verletzungen an der Wirbelsäule führen.

Ernährungstherapie

Was die Ernährung anbelangt, empfiehlt Dr. Yuen bei einem Bandscheibenvorfall eine Suppe mit Ficus Hirta, Himalaya-Teasel-Wurzel (auch bekannt als chinesische Kardenwurzel), Millettia und Schweinshaxe. Die Suppe sei für jeden geeignet, da sie das Qi im Inneren des Körpers nährt und wiederherstellt. Das beuge Blockaden vor und verbessere die Blutzirkulation.

Auch Bohnen und Nüsse seien ideal, um unsere Nieren zu nähren. Dafür seien alle Bohnen, wie Sojabohnen, schwarze Bohnen und Pintobohnen geeignet. „Interessanterweise sind die Bohnen wie unsere Nieren geformt“, so die Ärztin.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: How to Fix a Disc Herniation Without Surgery.(redaktionelle Bearbeitung as)

Dieser Artikel erschien zuerst in der Epoch Times Wochenzeitung, Ausgabe Nr. 69, vom 5. November 2022.



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