Die aktuelle Corona-Lage in China

Von 31. Dezember 2020 Aktualisiert: 31. Dezember 2020 8:52

Dieser Gastbeitrag ist der Originaltext zum Video: „Corona in China: Kriegszustand in mehreren Städten“ vom Youtube-Kanal Leas Einblick

Vor Weihnachten hat mich ein Zuschauer gefragt, ob ich ein Video über die aktuelle Corona-Lage in China machen könnte.

Ich habe das Thema für heute gewählt, weil genau heute vor einem Jahr ein 34-jähriger Arzt aus Wuhan, Dr. Li Wenliang, seine Freunde und Kollegen in einer Chatgruppe vor der Lungenkrankheit warnte, die später als Covid-19 bekannt wurde. Jedoch wurde er dafür von der Polizei wegen Verbreitung von „Gerüchten“ gemaßregelt. Sechs Wochen später starb er selbst an den Folgen von Covid-19.

Außerdem ist die Corona-Lage in manchen Gebieten Chinas in den letzten Tagen tatsächlich sehr angespannt geworden. Die Hauptstadt Peking geht in den „Notfallmodus“. Der Bezirk Shunyi von Peking und die Provinzhauptstadt Shenyang sowie die Hafenstadt Dalian im Nordosten Chinas haben hintereinander den „Kriegszustand“ ausgerufen.

„Wir brauchen Nachschub! Wir brauchen Essen!“

Die Hafenstadt Dalian hat angesichts steigender Neuinfektionen über einige Gebiete der Stadt einen harten Lockdown verhängt. Bei vielen Familien sind nach ein paar Tagen bereits die Lebensmittel ausgegangen. Die eingesperrten Einwohner rufen laut um Hilfe! Sie haben nichts mehr zu essen.

Seit etwa zehn Tagen dürfen die Einwohner der gesperrten Gebiete ihre Wohnblöcke bzw. ihre Wohnungen nicht mehr verlassen. Die Lockdown-Maßnahmen werden streng durchgezogen. Alle Ein- und Ausgänge jeder Wohnanlage werden überwacht. Ältere Leute, die allein leben, sind besonders hart getroffen.


Diese ältere Frau im Video hat bei sich zu Hause nichts mehr zu essen. Sie hatte Hunger. Und damit sie etwas zum Essen bekommt, wollte sie zu ihrem Sohn gehen, der in einer anderen Wohnanlage lebt. Doch das Wachpersonal blieb hart und ließ sie die Wohnanlage nicht verlassen. Vor lauter Hilflosigkeit fing sie an zu weinen. Anstatt sie zu trösten, schimpfte die Wächterin mit ihr und warf ihr vor, dass sie in ihrem Alter lieber gehorsam bleiben sollte. Es macht mich sehr traurig, diese Szene zu sehen.

Und wer versucht, die Straßensperre zu durchbrechen, wird mit Gewalt gebändigt. In diesem Videoclip sieht man, dass mehrere Personen in Schutzanzügen einen Mann zu Boden werfen, als er versuchte, die Straßensperre zu durchbrechen.


Laut dem Bericht eines lokalen Fernsehsenders versuchte eine Frau ihre Wohnanlage zu verlassen, indem sie über das Geländer kletterte. Sie wurde sofort verhaftet. Warum sie die Wohnanlage unbedingt verlassen wollte, wurde aber nicht im Bericht erwähnt. Wegen Verstoß gegen die Ausgangssperre hat sie eine Haftstrafe von bis zu 15 Tagen bekommen.

Damit die Menschen brav zu Hause bleiben, werden die Eingänge von vielen Wohnhäusern mit solchen Aufklebern versiegelt.

Danach wird Desinfektionsmittel gegen das Haus und die Fenster gesprüht. Straßen werden auch desinfiziert.

In den gesperrten Gebieten der Stadt Dalian sind alle Geschäfte zu, sogar die Lebensmittelgeschäfte. Die Einwohner müssen ihre alltäglichen Notwendigkeiten liefern lassen. Ob und wann geliefert wird, ist eine andere Frage.

Lieferwagen werden auch streng kontrolliert. Nicht jedes Fahrzeug darf passieren. Der Fahrer muss zuerst eine Genehmigung beantragen. Wenn die Fahrt genehmigt ist, bekommt der Fahrer einen QR-Code. Bei der Einfahrt in die Sperrzone werden alle Türen und Fenster der Lieferwagen zugeklebt. Die Fahrer dürfen das Fahrzeug nicht verlassen, auch nicht, wenn sie dringend mal zur Toilette müssen. Am Ziel angekommen, ist es dem Fahrer verboten, auszusteigen. Nur das Sanitärpersonal am Zielort darf die Tür aufmachen und die Waren abladen. Beim Verlassen der Sperrzone werden die Siegelstreifen abgenommen. Erst danach darf der Fahrer aus dem Wagen (0:21- 0:54 und 2:01-2:16) aussteigen.

Der Lockdown verwandelt den Jinchuan-Bezirk von Dalian in eine Geisterstadt. Der derzeitige Zustand erinnert sehr an den von der Stadt Wuhan damals – dort, wo das neuartige Corona-Virus erstmals ausgebrochen ist. Die Millionenmetropole Wuhan wurde ab dem 23. Januar 76 Tage lang abgeriegelt.

Bürgerjournalisten verschwunden, verhaftet

Während des Lockdowns in Wuhan reisten mehrere Bürgerjournalisten dorthin und wollten über die Lage berichten. Die Journalisten Chen Qiushi und Fang Bin sind bis heute „verschwunden“. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind sie verhaftet worden. Eine andere Bürgerjournalistin, Zhang Zhan, wurde im Mai festgenommen und am 28. Dezember zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Ein Gericht in Shanghai begründete die Strafe damit, dass sie „Streit angezettelt und Ärger provoziert“ habe.


Die 37-jährige Bloggerin war als Juristin in Shanghai tätig. Nach dem Ausbruch der Protestbewegung in Hongkong im Jahr 2019 hat Zhang Zhan Fotos und Videos über die Proteste und Polizeigewalt in Hongkong im Internet geteilt und auch kritische Artikel dazu geschrieben.

Die Polizei nahm sie zweimal fest.

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Als das Covid-19 Virus in Wuhan ausbrach, durften die chinesischen Staatsmedien nur über den fleißigen Einsatz der Mediziner, die Bemühungen der Regierung auf allen Ebenen, sowie über ihren sogenannten „Erfolg“ berichten. Es entstand ein Vakuum an wahren Informationen über das wirkliche Leben der Menschen in Wuhan. Die Bürgerjournalisten versuchten dieses Vakuum zu füllen und mussten dafür einen hohen Preis bezahlen.

Zhang Zhan fuhr allein nach Wuhan. Sie zeichnete das Leben in der Geisterstadt mit ihrem Handy auf und veröffentlichte die Videos in Sozialen Medien.

Sie zeigte überfüllte Krankenhäuser, wo die Patienten an Sauerstoffflaschen hängen und im Gang liegen (auch hier):

Sie befragte die Einwohner, ob sie den harten Lockdown unterstützen. „Nein! Nein!“ sagte ein Befragter ganz entschieden. Ein weiterer Befragter sagte offen, dass er der Stadtregierung keineswegs dankbar ist. Das sind die Stimmen der Einwohner, die die staatlichen Medien natürlich nicht zeigen.

Nach der offiziellen Statistik Chinas waren bis zum 17. April dieses Jahres 3.869 Menschen in Wuhan an Covid-19 gestorben.

Für die Bürgerjournalisten stellte sich die Frage, ob die Dunkelziffer nicht viel höher sei. Denn die Krematorien in Wuhan arbeiteten in jenem Zeitraum rund um die Uhr.

Die Spur in den Krematorien

Zhang Zhan versuchte der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Um Mitternacht fuhr sie zu einem großen Krematorium und stellte am Geräusch von laufenden Verbrennungsanlagen fest, dass die Mitarbeiter dort Überstunden machten. Die Leichen der Verstorbenen wurden Tag und Nacht verbrannt.

Ende März wurden die Urnen an die Verwandten der Verstorbenen verteilt. Und allein die Anzahl der Urnen lässt die Vermutung zu, dass es innerhalb der zwei Monate des kompletten Lockdowns in Wuhan mindestens über 30.000 Corona-Tote gegeben habe.

Für die Dokumentation der wahren Zustände in Wuhan und die Interviews, die sie ausländischen Medien gegeben hat, ist Zhang Zhan zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Mit dem harten Urteil möchten die Machthaber in Peking ein Warnsignal setzen. Eine Warnung an alle Kritiker, ja nicht die Informationshoheit der kommunistischen Partei herauszufordern.

Freilassung gefordert: Sie für ihren Mut feiern statt inhaftieren

US-Außenminister Mike Pompeo erhob seine Stimme für die Freilassung von Zhang Zhan. Er schrieb gestern auf Twitter:

„Im Angesicht der Lügen der Kommunistischen Partei Chinas hat die chinesische Bürgerjournalistin Zhang Zhan mit ihren unzensierten Berichten aus Wuhan der Welt einen dringend notwendigen Einblick in den Ausbruch von COVID-19 gegeben.  Sie sollte für ihren Mut gefeiert und nicht dafür inhaftiert werden.“

Die Schicksale ähneln sich

Wie ich in meinem ersten Video in diesem Kanal gesagt habe, sind die Schicksale der meisten chinesischen Whistleblower ähnlich. Sie landen entweder – wie in Dr. Li Wenliangs Fall – auf dem Totenbett oder wie im Fall von Zhang Zhan im Gefängnis.

Wenn die Kritiker noch nicht im Gefängnis sind, dann  befinden sie sich vermutlich auf dem Weg dorthin. Der Preis für ehrliche Informationen ist hoch.

Der Preis, den die Welt für die Lügen der Kommunistischen Partei Chinas bezahlen muss, ist auch immens hoch. Dass wir im wiederholten Lockdown leben müssen, dass die Wirtschaft dadurch den Bach runtergeht, haben wir der Vertuschung der Kommunistischen Partei Chinas zu verdanken.

Nicht zuletzt müssen wir uns auch fragen, warum viele Menschen im Westen immer noch der Propaganda und den Versprechungen der KP Chinas glauben.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

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