Die STIKO in Bedrängnis – Wie unabhängig ist das Gremium?

Von 20. August 2021 Aktualisiert: 23. August 2021 9:18
Am 16. August hat die Ständige Impfkommission (STIKO) Ihre Empfehlung angekündigt, dass sich zukünftig generell alle Personen ab 12 Jahren gegen COVID-19 impfen lassen sollen. Damit folgt sie der Politik, die bereits seit Wochen für eine Impfung der Altersgruppe wirbt und weniger wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Politiker und andere Institutionen wie der Deutsche Ethikrat haben das Ansehen der STIKO demontiert und die Unabhängigkeit dieses Gremiums zu Grabe getragen – und die derzeitigen STIKO-Mitglieder haben sich daran beteiligt.

Die STIKO ist ein unabhängiges Gremium. Wer allerdings glaubt, dass die Mitglieder dieses Gremiums nun aktuell unabhängig entschieden haben, der glaubt auch daran, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

Leider verfällt die Politik seit einigen Monaten dem Irrglauben, dass die Wissenschaft der Politik folgen müsse – nicht umgekehrt. Und so haben verschiedene Politiker bereits Anfang August 2021 die Impfung ab 12 Jahren beworben, ohne dabei auf die neueste Empfehlung der Impfkommission zu warten. Die STIKO ist umgefallen.

Die inhaltliche Begründung für die neueste Empfehlung ist nach meiner Meinung wenig überzeugend. Vor allem auch deshalb, weil ein Mitglied der Kommission bereits im Vorfeld der Entscheidung mitteilte, dass man nun der Politik ein Stück weit entgegenkommen werde. Solche Äußerungen sind unklug und sollten nicht getätigt werden.

Natürlich sind Empfehlungsänderungen in der Medizin keine große Neuigkeit. Die Umstände, die dazu führen, aber schon.

  1. Die STIKO führt also als mögliche Nebenwirkung der Impfung Herzmuskelentzündungen an, besser gesagt, deren Behandlungsmöglichkeit. Da die Mehrzahl der betroffenen Patienten (bevorzugt junge männliche) bei entsprechender Versorgung einen unkomplizierten Verlauf hätten, nimmt – nach meinem Empfinden – die STIKO  diese Nebenwirkung in Kauf, mit dem Argument, dass Ärzte eine Herzmuskelentzündung behandeln können. Diese Argumentation ist natürlich schief. Warum sollte sich auch nur ein Kind diesem Risiko aussetzen? Wird ein Kind geimpft, dann setzt diese Spritze auch gleichzeitig das Risiko dieser Nebenwirkung. Vielleicht aber hatte dieses Kind bereits die Infektion asymptomatisch überwunden. In diesem Fall würde man dem Kind ein erneutes Risiko zumuten. Wurde nicht auch bei COVID-Erkrankungen in seltenen Fällen eine Herzbeteiligung beschrieben? Warum sollte man diese schlechter behandeln können? Und was ist generell mit Langzeitfolgen einer Herzmuskelentzündung? Ist mit Langzeitfolgen einer Herzmuskelentzündung nach Impfung nicht zu rechnen? Warum sollte eine Herzmuskelentzündung, die nach einer Impfung auftreten kann, besser behandelbar sein als eine, die durch die Erkrankung auftreten kann? Hier hält sich die STIKO doch sehr vage.
  2. Weiterhin führt die STIKO ein mathematisches Modell an, das – unter Berücksichtigung der dominierenden Delta-Variante – nun für Kinder und Jugendliche ein deutlich höheres Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 berechnet. Hierzu zwei Punkte: Derart wichtige Empfehlungen aufgrund von mathematischen Modellen abzugeben, halte ich für nicht richtig. Vor allem, weil wir wissen, dass bisher noch keines dieser Modelle in der Pandemie wirklich zutreffend war. Weiterhin muss man sich fragen, welche Auswirkungen es hätte, sollten sich wirklich mehr Kinder infizieren. Bisher verlaufen die allermeisten Infektionen bei Kindern mild ab oder werden erst gar nicht bemerkt. Die STIKO führt ebenfalls in ihrer Stellungnahme aus, dass es unsicher ist, ob und wie häufig Long COVID bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Long COVID kann also nicht die Begründung dieser Entscheidung sein.
  3. Zudem zielt die Empfehlung noch auf den direkten Schutz der geimpften Kinder und Jugendlichen ab und die damit assoziierten psychosozialen Folgeschäden. Welche Schäden sind damit gemeint? Soll eine Impfung nun vor sozialer Ausgrenzung und Schulschließungen schützen? Das ist nicht die Aufgabe einer Impfung. Eine Impfung ist eine medizinische Maßnahme, die in erster Linie eine schwere Erkrankung verhindern soll.

Die Politik und der Deutsche Ethikrat haben die Mitglieder der STIKO bedrängt. Ein für mich unglaublicher Vorgang, der aber sehr gut verdeutlicht, wie wir in Zukunft leben werden – wenn wir uns das weiter gefallen lassen. Leider waren die Mitglieder nicht mehr stark genug, dem entgegenzutreten. Deshalb sollten sie geschlossen zurücktreten.

Ich als Arzt möchte betonten, dass diese neueste Empfehlung keine Verpflichtung für Ärzte darstellt. Sehr sicher wird die Politik diese Empfehlung nutzen, um weiter Druck zu machen. Es liegt an uns allen, diesem Druck nicht nachzugeben.

Dr. Friedrich Pürner ist Facharzt und Epidemiologe. Nach Kritik an den Corona-Maßnahmen wurde er seines Postens als Leiter des Gesundheitsamts im bayerischen Aichach-Friedberg enthoben. In seinem Buch „Diagnose: Pan(ik)demie – Das kranke Gesundheitssystem“ gibt der Experte mit langjähriger Berufserfahrung einen umfassenden Einblick in die Zeit, in der ein Virus das Leben der Menschen auf den Kopf stellt.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Krankheiten wie COVID-19, Katastrophen und seltsame Naturereignisse machen den Menschen aufmerksam: etwas läuft schief. Es läuft tatsächlich etwas sehr schief. Die Gesellschaft folgt - verblendet vom "Gespenst des Kommunismus" - einem gefährlichen Weg.

Es ist der Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen, zwischen dem Göttlichen und dem Teuflischen, die in jedem Menschen wohnen.

Dieses Buch schafft Klarheit über die verworrenen Geheimnisse der Gezeiten der Geschichte – die Masken und Formen, die das Böse anwendet, um unsere Welt zu manipulieren. Und: Es zeigt einen Ausweg. „Chinas Griff nach der Weltherrschaft“ wird im Kapitel 18 des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ analysiert. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion