„ExpressZeitung“: Europa am russischen Gastropf – Freie Bahn für Putins Machtspiele

Von 27. März 2019 Aktualisiert: 27. März 2019 14:09
Politiker und Ökonomen lassen zwar immer wieder verlautbaren, Europa sei nicht abhängig von russischem Erdgas, doch Energieexperten schätzen die Situation vollkommen anders ein: Manche EU-Länder würden einen Lieferstopp nur wenige Tage überstehen – auch Deutschland wäre hart getroffen.

Dass der CO2-Ausstoss des Menschen definitiv nicht zu einer Erwärmung des Klimas führt und zweitens „alternative“/ erneuerbare Energien wie Windräder, Biokraftwerke, Solarenergie, E10-Benzin oder Elektroautos rein technisch nicht effizient funktionieren, darauf wurde bereits in der ExpressZeitung Nr.09/Thema: „Klimaschwindel“ aufmerksam gemacht.

Ein weiterer entscheidender Aspekt des Energiewende-Debakels in Europa wurde dabei allerdings noch nicht behandelt: Durch die Ineffizienz und Anfälligkeit eines Stromnetzes mit erneuerbaren Energien, wächst die Abhängigkeit Europas von russischer Öl-, Gas- und Atomenergie.

Solange die Energiekonzerne vom Staat kontrolliert werden, werden Gas und Strom als politische Waffe benutzt“,

warnte der frühere Präsidentenberater Putins Andrej Illarionow. Die Energievorkommen Russlands werden von Putin in der Tat als Waffe im Kampf um imperiale Stärke verstanden, mit der man andere Staaten unter Druck setzen kann.

Überspitzt könnte man die Drohung mit der Zurückhaltung von Öl- und Gaslieferungen als eine neue Form der atomaren Erpressung während des Kalten Krieges verstehen. Im Gegensatz zur Atombombe zögert Putin aber nicht, diese Waffe einzusetzen: Am 01.01.2006 drehte Gazprom der Ukraine den Gashahn zu. Diese Entscheidung traf die Ukrainer hart: Die Behörden konnten nur noch 14 Grad in Wohnungen, Schulen und Kindergärten garantieren. Hätten sich Moskau und Kiew nicht nach 72 frostigen Winterstunden geeinigt, wäre die Situation für viele Ukrainer lebensgefährlich geworden: Russland hob den Gas-Stopp auf, nachdem die Ukraine kapitulierte und die von Putin geforderte Preiserhöhung akzeptierte.

Das Verhalten Russlands war allerdings ein Vertragsbruch, wie Putins Ex-Berater Illarionow beteuerte: „Russland nutzt Gas als politische Waffe. In einem Abkommen aus dem Jahr 2004 sicherte Moskau Kiew nicht nur günstige Marktpreise bis 2009 zu, sondern garantierte auch, den Bedarf der Ukraine voll zu decken. Dieser Vertrag lag mir im Kreml vor. Eine einseitige Ausstiegsklausel ist darin nicht enthalten.“

Freie Bahn für Putins Machtspiele

Politiker und Ökonomen lassen zwar immer wieder verlautbaren, Europa sei nicht abhängig von russischem Erdgas, doch Energieexperten schätzen die Situation vollkommen anders ein: Manche EU-Länder würden einen Lieferstopp nur wenige Tage überstehen – auch Deutschland wäre hart getroffen. Heute ist Russland mit einem Anteil von knapp 34% der wichtigste Gaslieferant der EU. Auch beim Öl hängt Westeuropa mit 30% an Russlands Tropf. In Deutschland machen die russischen Importe beim Gas 36% der eingeführten Menge aus, beim Öl sind es sogar 39% Prozent.

Im Winter 2011 drosselte Gazprom über Nacht seine Gasexporte nach Europa. Für einige Tage floss bis zu 30% weniger Gas nach Europa als üblich. Das führte im Jahr 2013 aufgrund der fehlenden Gasvorräte beinahe zu einem deutschlandweiten Blackout, was bedeutet, dass Putin die deutsche Infrastruktur jederzeit mit dem Druck des Abzugs seiner Energiewaffe lahmlegen könnte. Russland allein die Schuld für seine Machtspiele im Energiesektor zu geben, wäre indes zu einfach gedacht.

Die deutsche Politik hat sich selbst darum gekümmert, Putin die Waffen Öl, Gas und Atomkraft in die Hand zu legen. Die heutige Abhängigkeit von russischer Energie ist vor allem auf die Politik von Ex-Kanzler Gerhard Schröder zurückzuführen, der heute in den Diensten russischer Konzerne steht. Rot-Grün forcierte den Ausbau der Ostsee-Pipeline/Nordstream, die 2011 von Angela Merkel eingeweiht wurde. Da erneuerbare Energien nicht problemlos funktionieren und ineffizient sind, gleicht es einem Todesstoss, wenn vermeintliche Experten empfehlen, sich durch die breitere Nutzung alternativer Energien von Russland unabhängig zu machen.

Die heutige deutsche Politik bezeichnet das Gas aus Russland, welches das schwankende Aufkommen von Wind und Sonnenstrom ausgleichen soll, als eine Zwischenlösung, bis Deutschland vollständig auf Öko-Strom umgestellt hat. Da die Energiewende aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit scheitern wird, wird Deutschland auch in ferner Zukunft noch am russischen Gas-Tropf hängen.

Kaum eine Spur von Ökostrom in Russland

In Deutschland schreitet die destruktive Energiewende in rasendem Tempo voran, was durch autoritäre Gesetze wie das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) dazu führt, dass der Geldbeutel des Durchschnittsdeutschen extrem belastet wird. Wladimir Putin machte hingegen bei der Eröffnung eines Solarkraftwerks am 28. September 2014 deutlich, dass die „fossilen Brennstoffe auch in Zukunft noch die gleiche Bedeutung wie heute“ haben würden und dass die Entwicklung der Atomenergiewirtschaft weiter einen hohen Stellenwert in Russland einnehme.

„Doch für schwer zugängliche Regionen ist die Nutzung alternativer Energieformen, vor allem der erneuerbaren Energiequellen, eine ausserordentlich wichtige Entwicklungsrichtung der Energiewirtschaft“, meinte Putin in Bezug auf das Solarkraftwerk, welches er gerade eröffnete. Das heisst, Putin spielt zwar bei der Klima-Posse rund um Erderwärmung und erneuerbare Energien mit, doch ergreift in Wahrheit kaum Massnahmen, um eine Klimapolitik nach dem Modell der westlichen Staaten umzusetzen. Die Ökobewegung entstand schliesslich aus der 68er-Bewegung, die nachweislich ein Produkt der psychologischen Kriegsführung des kommunistischen Ostblocks zur Schwächung des Westens darstellte. Putin führt diese Strategie anscheinend momentan erfolgreich zu Ende, indem er zusieht, wie Europa sich durch die Energiewende schwächt, während er selbst keine echte Energiewende in Russland durchführt.

So schrieb der Energie-Anbieter „Next Kraftwerke“ auf seiner Webseite:

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Russland ist im Bereich der Erneuerbaren Energien Schlusslicht der G20-Gruppe. Das Ausbauziel bis 2020, das unter dem ehemaligen russischen Präsidenten Medwedew noch 4,5% betrug, wurde mittlerweile auf nunmehr 2% heruntergesetzt. In Deutschland werden im selben Zeitraum 50% angepeilt.“

 

Während die Energiewende in Deutschland zur grössten politischen Aufgabe des 21. Jahrhunderts erklärt wird, ist sie in der russischen Politik nicht mehr als eine unbedeutende Randerscheinung. Das wird dazu führen, dass Russland in den nächsten Jahrzehnten in seiner Energieversorgung autark bleiben wird, während die „Erneuerbaren Energien“ Westeuropa in eine tiefe Krise stürzen werden.

Die Nachfrage nach russischem Gas wird zu- und nicht abnehmen, je mehr Atomkraft- und Kohlekraftwerke in Deutschland ausgeschaltet werden. Möglicherweise könnte Russland schon heute ganz Europa den Gashahn abdrehen und es in eine tiefe Krise stürzen. Die Klimapolitik der letzten Jahre zerstört den Westen und weitet Russlands geopolitische Macht aus.

„Atomrenaissance im Osten“

Die geplante Ausschaltung aller Atomkraftwerke bis 2022 könnte Deutschland den endgültigen Energie-Knockout verpassen. Russland plant nämlich im gleichen Zeitraum dreissig neue Atomkraftwerke zu bauen, weshalb die Wirtschaftswoche zurecht von einer „Atomrenaissance im Osten“ sprach. Russland wird in naher Zukunft vor überschüssigem Strom nur so strotzen und das von der Energiewende gebeutelte Deutschland wird keine andere Wahl haben, als russischen Strom zu importieren.

Die Öko-Politik der etablierten deutschen Parteien führt in der Realität dazu, dass die Öl-, Gas- und Atomkraftwerke einfach in anderen Ländern gebaut werden. Das wird den Wählern und Zeitungslesern aber schlicht unterschlagen. Hans Werner Sinn, der Chef des deutschen IFO-Instituts und damit Deutschlands wichtigster Wirtschaftsexperte, stellte 2014 in einem Gastbeitrag für die Wirtschaftswoche heraus, dass die Energiewende Deutschlands Abhängigkeit von russischem Gas weiter erhöhen würde:

Wenn wir wie geplant unsere noch laufenden Atomkraftwerke abschalten und voll auf den Wind- und Sonnenstrom setzen, wird sich die Abhängigkeit von Russland weiter erhöhen – und die Versorgungssicherheit verringern.“

Der Artikel erschien zuerst in der „Express-Zeitung“, Ausgabe 24. Für mehr Informationen über die Zeitung bitte auf das blaue Feld klicken. Die „Express-Zeitung“ ist auch im monatlichen Abo erhältlich, mehr Infos darüber ebenfalls über den blauen Button: 

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.