Bauhaus Dessau (Symbolbild).Foto: istockphoto/Stefani_Ecknig

Dessau-Rosslau: Ein Verbrechen, eine Heldin, gute Freunde und was die Gesellschaft noch so offenbart

Von 13. Juni 2019 Aktualisiert: 13. Juni 2019 21:45
Die Schilderung der Umstände der Vergewaltigung eines 9-jährigen Mädchens in Dessau-Rosslau bringt nicht nur ein schreckliches Verbrechen ans Tageslicht, sie macht auch Mut und gibt Hoffnung. Gleichzeitig werden im Nachgang so manche dunkle Seiten der Gesellschaft hervorgebracht.

Ein abscheuliches Verbrechen ist geschehen, in Dessau-Rosslau, begangen an einem kleinen Mädchen, welches durch einen geduldeten Asylbewerber aus dem Niger vergewaltigt wurde.

Dank einer mutigen Augenzeugin wurde nicht nur die 9-Jährige aus den Fängen des Kinderschänders gerettet, sondern diesen wenige Stunden nach seiner Flucht auch aufgespürt und von einem privaten Suchtrupp überwältigt.

Nach Strafprozessordnung ist jedermann befugt, eine Person ohne rechtliche Anordnung vorläufig festzunehmen, wenn die Person auf frischer Tat getroffen oder verfolgt wird, der Flucht verdächtigt ist oder ihre Identität nicht sofort festzustellen ist.“

(Staatsanwaltschaft Dessau-Rosslau)

Dem Horror ganz nah

Nicky, eine 32-jährige Mutter, machte an diesem Tag ebenfalls die Hölle durch, wie auch das kleine Mädchen. Nein, sie schaute nicht weg, lief nicht weg. Nein! Sie rief: „Komm her, komm her, ganz schnell“ und streckte ihr die Hand entgegen. Die Ablenkung des Täters nutzend machte sich die Kleine auf den Weg in ihre Arme, schluchzend, blutverschmiert, bis auf ein kleines Top nackt. Der Täter flüchtete. Christian, ein Freund, der mit dabei war, versuchte noch, ihn aufzuhalten. Vergebens. Als die Polizei ankam, setzte sie dem Kerl sofort nach.

Die kleine guckte mich an und weinte und weinte sie zeigte mir immer wieder wie blutverschmiert ihre Beine und Finger waren, sie fragte mich immer wieder mit Angst muss ich ins Krankenhaus bekomme ich jetzt eine Spritze?“

Nicky schrieb noch, dass sie nicht sagen werde, was ihr das Mädchen alles erzählt hatte, über das, was geschehen war. Doch es war in ihrem Kopf, in ihrem Herz. Als sie später zu Hause war, mit ihrer Mutter Cornelia und mit ihrer kleinen Tochter, mit Christian, da brach es heraus:

… da bin ich schon nervlich komplett zusammen gebrochen ich bin durch die Wohnung gerannt und hab nur noch geweint, ich weiß noch das ich kaum Luft bekommen habe, und ganz weit entfernt war die Stimme meiner Mutter die gesagt hat sie ruft den Notdienst …“,

… erinnerte sich Nicky. Doch sie musste stark sein. Der Typ war noch da draußen, lief irgendwo frei herum.

Mutter Cornelia schrieb später auf Facebook:

Heute habe ich meine 32-jährige Tochter das erste Mal völlig zerstört, zitternd und über alle Maßen tapfer und großherzig erlebt.“

(Cornelia D., Nickys Mutter)

Gute Freunde und nicht allein

Und Nicky zog los. Mit Freunden. Verbunden per WhatsApp machten sie sich auf die Suche nach dem Kinderschänder. Sein Gesicht konnte sie vor sich sehen, hatte es sich eingeprägt. Nach ein paar Stunden meldete sich einer aus dem Team. Sie hatten ihn. Das Auto stoppte. Die Jungs rannten hinaus, Stephan, Kai, Christopher und ein Freund, der lieber nicht genannt werden will. Einer sprühten dem Kerl Pfefferspray ins Gesicht. Nicky die Polizei am Handy. Panik. Der Typ wühlte im Rucksack, „alle riefen der hat ne Waffe er hat ne Waffe ich hab das wiederholt für die Polizei am Telefon ich hab gerufen Hilfe ich glaub er hat ne Waffe im Rucksack, der Polizist sagte was na wo sind sie denn? …“ Sie bringen ihn zu Boden, eine Frau packt den Rucksack, wirft ihn weg. Der Polizeihubschrauber kreist über der Stelle. „Hier, hier“, rufen sie und winken. Kurz darauf ist die Polizei da.

Ich stand auch noch unter Schock und Adrenalin wie alle die dran beteiligt waren, ich konnte nicht mal mehr meine eigenen Personalien aufschreiben das musste für mich gemacht werden. Ich wurde nochmal gefragt ob er es ist, ich bejahte und wollte ihn trotzdem nochmal sehen, durch den Schock als ich ihm ins Gesicht geschaut habe bin ich wieder mal nervlich zusammengebrochen und musste fürchterlich weinen. Dieser Tag wird mein Leben prägen, und mein Kind wird niemals alleine auf der Straße rum laufen!!! Das war mir nie klarer als dieser Tag gestern!!!“

Die Geschehnisse waren derart überwältigend, dass sie Nicky einfach aufschreiben musste: „Ich bin immer noch nervlich runter, und auch diese Bilder werden mich bis in mein eigenes Grab begleiten.“ Und Nicky erklärte, den Text zu sichern, für den Fall der Fälle …

Neid, Missgunst und Denunziation

Für die Veröffentlichung der Geschichte wurde die couragierte Retterin des kleinen Mädchens von Personen im Netz angefeindet. Manche Personen verstanden offenbar nicht, warum Nicky das alles erzählen musste. Auch verstanden sie offenbar nicht die Ermutigung angesichts des Verbrechens, sich gegenseitig beizustehen, zu helfen und wie wichtig gute Freunde sind, die nicht lange fragen und mitmachen, ohne Ausflüchte zu suchen, um nichts zu tun.

Doch in einer Gesellschaft, in der sich der moralische Verfall hinter intellektuellem Gerede und Gehabe zu verstecken sucht und die jahrzehntelange Ideologisierung durch das sozialistische Gift latente Wirkung zeigt, wird man sogar angefeindet werden, wenn man wirklich Gutes tut. Der Neid der Gleichgeschalteten wird entfacht …

Und es kam, wie es kommen musste. Nicky konnte nach all dem hautnah erlebten Horror nicht mehr an sich halten und ließ sich zu einem Kommentar auf ein Posting hinreißen und … prompt wurde sie von Facebook gesperrt – für 24 Stunden. Nicky dazu: „Ich wurde blockiert weil mich eine in meinem Beitrag beleidigt hat (Mein Empfinden) und ich habe dementsprechend reagiert…“, teilte die junge Mutter unserer Redaktion mit.

Doch scheinbar durchschauen immer mehr Menschen gewisse Dinge, die manchmal zufällig erscheinen, es jedoch oft nicht sind.

Liebe Nicky, egal, was auch immer manche Leute sagen mögen, es ist nur wie Rauch, der vorbeizieht. Denn da gibt es ein kleines Mädchen, für das du ein Licht warst, ein Licht in seiner dunkelsten Stunde …

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

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