Viel heiße Luft: Das "Smartwater" von Glaceau (Coca-Cola) wurde mit den goldenen Windbeutel für die dreisteste Werbelüge 2018 ausgezeichnet.Foto: JP Yim/Getty Images

„Smartwater“ von Coca-Cola erhält den Goldenen Windbeutel für dreisteste Werbelüge

Epoch Times4. Dezember 2018 Aktualisiert: 4. Dezember 2018 17:24
Der von Foodwatch verliehene Goldene Windbeutel für die "dreisteste Werbelüge" geht in diesem Jahr an das Unternehmen Coca-Cola. Der Konzern nahm die Auszeichnung für sein "Smartwater" allerdings nicht an.

Der Preis für die „dreisteste Werbelüge“ geht in diesem Jahr an das Unternehmen Coca-Cola. Wie die Verbraucherschutzorganisation am Dienstag mitteilte, kürten die Teilnehmer der Aktion das „Smartwater“ des Getränkeherstellers zum Gewinner des Negativpreises. Foodwatch kritisiert, dass das Wasser „nicht besser als herkömmliches Mineralwasser“ sei – jedoch bis zu sieben Mal mehr koste. Coca-Cola nahm den Negativpreis nicht an und erklärte, dieser sei „nicht gerechtfertigt.“

Foodwatch verlieh den „Goldenen Windbeutel“ bereits zum achten Mal. Im vergangenen Jahr ging er an einen Kinderkeks von Alete wegen seines hohen Zuckergehalts.

„Siebenmal mehr Geld für viel heiße Luft“

Nach Angaben von Foodwatch wird beim „Smartwater“ Wasser erst verdampft und dann wieder aufgefangen. Verlorene Mineralstoffe würden später wieder hinzugefügt. Im Handel koste der Liter 1,65 Euro und damit bis zu siebenmal mehr als herkömmliches Mineralwasser. Coca-Cola ziehe den Verbrauchern mit einem Bearbeitungsverfahren das „Geld aus der Tasche“, das wissenschaftlich klinge, aber völlig unsinnig sei, kritisierte die Organisation.

Coca-Cola bezeichnete die Auszeichnung hingegen als „nicht gerechtfertigt“ und kündigte bereits im Vorfeld an, den Goldenen Windbeutel nicht anzunehmen. „Die Deklaration und Kennzeichnung des Wassers sind transparent und entsprechen den lebensmittelrechtlichen Regelungen“, sagte eine Sprecherin. Sämtliche Aussagen zum Getränk und seinen Inhaltsstoffen seien „selbstverständlich zugelassen.“ Grundsätzlich seien unterschiedliche Preise für Produkte nicht nur in der Lebensmittelindustrie gang und gäbe.

Coca-Cola verteidigte zudem die Herstellung seines Produkts aus „natürlichem Mineralwasser.“ Das Wasser werde durch Dampfdestillation aufbereitet und anschließend mit Mineralsalzen versetzt. Dadurch erhalte es einen „besonders klaren und wenig mineralischen Geschmack in gleichbleibender Qualität.“

Olivenöl aus 49 % Sonnenblumen und Erbseneintopf garantiert mit „ohne Zusatzstoffen“

An der Online-Abstimmung von Foodwatch hatten sich fast 70.000 Menschen beteiligt. Das „Smartwater“ erhielt mehr als 30 % der Stimmen. Die Verbraucher konnten neben dem Coca-Cola-Produkt auch ein Olivenöl wählen, das mit großen Oliven auf dem Etikett wirbt, aber zu 49 Prozent aus Sonnenblumenöl besteht. Zur Auswahl standen außerdem ein Erbseneintopf „garantiert ohne“ mit 10 Zusatzstoffen, ein überteuerter Ketchup für Kinder (mit 28 % der Stimmen auf Platz 2), sowie ein Müsliriegel mit mehr „Fett und Zucker als eine Schoko-Sahne-Torte.“ Das „Smartwater“ wurde von Foodwatch nominiert, alle anderen Produkte von Verbrauchern.

Mit Schildern, auf denen die „Abzocke“ und „Dreistigkeit“ von Coca-Cola kritisiert wurde, startete Foodwatch am Vormittag eine Protestaktion vor der Firmenzentrale in Berlin. Den Preis wollte Coca-Cola dann nicht annehmen, laut Foodwatch wurde ihren Aktivisten der Zutritt verwehrt. (afp/ts)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion