Im Gespräch mit Epoch Times: Hebamme fordert Umdenken bei Maskenpflicht

Von 25. August 2020 Aktualisiert: 31. August 2020 8:32
Die Hebamme Miriam K. hält nicht viel von Nase-Mund-Bedeckungen während der Schwangerschaft und unter der Geburt, da dies zu Sauerstoffmangel führen könnte. Im Gespräch mit Epoch Times erklärt sie, warum sie die Maßnahmen der Regierung übertrieben findet.

Miriam K. [Name der Redaktion bekannt] ist Hebamme aus Leidenschaft. Seit 12 Jahren arbeitet sie an der Basis, begleitet Familien in der schönsten und wichtigsten Zeit ihres Lebens. Sie unterstützt Frauen, die Bindung zu ihrem ungeborenen Nachwuchs aufzunehmen und ihn in den ersten Tagen nach der Geburt zu stärken. Doch dann wurde am Jahresanfang die Corona-Pandemie von der Weltgesundheitsorganisation ausgerufen und alles änderte sich. Mit Epoch Times sprach Miriam über ihre aktuelle Situation.

Wie alle im Gesundheitsberuf sollte auch Miriam eine Gesichtsmaske bei der Arbeit tragen – für sie ein unhaltbarer Zustand. Denn ohne Mimik und Gestik kann sie sich mit vielen schwangeren Frauen, die sie betreut und die kein Deutsch sprechen, überhaupt nicht verständigen. „Die sind auf die Kommunikation angewiesen und müssen aus meinem Gesicht ablesen, ob ich fröhlich, optimistisch oder besorgt bin. Wie soll das mit Maske gehen?“

Es fällt Miriam im Herzen schwer, im Klinikbetrieb den Schwangeren nicht zur Seite stehen zu können. Gleichzeitig stehe es in ihrer Verantwortung, die Frauen gut und menschenwürdig zu betreuen, erst recht unter der Geburt. Mit einer Gesichtsmaske sei die Kommunikation und beispielsweise das gemeinsame Atmen nicht möglich, sagt Miriam. Das hat sie auch ihren Vorgesetzten erklärt, aber hören wollte das keiner. Schließlich habe sie sich ein Attest besorgt und klar und deutlich kommuniziert, dass sie nicht mit Gesichtsmaske arbeiten könne und wolle. So wirklich interessiert habe die Leitung das allerdings nicht. „Die restliche Belegschaft macht einfach, was ihnen gesagt wird.“ An ihrer Klinik ist Miriam ein Einzelfall.

Zudem hätte sich Miriam selbst mit medizinischem Mund-Nasen-Schutz eindecken müssen, weil ihr keine Schutzbekleidung zur Verfügung gestellt wird. Vom Hebammenverband liest sie kaum noch Informationen. Die junge Frau hat ihre eigene Strategie entwickelt: „Ich mach da einfach nicht mit.“

Hebamme warnt vor Gefahren der Gesichtsmasken

Sie klärt auch die Schwangeren über die Gefahr von Mund-Nasen-Bedeckungen auf. „Ich sage immer: Wir wissen nicht, was das mit eurem ungeborenen Kind macht, wenn ihr zu wenig Sauerstoff bekommt.“ Miriam rät den Frauen im Sinne des Kindes, sich ein Attest zu holen. Auch die Geburt mit Gesichtsmaske hält sie für einen „Skandal“ und kann nur jeder Frau anraten, sich dagegen zu wehren.

Für ebenfalls unangemessen hält die Hebamme die Corona-Tests, die die Schwangeren vor der Geburt über sich ergehen lassen müssen. Bislang kenne sie allerdings keine Frau, die einen solchen Test abgelehnt hat. „Was passiert, wenn eine Frau dem nicht zustimmt? Soll sie ihr Kind dann auf der Straße zur Welt bringen?“, fragt Miriam.

Für ihre Patienten, die sie freiberuflich betreut, ist die Hebamme weiterhin da. Sie versucht, ihnen die Angst vor Corona zu nehmen und ermutigt die Frauen, ihr Immunsystem zu stärken –  und sich auf ihr Baby zu freuen. Und auch im Wochenbett erklärt sie den frisch gebackenen Müttern, wie wichtig für Säuglinge der Gesichtsausdruck ist. „Denn Babys ahmen unsere Mimik nach und so lässt sich schlussfolgern, ob das Baby gesund ist oder Auffälligkeiten vorliegen“, hebt die Hebamme hervor.

Herausforderungen in der Schule

Während des Lockdowns war Miriam alles: Hebamme, Hausfrau, Hobby-Lehrerin und Mutter ihrer zwei Kinder. Aus diesem Grund hat Miriam höchsten Respekt vor den Lehrern und hofft, dass die Pädagogen bald wieder ausschließlich ihrer eigentlichen Arbeit nachkommen können. Denn seit der Corona-Pandemie konzentrieren diese sich eher auf Hygienekonzepte als auf ihren Bildungsauftrag.

Allein der hygienische Umgang mit benutzten Mund-Nasen-Bedeckungen ist aus Miriams Sicht problematisch. Wenn man die Angst um das Virus ernst nehmen würde, so müssten die Gesichtsmasken nach jedem Gebrauch gewechselt und als Sondermüll entsorgt oder gewaschen werden. Sie müssten behutsam an den Schlaufen abgenommen werden, ohne dass der Stoff berührt wird. Aber wer macht das schon und wer gewährleistet das in der Schule?

Hygiene-Konzept Elternabend

Miriam verweist auf eine Einladung zu einem Elternabend. Darin wurde das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung grundsätzlich während des gesamten Aufenthalts im Schulgebäude gefordert. „Personen, die aufgrund einer medizinischen oder psychischen Beeinträchtigung oder wegen einer Behinderung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können, wird geraten – soweit möglich – vom Besuch des Elternabends Abstand zu nehmen und einen Vertreter zu entsenden, der eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen kann“, heißt es in der Einladung.

Soweit das nicht möglich sei, habe man die Teilnahme mindestens einen Tag vor dem Elternabend unter Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung im Schulsekretariat anzuzeigen. Allerdings würden Atteste auch nur anerkannt, „soweit sie lokal vom ansässigen Haus- oder Facharzt ausgestellt wurden und nicht offensichtlich als Blankorezept einschlägiger Internet-Quellen überregionaler Masken-Gegner erwirkt wurden, wo ein persönliches Beratungsgespräch offenkundig nicht stattgefunden hat und/oder der Verdacht des Ausstellers unrichtiger Gesundheitszeugnisse besteht.“

Falls diese Bedingung erfüllt sei und das Attest von der Schule anerkannt wurde, darf die Person zum Elternabend gehen, ist allerdings selbst auf die strikte Einhaltung des Abstands von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen verantwortlich. Eltern und Besuchern ohne Maske und ohne vorherige Anzeige werde der Zutritt zum Elternabend verwehrt.

„Das ist doch nicht normal“, sagt Miriam. Alles drehe sich nur noch um Corona.

Kritische Eltern – folgsame Kinder

Am liebsten würde sie ihre beiden Kinder aus der Schule nehmen, „aber das Selbstbewusstsein habe ich dann doch irgendwie nicht“, betont Miriam. Denn Hebamme und Lehrerin zu sein, diese Herausforderung kann sie momentan noch nicht annehmen.

Auch wenn sie es kritisch sieht, so stellt die Mund-Nasen-Bedeckung für ihren Sohn in der Schule aktuell kein Problem dar. Er ist davon befreit und freut sich, dass er wieder mit seinen Freunden zusammen sein kann.

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Und auch Miriams Erstklässlerin geht gern – aktuell ohne Mund-Nasen-Bedeckung – zur Schule. Die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung besteht derzeit in Mecklenburg-Vorpommern erst ab Klasse fünf. Allerdings möchte die Kleine „dazugehören“. Erst vor kurzem präsentierte sie sich mit einer Mund-Nasen-Bedeckung, die sie geschenkt bekommen hatte und die „schick“ ist. Mit Engelszungen redete Miriam auf ihre Tochter ein, dass es doch viel besser sei, die frische Luft zu atmen, anstatt „das Ding“ aufzusetzen. So schwierig sei das für eine Mutter.

Politiker müssen Verantwortung für Schäden durch Corona-Politik übernehmen

Miriam fordert von der Regierung Verantwortung für physische und psychische Schäden, die aufgrund der Corona-Politik entstehen, von dem wirtschaftlichen Schaden ganz zu schweigen. All die Ängste, Zwänge, Depressionen, Mobbing und Spaltung, zu denen es in den vergangenen Monaten gekommen ist, sind für Miriam unerträglich. Ihr Vertrauen in die Regierung ist am Boden zerstört.

Letztendlich, so Miriam, könne nur jeder selbst entscheiden, was für ihn in der jeweiligen Situation angemessen erscheint. Wenn Menschen Mund und Nase aus Angst vor dem Virus bedecken, dann sollen sie das tun dürfen. Falls man allerdings nur den Forderungen der Regierung nachkomme, um Bußgelder oder böse Blicke zu vermeiden, sei das einfach nur unaufrichtig.

„Meine Kollegin wurde neulich als asozial bezeichnet, weil sie in einer Gaststätte keine Gesichtsmaske trug“, gibt Miriam zu bedenken. Und das koste Nerven. Aber wenn alle einfach so mitmachen, werde sich die Situation nie ändern.