Berliner Autobahn soll Gemüsefarm weichen. Symbolbild.Foto: iStock

Berliner Autobahn soll Gemüsefarm werden

Epoch Times31. August 2021 Aktualisiert: 1. September 2021 19:25
Autofrei und Spaß dabei! Mit diesem Slogan werben schon lange Berliner Naturfreunde für eine klimagerechte Verkehrspolitik in der Hauptstadt. Nun hat eine Denkfabrik erneut konkrete Ideen vorgelegt. Buchautor Frank Hennig spricht von Heuchelei.

Ginge es nach grünen Visionären, dann würde eine Verlängerung der Berliner Autobahn A100 nicht für den Verkehr, sondern für die Landwirtschaft genutzt werden. Insekten, Pilze und Algen könnten gezüchtet werden, wo sonst künftig tausende Pkw über den Asphalt rauschen würden.

Wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, plant eine Gruppe, die sich als gemeinnützige Berliner Denkfabrik „Paper Planes“ bezeichnet, einen mehr als drei Kilometer langen Agrarbetrieb genau dort, wo seit 2013 Bautrupps damit beschäftigt sind, den Stadtring über die Neuköllner Grenzallee hinaus in Richtung Treptower Park zu verlängern.

Statt Autobahn wollen die grünen Aktivisten die Morgenfarm Berlin entstehen lassen, die von einem Park und Wohnvierteln begleitet werden soll. Andere Anti-Autobahn-Aktivisten haben weitere Ideen: „Ein Freibad in einem Trogabschnitt, das wäre eine sinnvolle, familienfreundliche Investition, von der alle etwas haben“, zitiert die Zeitung die Berliner Sprecherin des Bündnisses „Sand im Getriebe“, das im Frühsommer eine Besetzung der Autobahnbaustelle organisiert hat.

Der Berliner Autobahnbau ist vor allem auch bei den Grünen und Linken in die Kritik geraten. Diese plädieren stattdessen für eine Stadt- bzw. Bundesstraße und einen Radschnellweg. Auch verschiedene Verkehrsaktivisten sehen den Weiterbau des Stadtrings als nicht mehr zeitgemäß an. Ein Projekt wie dieses passe nicht in eine Zeit, in der auf die Erderhitzung reagiert werden müsse, sagen sie laut dem Blatt.

„Der grüne Anstrich der ganzen Vorstellungen ist heuchlerisch“

2024 soll der Streckenabschnitt fertig sein. Gebäude mit mehr als hundert Wohnungen wurden abgerissen, rund 300 Kleingärten abgeräumt, circa 450 größere und unzählige kleinere Bäume gefällt. Befürworter halten die Verlängerung der A100 für wichtig, um die Verkehrsverbindungen in den Osten Berlins zu verbessern. Sie werde vielen Kraftfahrern Umwege ersparen, sagen sie.

Rein rechtlich haben die grünen Visionäre schlechte Karten. Das Bundesverkehrsministerium will an seinem 2016 beschlossenen Bundesverkehrswegeplan 2030 festhalten.

Diplomingenieur in Sachen Energieumwandlung, Frank Hennig, hält es ebenso für unwahrscheinlich, dass sich eine politische Mehrheit auf Bundesebene für einen Baustopp finden lasse. „Aber man weiß ja nicht, was nach den Wahlen kommt“, sagt er gegenüber Epoch Times. Sollte es so weit kommen, müssten Vertragspartner entschädigt werden und die Kostenfrage dieser Pläne erst mal geklärt werden.

„Der grüne Anstrich der ganzen Vorstellungen ist heuchlerisch. Anstelle Beton zu bepflanzen, sollte man die vorhandene Natur in der Provinz schützen, Waldvernichtung zugunsten WKA verhindern wie auch die Umwandlung von landwirtschaftlichen Nutzflächen in Freiflächen-Solaranlagen“, so Hennig. (nmc)



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