Die Hand eines Forschers neben dem rund 200 Millionen Jahre alten versteinerten Saurier-Fußabdruck, der auf einer Antarktis-Expedition entdeckt wurde.Foto: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe/dpa

Antarktis-Expedition: 200 Millionen Jahre alter Saurier-Fußabdruck entdeckt

Epoch Times18. April 2019 Aktualisiert: 19. Juni 2020 15:22
Ein eher unerwarteter Fund bei einer Antarktis-Expedition: Forscher haben bereits 2016 einen rund 200 Millionen Jahre alten versteinerten Fußabdruck eines Archosauriers in Viktorialand entdeckt. Welche Dinosaurier-Art genau den Abdruck hinterlassen hat, ist unbekannt.

Bei einer Antarktis-Expedition haben Forscher einen rund 200 Millionen Jahre alten versteinerten Saurier-Fußabdruck entdeckt. Es handele sich dabei um die etwa handgroße Spur eines Tieres aus der Gruppe der Archosaurier, teilte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover mit. Um welche Saurierart es sich genau handelt, ist unklar.

Neue Puzzleteile zur Entstehungsgeschichte der Antarktis

Mit rund 7 Tonnen Probenmaterial im Gepäck kehrten die Forscher von einer von Expedition aus der Antarktis zurück. Geleitet wurde diese von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Von der BGR-Antarktisstation „Gondwana“ aus untersuchte das Expeditionsteam entlang der Gletscher im Victoria-Land – rund 1700 Kilometer vom Südpol entfernt – die nicht vom Eis bedeckten Gesteine mit geologischen und geophysikalischen Methoden. Die Wissenschaftler fanden dabei weitere Puzzleteile zur Entstehungsgeschichte des heutigen Kontinents Antarktika.

Im Rahmen der Forschungsexpedition „GANOVEX XIII“ (13. German Antarctic North Victoria Land Expedition) suchten die Forscher nach geologischen Indikatoren, mit denen sich die Entstehung und das Auseinanderbrechen des südlichen Großkontinentes Gondwana zurückverfolgen lassen.

Dessen Herzstück war bis vor etwa 180 Millionen Jahre die Antarktis. Nach und nach lösten sich Afrika, Indien, Australien, Neuseeland und Südamerika. Das führte zur isolierten Position des Kontinents am Südpol. Die direkte Folge dieser Isolation ist die Entwicklung der heutigen Ozeanströmungssysteme, die um die Antarktis zirkulieren und die einen entscheidenden Einfluss auf das globale Klima haben.

Lückenhafte 400 Millionen Jahre Erdgeschichte

Die knapp 14-wöchige Expedition lieferte dabei wichtige Erkenntnisse zur Entstehungsgeschichte des antarktischen Kontinents.

BGR-Expeditionsleiter Dr. Andreas Läufer: „Wir kennen bisher relativ gut die Entwicklung der Antarktis während der Bildung Gondwanas vor rund 500 Millionen Jahren, als im Victoria-Land ein Hochgebirge vergleichbar der Struktur der heutigen Anden bestand. Und wir wissen inzwischen noch genauer, wie die Antarktis nach der Loslösung von Australien in den vergangenen 100 Millionen Jahren zum eigenständigen Kontinent wurde“.

Die Trennung der Erdmassen verlief dabei wesentlich komplexer: „Unsere neuen Daten weisen eindeutig darauf hin, dass die Trennung der beiden Kontinente in mehreren komplexen Phasen erfolgt ist. Die Daten für die dazwischenliegenden 400 Millionen Jahre sind jedoch nach wie vor lückenhaft und bedürfen noch intensiverer Untersuchungen“, so der Expeditionsleiter.

Reste vergangener Wälder und Spuren früher Dinosaurier

Bei den Arbeiten standen dem Expeditionsteam zwei Helikopter zu Untersuchungen aus der Luft und den Transport zur Verfügung. Um die komplexen geotektonischen Fragestellungen zu untersuchen, kam ein breites Spektrum geowissenschaftlicher Methoden zum Einsatz. Dazu gehörten insbesondere die Strukturgeologie, Geochronologie, Thermochronologie, Sedimentologie, Petrologie, Paläontologie sowie aerogeophysikalische Messungen.

Bei ihren Forschungsarbeiten untersuchten die Wissenschaftler die rund 1.700 Kilometer vom Südpol entfernten, versteinerten Reste von Wäldern. „Dies ist ein Indiz dafür, dass die Antarktis vor rund 200 Millionen Jahren nicht der vereiste Kontinent war, wie wir ihn heute kennen“, erklärt Läufer.

Durch diese Wälder streiften auch frühe Saurier, wie der erstmalige Fund eines versteinerten Fußabdrucks belegt, den das gleiche Team bereits bei der vorletzten Antarktis-Expedition im Januar 2016 gefunden hatte. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem handgroßen Fund veröffentlichten sie nun im Fachmagazin „Polar Research“.

Eine Neuheit für den „Norden“

Im südlichen Viktorialand seien bereits Saurier-Knochen entdeckt worden, im nördlichen dagegen nicht mal ein Zahn, sagte BGR-Expeditionsleiter Andreas Läufer. „Das war etwas, was wir überhaupt nicht erwartet hatten.“

Laut dem Bericht handelt es sich bei dem gefundenen Exemplar um den Fußabdruck eines Tieres aus der Gruppe der Archosaurier, deren Spuren in Deutschland als Chirotherium bekannt sind. Das entnommene Probenmaterial der aktuellen Expedition soll in Zukunft weitere Erkenntnisse zum Bild der Ur-Antarktis liefern. (ts/dpa)

Die PDF zur Studie finden Sie hier (Englisch): First evidence of a tetrapod footprint from the Triassic of northern Victoria Land, Antarctica



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