Die neu entdeckte Art "Mystriosuchus steinbergeri" war ein krokodilähnliches Meereslebewesen, das einst in der Trias lebte. Illustration: Mark Witton

Fossilien von VW-Käfer-großen Krokodil-artigen „Meeresmonstern“ in den Alpen gefunden

Epoch Times23. Mai 2019 Aktualisiert: 22. Mai 2019 10:04
Noch nicht vollständig ausgewachsen waren sie bereits so groß wie ein VW-Käfer. Forscher entdeckten die Überreste von vier dieser gigantischen prähistorischen Meeresungeheuer an einem ganz und gar abgelegenem Ort: dem "toten Gebirge" in den österreichischen Alpen.

Forscher um Richard Butler, Professor für Paläobiologie an der University of Birmingham in Großbritannien gruben die Überreste von vier heute ausgestorbenen Meeresungeheuern an den felsigen Hängen des „toten Gebirges“ aus.

Die Fossilien der neu entdeckten, krokodilähnlichen Art namens „Mystriosuchus steinbergeri“ wurden – vor knapp 40 Jahren – durch Zufall in den österreichischen Alpen entdeckt, konnten jedoch erst kürzlich genauer untersucht werden. Obwohl noch nicht vollständig ausgewachsen, waren sie bereits so groß wie ein VW-Käfer.

Acht Jahre alt und immer noch nicht ausgewachsen

Doch selbst mit einer Länge von 4 Metern waren die als Phytosaurier bekannten Kreaturen noch nicht ausgewachsen. „Die Phytosaurier waren erst etwa 8 Jahre alt, als sie starben, und dennoch wuchsen sie noch immer“, sagte der leitende Studienforscher Richard Butler nach einer Knochenanalyse.

Bislang war es für die Forscher jedoch ein schwieriger und langer Prozess, die Fossilien der neuen Art „Mystriosuchus steinbergeri“ freizulegen und sie der Wissenschaft und Öffentlichkeit vorzustellen.

Der Name des ungeheuerlichen Sauriers ehrt Sepp Steinberger, Mitglied eines lokalen Höhlenvereins, der 1980 bei der Besteigung des „toten Gebirges“, einem abgelegenen Gebiet der österreichischen Alpen, die Fossilien entdeckte.

Ein Team des Naturhistorischen Museums in Wien grub die Überreste zwei Jahre später aus und musste die Fossilien mit einem Hubschrauber vom fast 2 Kilometer hohen Berg abtransportieren.

Nur wenige Spezialisten für Phytosaurier

Später folgte im Museum das Freipräparieren der Fossilien, sodass diese anschließend ausgestellt werden konnten. Aber „weil es nur sehr wenige Spezialisten für Phytosaurier gibt, hat es viele Jahre gedauert, bis sie untersucht wurden“, sagte Butler zu Live Science.

Im Jahr 2013 begann schließlich ein Team von britischen, französischen, österreichischen und schweizerischen Forschern, die Überreste zu untersuchen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie online im Zoological Journal of the Linnean Society.

Optisch erscheinen die Phytosaurier wie eine Mischung aus modernem Krokodil, Alligator und Gavial. Doch laut den Forschern lebten sie lange vor diesen Tieren und waren keine besonders engen Verwandte. „Dies ist ein Beispiel für die evolutionäre Konvergenz“, bei der sich entfernt verwandte Gruppen entwickeln und gleich auszusehen, weil sie in ähnlichen Umgebungen leben“, so Butler.

Mystriosuchus steinbergeri lebte vermutlich im Meer

Der Phytosaurus lebte sowohl an Land als auch in Wasser. Seine Überreste entdeckten Paläontologen meist in der Nähe von Süßwasserseen und Flüssen. Die vier Fossilien der neu entdeckten Art befanden sich jedoch in Sedimenten, die auf ein Trias-zeitliches Leben in Meeresumgebung schließen lassen.

Es ist unwahrscheinlich, dass alle vier dieser Phytosaurier an Land starben und dann ins Meer hinaus gespült wurden, sagte Butler. „Deshalb denken wir, dass dies der beste Beweis dafür ist, dass einige Phytosaurier in marinen Umgebungen leben.“

Diese neu benannte Art, sowie Fossilien von einigen anderen Phytosaurus-Exemplaren, die ebenfalls in Meeresablagerungen gefunden wurden, deutet darauf hin, dass einige dieser Tiere in Salzwasserumgebungen lebten oder diese zumindest durchqueren konnten, so die Experten. (ts)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion